Der Lustrafjord, Tor ins Reich der Riesen

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Der Lustrafjord ist ein Seitenarm des Sognefjords und gleichzeitig auch sein Ende. Wie bei den meisten norwegischen Fjorden schlängelt sich die egnge, manchmal nur eispurige Straße an den Ufern entlang und um den Fjord herum. Der Sognefjord ist natürlich viel breiter als der Lustrafjord, daher ist der Lustrafjord auch deutlich geschützter vor Wind. 2,5 Kilometer sind mit dem Kajak schnell zu überwinden und so habe ich die Chance auch genutzt um an das gegenüber liegende Ufer zu paddeln.

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Sehenswürdigkeiten am Lustrafjord

Tatsächlich geizt der kleine Lustrafjord etwas mit Sehenswürdigkeiten, für norwegische Fjorde eigentlich ganz ungewöhnlich. Aber das ein oder andere gibt es hier schon zu sehen.

Relativ am Anfang des Fjordes befindet ich der kleine Ort Ornes. Dort gibt es die Urnes Stabkirche, was wohl darauf hindeutet, dass der Ort früher einmal Urnes geheißen haben muss. Wie dem auch sei. Die Urnes Stabkirche ist eine etwas kleiner Kirche ihrer Bauart, trotzdem aber sehr schön. Ein kleiner Abstecher dorthin lohnt sich allemal.

Urnes Stabkirche

Urnes Stabkirche

In Skjolden, am Ende des Lustra- und Sognefjordes gibt es dann noch ein kleines Kunstwerk am Fjord stehend. Recht abstrakt kann ich nicht nachvollziehen, was es denn sein soll. Wir haben uns das auch nicht angesehen, obwohl wir ganz in der Nähe vorbeigefahren sind.

 

Der Feigumfossen

Die wohl spektakulärste Sehenswürdigkeit am Lustrafjord ist der Feigumfossen. Am südöstlichen Ufer des Fjordes, an der Fjordgabelung zur Stadt Gaupne liegt der kleine Ort Feigom. Hier gibt es eigentlich nur ein paar Häuser und Höfe, aber hoch oben über dem Ort dröhnt das Wasser des riesigen Wasserfalls, wenn die Wassermassen 218 Meter im freien Fall den Berg runterfallen.

Der Feigumfossen am Lustrafjord

Der Feigumfossen am Lustrafjord

Der Feigumfossen ist mit den 218 Metern der zweithöchste frei fallende Wasserfall Norwegens. Wir waren auf dem Viki Fjordcamping der auf der gegenüberliegenden Fjordseite liegt und selbst dort, über 3 km Entfernung ist das Rauschen und Dröhnen des Wasserfalls noch laut und deutlich zu hören. Unter dem Wasserfall befindet sich ein Wasserbecken und zu der Zeit wo wir dort waren, also im Mai, sind auch noch Schneefelder dort vorhanden. Dadurch steigt an dem Wasserfall auch ständig eine Nebelsäule empor, die den Wasserfall zeitweise auch komplett umhüllt.

Durch das Eis und den Schnee unter dem Wasserfall kracht es auch manchmal wenn wieder ein Stück Eis oder fester Schnee abbricht. Ein echtes Spektakel, das Tag wie Nacht eine ständige Geräuschkulisse verursacht. Wenn Du also nachts absolute Ruhe benötigst, dann ist die Gegend wahrscheinlich nichts für Dich es sei denn Du nutzt Oropax.

Der Wasserfall ist vom gegenüberliegenden nordwestlichen Ufer sehr gut zu beobachten und zu fotografieren. Ein Teleobjektiv tut hier gute Dienste und so konnte ich den Wasserfall auch mal näher betrachten und nah rangezoomt fotografieren. Auf den Bildern sind die Schneemassen unterhalb des Wasserfalls auch noch gut zu erkennen.

Feigumfossen durchs Tele fotografiert

Feigumfossen durchs Tele fotografiert

Ich bin einen Tag mit dem Kajak über den Fjord gepaddelt und habe den Feigumfossen dann vom Wasser aus fotografiert. Dabei entstand das erste Bild des Wasserfalls in diesem Beitrag. Von Feigom aus ist es auch möglich, auf einem kurzen aber steilen Wanderweg zum Wasserfall zu laufen. Wir haben das nicht gemacht, denn wir hatten in den 2 Tagen in denen wir dort waren ein anderes Ziel.

 

Jotunheimen, das Reich der Riesen

Das Jotunheimen Bergmassiv ist wirklich eine gigantische Bergkette und gilt bei den Norwegern immer noch als das Reich der Riesen. Der Lustrafjord ist sozusagen das Tor dort hin, denn vom Ende das Fjordes schrauben sich hinter einem Tal auf ein mal die Serpentinen hoch in das Gebirge. Am 2. Tag unseres Aufenthaltes im Viki Fjordcamping wollten wir einen kleinen Ausflug hoch ins Gebirge machen und mal schauen wieviel Schnee dort oben noch liegt.

Das Wetter war schlecht, Regen war angesagt und viel dann auch schon morgens recht früh. Also sind wir erst mal los in Richtung Skjolden am Ende des Fjordes von aus der Fv55 hoch aufs Fjell startet. Auf dem Weg dort hin haben wir aber erst mal bei der kleinen Bäckerei Lustrabui in Luster angehalten und haben uns ein kleines Stück Kuchen für den Kaffee am Nachmittag gekauft. Eine sehr gute Entscheidung, denn die Bäckerei hat wirklich leckere Sachen im Angebot. Dann ging es noch zum Einkaufen in Coop in Skjolden und danach ging es dann endlich los in Richtung Jotunheimen.

Der Fv55 führt zunächst etwas weiter durch ein Tal hinter Skjolden und dann geht es über Serpentinen hoch in die Berge.

Tal vor Jotunheimen

Tal vor Jotunheimen

Unser erster Haltepunkt war der Wasserfall vor dem Hotel Turtagrø. Das Hotel liegt etwa auf einer Höhe von 890 Meter über dem Meeresspiegel und ist Ausgangspunkt für alle Arten von Wanderungen, mit oder ohne Skier und von leicht bis schwer. Unser Augenmerk lag aber dem kleinen Wasserfall der dort unter der Straße unterherfließt. Natürlich mussten wir den fotografieren, Janet mir ihren IPhone und ich mit der Kamera. Auch wenn der Wasserfall nicht besonders hoch ist, sieht er richtig schön aus mit seinen kleinen Birken die oben drauf wachsen.

Wasserfall am Hotel Turtagrø

Wasserfall am Hotel Turtagrø

Weiter ging es zum nächsten Aussichtspunkt dem Nedre Oscarshaug, einen Aussichtspunkt auf über 1100 Metern, an dem ein Schauglas steht auf dem die ganzen umliegenden Gipfel und ihre Höhen eingetragen sind.

Nedre Oscarshaug

Nedre Oscarshaug

Das ist natürlich auch ein fantastischer Punkt um Bilder von der umliegenden Landschaft zu machen. Leider spielte das Wetter den Tag nicht so mit und die Wolken hingen tief in den Bergen und versperrten die Sicht auf die einzelnen Gletscher. Bei schönem Wetter ist das dort bestimmt ein noch viel bessere Sicht. Aber für ein Selfie hat es auf jeden Fall gereicht…..

Selfie am Nedre Oscarshaug

Selfie am Nedre Oscarshaug

Trotz des schlechten Wetters hat sich der Ausflug auf den Pass über das Sognefjell auf jeden Fall gelohnt. Auch wenn die Aussicht auf die Gipfel von Jotunheimen nur eingeschränkt möglich war, hat die Fahrt da hoch uns doch wieder gezeigt, wie gewaltig die Natur sein kann. Trotz Mai hatten wir am Straßenrand noch bis zu 3 Meter hohe Schneewände hinter denen unser Wrangler einfach so verschwand. So viel Schnee wie da oben hatten wir die letzten Jahre nicht gesehen. Ziel wäre jetzt irgendwann dort mal bei schönem Wetter hochzufahren um die ganze Szenerie mal bei strahlend blauem Himmel zu erleben.

Schneewände Jotunheimen

Schneewände Jotunheimen

Wir waren den Tag bis auf eine Höhe von knapp 1400 Metern gefahren, das ist auch der höchste Punkt dieser Straße über das Sognefjell.

Auch wenn das Wetter nicht so optimal war, haben wir den Ausflug in das Gebirge sehr genossen. Der viele Schnee, so viel Wasser in den Bergen und die tief hängenden Wolken an den Gipfeln hat auch seinen Reiz

Der Viki Fjordcamping

Eigentlich hatte ich ja einen anderen Campingplatz ausgewählt auf dem wir auf dieser Höhe für ein paar Tage bleiben wollten. Vor der Reise hatte ich mir die ACSI Camping Card besorgt, eine Rabattkarte in der in der Nebensaison ein verbilligter Aufenthalt von einige teilnehmenden Campingplätzen angeboten wird. Allerdings musste ich nach erhalt der Karte feststellen, dass in Norwegen fast kein Campingplatz daran teilnimmt. Der Platz, den ich eigentlich anfahren wollte, der Lærdal Ferienpark, nimmt an dieser Rabattaktion teil. Das scheiterte allerdings am Veto von Janet, da der Platz über 100 Stellplätze verfügt.

Auf unserem Weg zum Viki Camping sind wir an dem Campingplatz in Lærdal vorbeigekommen, und mussten feststellen, dass die Entscheidung nicht hier Station zu machen goldrichtig war. Der Platz war nämlich trotz Nebensaison schon gut gefüllt. Also ging es weiter zur Fähre nach Kaupanger und zum Viki Fjordcamping

Der Viki Fjordcamping hat nur 15 Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen. Eine Zeltwiese gibt es nicht. Wir haben mit unserem Zeltanhänger einen der Plätze gut ausgefüllt, also sehr breit sind die einzelnen Parzellen nicht. Zu den Stellplätzen verfügt der Campingplatz auch noch über 13 Hütten von denen die meisten direkt einen Balkon zum Fjord haben von der ein direkter Blick auf den Feigumfossen hat.

Viki Fjordcamping vom Wasser aus

Viki Fjordcamping vom Wasser aus

Prinzipiell waren wir mit dem Platz sehr zufrieden, Noch dazu weil der Platz eine eigene kleine Anlegestelle hat, von der ein Kajak gut in den Fjord gelassen werden kann. Auch die 3 Toiletten sind gemessen an den wenigen Campern ausreichend und sauber war es auf jeden Fall. 1 Dusche war zu der Zeit als wir dort waren offen. Insgesamt waren so etwa 7 WoMos und Wohnwagen in der Zeit auf dem Platz, so dass die eine Dusche gerade so ausgereicht hat. Die 2. Dusche war abgeschlossen, das scheint nach unserer Erfahrung am Frafjord wohl hier in Norwegen nichts besonderes zu sein.

Wir waren Mitte Mai dort und das Wetter war nicht so wirklich gut. Nachts unter 10 Grad und am Tag nicht über 15. Trotzdem waren die Sanitäranlagen nicht geheizt und der Gang unter die Dusche war zum einen durch 20 Kronen Stücke zeitlich begrenzt und beim Abtrocknen war es schon ziemlich kalt in der Dusche. Das Sanitärgebäude war zudem sowieso ziemlich kalt, da es in den Berg gebaut ist.

Alles in allem würden wir den Platz aber trotzdem weiterempfehlen, denn der Besitzer ist wirklich sehr nett und spricht zudem fließend deutsch. Der Platz ist recht zentral gelegen, aber doch soweit versteckt, dass nicht zu viele Camper den Weg dahin finden. Allerdings gibt es entlang des nordwestlichen Ufers auch noch eine Reihe weiterer Campingplätze und ein Vergleich kann ja nicht schaden. Für uns ist der Viki Fjordcamping aber die erste Wahl am Lustrafjord

Viki Standcamping

Fazit

Der Lustrafjord ist kleiner und nicht so bekannt wie der Sognefjord. Trotzdem lohnt sich hier ein Besuch, vor allem wegen der Nähe zu dem Gebirgszug Jotunheimen und dem Feigumfossen Wasserfall. Der Fjord ist nur 2,5 km breit und von Bergen eingerahmt, dadurch liegt er auch immer ein wenig im Windschatten, egal von wo der Wind auch bläst, das mach es besonders für Paddler interessant die hier die ein oder andere Runde in Ruhe paddeln können. Wir würden hier wieder herkommen.

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