Südnorwegen im August – Sommer in Skandinavien

von | 18.08.2019 | Reisetagebücher | 0 Kommentare

Im August 2019 haben wir uns zu einer Reise durch Südnorwegen aufgemacht. In den Jahren von 2001 bis 2005 waren wir bereits 5 mal in dieser Region unterwegs. Lindesnes, ganz im Süden, der Lysefjord, die Hardanger-Region und der Sognefjord waren damals unsere Ziele. Alle diese Regionen wollten wir nun noch einmal besuchen. Also folge uns in eine der schönsten Landschaften Skandinaviens, dem Süden Norwegens.

Tag 1 12.08.2019 bis Schweden

Am Montag sind wir gegen 5:30 Richtung Puttgarden gestartet. Seit unserer Rückfahrt im Januar aus Schweden kommend ist die Fährstrecke unsere bevorzugte Route, denn die ist einfach schneller, als wenn wir den gesamten Weg über Dänemark nehmen würden. Das Wetter war gut, die See relativ ruhig und der Cappuccino im Bordrestaurant und das Lachsbrötchen waren zwar teuer, haben dafür aber sehr gut geschmeckt. Danach ging es wie gewohnt durch den Südosten Dänemarks und dann über die Öresundbrücke nach Schweden.

Der Campingplatz

Der Campingplatz Bälinge Bad & Camping am Bälingesee liegt etwa 60 km östlich von Helsingborg entfernt. Wir sind dort gegen 16:00 Uhr angekommen und hatten für unser Zelt die freie Auswahl auf dem Platz, der etwa 20 Stellplätzen besitzt von denen bis dahin keiner belegt war. Im Laufe des Abends kamen noch 2 VW-Bullies dazu und das war es. Wie so oft, wenn wir den ersten Tag mit dem Zelt unterwegs sind, mussten wir das Zelt im Regen aufbauen. Pünktlich, nachdem das Zelt stand, hörte es auch wieder auf zu Regnen. Da wir nur eine Nacht dort bleiben wollten, haben wir nicht das Vorzelt aufgebaut, sondern haben unserer neue Markise am Wrangler genutzt. Die ist wirklich in 1 Minute aufgebaut und damit haben wir dann auch etwas Wetterschutz.

Auf dem Weg nach Südnorwegen

Campingplatz in Schweden

Der Campingplatz selbst ist nicht so der Hit. Es gibt eine Toilette gemeinsam für Männlein und Weiblein und eine Toilette für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die aber auch von allen benutzt wird, wenn die Haupttoilette besetzt ist. Ausserdem gibt es 2 Duschen die allerdings sehr geräumig sind. Die Duschen sind zudem im Preis des Platzes enthalten.

Sehr bequem ist der Kiosk, der zu dem Platz gehört, denn dort kann man Pommes und Hamburger bestellen. Ich denke der Kiosk macht den meisten Umsatz wenn im Hochsommer viele Badegäste dort sind. Der Strand am See ist nämlich nicht nur für die Camper dort, sondern wird allgemein als Badestrand genutzt. Wir haben uns abends Lammgeschnetzeltes gebraten und eine Portion Pommes vom Kiosk dazu geordert. Das war sehr komfortabel.

Gegenstand des 1. Tages in Schweden war natürlich unsere Markise am Wrangler. Sie ist ratzfatz aufgebaut und ermöglicht uns auch bei Regen draußen zu sitzen. Die Anschaffung hat sich wirklich gelohnt, denn wir wollen nicht immer für einen Tag auf dem Platz das Vorzelt aufbauen.

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Tag 2 13.08.2019 Von Schweden zum Oslofjord

Unser Ziel war halt ganz klar Norwegen und daher ging es am 2.Tag nach kurzem Abbau des Zeltes um etwa 7:30 weiter Richtung Norwegen. Schweden verabschiedete sich dann auch mit jeder Menge Regen im Süden. Zum Norden hin wurde es immer schöner und als wir die norwegische Grenze erreichten, schien die Sonne aus allen Knopflöchern. Zwischendurch haben wir an einem schönen Rastplatz unsere Küche aufgeschlagen und erst mal einen Cappuccino gekocht und ein paar Schnittchen gegessen. Die Hunde haben auch ihr Mittag bekommen und anschließend haben wir sogar noch Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang an den Fjord gehabt, an dem es auch einen kleinen Hafen für Sportboote gab.

Rast auf dem Weg nach Südnorwegen

Rastpaltz in Schweden

Die Grenze nach Südnorwegen

Wer mit Hund nach Norwegen reist, der kennt sicher das Prozedere mit den Fellnasen an der Grenze. Die Norweger verlangen eine bestimmte Wurmkur für die Hunde, die mindestens 24h und höchstens 5 Tage vor Einreise verabreicht werden muss. Protokolliert werden muss das vom Tierarzt. Also waren wir, wie es sich gehört, am Samstag vor unserer Abreise noch beim Tierarzt und haben diese Wurmkur verabreicht. Also alles kein Problem.

An der Grenze sind wir dann in den roten Bereich gefahren, denn wir hatten ja was anzumelden. In einigen Blogs hatte ich gelesen, dass das alles recht schnell gehen soll, da es für die Tiere, die privat einreisen, einen extra Schalter gibt. Die Hunde müssen auch nicht vorgeführt werden. es reicht, wenn die Tierpässe mit den Eintragungen vorgezeigt werden. Also bin ich kurzerhand zum Zollgebäude gegangen und habe den Eingang mit den wenigsten wartenden Menschen ausgewählt. Nummer gezogen und etwa 10 Minuten gewartet, damit die freundlichen Dame mir sagen konnte, dass ich in die andere Tür mit den vielen wartenden LKW-Fahrer gehen muss.

Dort gab es einen Bildschirm auf dem oben drüber „Private Living Animals“ stand. also habe ich unten drunter den Knopf gedrückt und die Nummer 605 bekommen. Aktuell war die Nummer 560 gerade am Schalter. Das war jetzt wirklich nicht das was ich erwartet hatte. Ich richtete mich daher auf eine Wartezeit von mindestens einer Stunde ein. Ich bin dann erst mal wieder zu Janet ans Auto gegangen und habe ihr gesagt, dass sie die Hunde ausladen und mit denen ein bisschen rumlaufen kann. 

Die Rettung

Das Warten in dem überfüllten Raum mit den LKW-Fahrern ist nicht witzig. Wir hatten einmal einen Nachbarn, der auch LKW-Fahrer war und sich immer über seine Kollegen ausgelassen hat, weil die sich auf den Fahrten oftmals gar nicht waschen. Nun, ich muss ihm wohl recht geben, denn in dem Raum roch es wirklich ziemlich streng nach Männerschweiß….

Plötzlich sah ich eine Frau, die einfach mit Ihren Heimtierpässen an einen Schalter ging, an dem die Nummer 84 aufgerufen wurde. D. h. für lebende Tiere gibt es einen eigenen Nummernkreis. Also bin ich noch mal zu dem Automaten und habe dann erkannt, dass das, was ich als Überschrift angesehen habe eigentlich eine eigene Schaltfläche war. Also habe ich auf die Fläche gedrückt, auf der „Lebende Tiere“ stand und habe ein Ticket mit der Nummer 85 bekommen. Nach ungefähr 5 Minuten war ich an der Reihe. Der Zollbeamte begutachtete die Pässe, gab sie mir wieder und Tschüß. Kein Einreisestempel keine Notiz noch sonst irgendwas. Diese Aktion hätten wir uns wirklich schenken können.

Von Moss nach Horten, mit der Fähre über den Oslofjord

Um nicht durch Oslo fahren zu müssen haben wir uns entschieden, die Fähre von Moss nach Horten über den Oslofjord zu nehmen. Bei schönstem Wetter mit Sonne und Wind sind wir über den Oslofjord an das Westufer übergesetzt. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten und hätte unseretwegen auch noch länger dauern können. 

Fähre über den Oslofjord in Südnorwegen

Fährfahrt über den Oslofjord

Von Horten aus waren es dann noch mal etwa 30 km bis zu unserem ersten Campingplatz in Norwegen, dem Ørastranda Camping. Der Platz ist relativ klein und man muss über eine schlecht befahrbare, enge Straße dorthin fahren. Die meisten Plätze sind von Dauercampern belegt und für die Tagescamper sind etwa 8 Plätze dort frei. Wir haben uns den Platz ganz am nördlichen Ende auf einer Anhöhe ausgesucht, auf den ich auch nur mit Allrad hochkam. Von da aus mussten wir zwar etwa 300 Meter bis zum Sanitärhaus gehen und WLAN hatten wir dort auch nicht mehr, aber dafür einen fantastischen Blick über den größten Fjord in Südnorwegen.

Zum Abendessen gab es dann Spaghetti mit Tomaten/Oliven-Sugo, vorweg Brotringe mit Knobicreme und eingemachte Tomaten und Oliven (La Vialla). Unser Gegenstand des Tages sind die Heimtiepässe und die Wurmkur. Prinzipiell kann trotz des Vorzeigens an der Grenze jetzt niemand nachprüfen ob die Tiere rechtzeitig entwurmt wurden.

Tag 3 14.08.2019 Entspannen in Südnorwegen

Den 3. Tag haben wir einfach mal am Fjord entspannt. Wir haben ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt und dann bin ich mit den beiden Hunden erst mal eine schöne Runde durch den Wald spazieren gegangen. Von unserem Platz aus ging direkt ein Weg zum Wald und an dem Felshang des Oslofjords entlang, über einige Höfe durch Wald und Feld, zurück zum Campingplatz. Wirklich eine schöne Gegend hier und wer den Oslofjord erkunden möchte, dem sei dieser Campingplatz ganz besonders ans Herz gelegt. Das Sanitärhaus hat 2 Toiletten und 2 Duschen jeweils für Männlein und Weblein, die wir auch immer in sehr sauberen Zustand vorgefunden haben. Ausserdem gibt es eine kleine Küche, in der man kochen, abwaschen und Wäsche waschen kann. Die Besitzerin ist dazu noch sehr freundlich, was will man da  noch mehr.

Blick auf den Oslofjord in Südnorwegen

Blick auf den Oslofjord

Ich habe den Vormittag und auch einen Teil des Nachmittags damit verbracht, zu versuchen, einen Fisch zu fangen. Naja, bei dem Versuch ist es dann geblieben.

Janet hat viel gelesen und war schließlich sogar im Fjord ein Runde schwimmen. Ich habe mich darauf beschränkt, die Angel in das kalte Wasser des Fjordes zu halten. Wobei Janet mir einreden wollte, dass das Wasser gar nicht kälter sei als die Luft.

Schwimmen im Oslofjord in Südnorwegen

Janet geht baden

Am Nachmittag sind wir noch kurz in die Stadt gefahren und haben ein paar Lebensmittel und Kuchen eingekauft. Der Kuchen war so typisch norwegischer Zimtkuchen, den ich ja eigentlich gar nicht mag. Hat aber doch einigermaßen geschmeckt und der Cappuccino passte ganz gut dazu. Zum Abendessen gab es Kartoffelgratin mit Knoblauchkrabben und Tomaten aus dem Omnia.

Gegenstand des Tages

Unser neuer Windschutz in der Küche ist heute der Gegenstand des Tages. Der läßt sich bequem an allen vier Seiten des Kochfeldes aufstellen, gerade halt immer da wo der Wind herkommt und schützt somit die Gasflammen vor dem Wind. Das spart Gas und die Speisen und der Kaffe kochen schneller.

Tag 4 15.08.2019 Vom Oslofjord zum Hardanger

2002 waren wir das letzte mal in Südnorwegen am Hardangerfjord, allerdings waren wir damals auch noch mit unseren beiden Kinder dort. Diesmal haben wir uns dort extra einen kleinen Campingplatz ausgesucht, der zudem auch ganz nah an dem Vørinfossen Wasserfall liegt. Der Platz liegt direkt am Fluss und verspricht damit vielleicht sogar die Chance auf Lachsangeln.

Den Abend zuvor hatten wir bereits die meisten Dinge gepackt und konnten somit morgens recht früh starten. Gefrühstückt haben wir auf einen kleinen Rastplatz bei Hvittingvoss und wie immer gab es Cappucino aus unserer Bordküche. Kurz vor der Zufahrt zur Hardangervidda habe wir dann noch einmal Rast gemacht und die Hunde konnten sich ein bisschen die Beine vertreten.

Rast in Südnorwegen

Rast in Südnorwegen

Die Fahrt über die Hardangervidda war uns noch von den Urlauben von 2004 und 2005 bekannt. Die Gegend dort oben ist einfach unbeschreiblich und selbst im August sind an einigen Hängen noch Schneefelder vorhanden. Im Hintergrund sieht man die Schneebedeckten Gipfel des Hardangerjøkulen und fährt durch eine baumlose Landschaft mit Moos und Wollgras.

Hardangervidda in Südnorwegen

Hardangervidda in Südnorwegen

Der Campingplatz Finnasteinflåten Camping

Der Platz ist schon ziemlich urig, sehr klein und liegt auf einer grünen Wiese am Fluß. Der Platz besitzt 5 Hütten und etwa 20 – 30 Stellplätze, von denen aber nur die Plätze im östlichen Bereich mit Strom versorgt werden können. Alle Plätze die westlich des Wohnhauses liegen, haben keinen Strom. Das hatten wir nicht bedacht und wir hatten auch nicht gesagt, dass wir Strom haben wollen. So haben wir uns einen Platz auf dem schöneren östlichen Teil gesucht und mussten die kommenden Tage halt ohne Stromanschluss auskommen. Da ja in unserer Versorgungsbox nur eine Litium-Batterie mit 40 Ah eingebaut ist, mussten wir also ein bisschen haushalten.

Die Sanitäranlagen sind in dem leider schon etwas marodem Wohnhaus im Anbau und im Keller untergebracht. Und so marode wie das Wohnhaus aussieht, sind auch die Sanitäranlagen. Allerdings sind die Anlagen dabei recht sauber, aber auf die Rohre, die aus den Wänden kommen und darin wieder verschwinden sollte man nicht so genauer schauen.

Der Platz liegt zudem ziemlich versteckt und eine sehr enge, sehr steile Straße führt runter an den Fluß. Wir kamen aus Richtung der Hardangervidda und es war schlicht nicht möglich mit dem Gespann nach links auf den Weg runter zum Platz abzubiegen, da  dort einfach nicht genug Platz ist. Ein Kleinwagen schafft das wohl, aber mit einem Gespann hat man da wirklich keine Chance. Also sind wir weiter gefahren und haben auf dem nächsten Campingplatz gewendet um aus der Richtung anzukommen in die der Weg zum Campingplatz runter weiter geht.

Tag 5 16.08.2019 Zum Vøringfossen über die Geröllfelder

Nach einer ruhigen Nacht, in der wir nur das Rauschen des Flusses direkt vor unserem Zelt hörten, haben wir zunächst einmal ein ordentliches Frühstück eingenommen. Durch unsere ausfahrbare Campingküche, die unter dem Vorzelt im Trockenen steht, gibt es morgens immer einen schönen Cappuccino und auch mal ein Frühstücksei. Die Weißbrote toasten wir in der Pfanne auf dem Gaskocher. Geht auch und genauso gut wie in einem Toaster.

Heute sollte es zum Vøringvossen gehen, einem der schönsten und spektakulärsten Wasserfälle in Südnorwegen. Der Parkplatz für den Start der Wanderung am unteren Ufer entlang liegt nur 2 Tunnel und damit etwa 10 Autominuten von unserem Campingplatz entfernt. Kurz vor Mittag sind wir dann gestartet. Die ersten 200 Meter geht es über eine Straße bergab in Richtung Fluß und so waren wir schon etwas enttäuscht. Wir sollten uns aber noch wundern, was alles kommt. Nach 200 Metern geht es dann rechts runter auf einen Pfad den Hang hinab. Der Weg ist durchsetzt mit Felsbrocken und spätestens als wir auf Höhe des Flusses angekommen sind, war klar, dass das kein Spaziergang wird.

Weg zum Vøringfossen in Südnorwegen

Weg zum Vøringfossen

 

Die Geröllfelder

Der gesamte Weg entlang des Flusses geht über Geröllfelder. Jeder Tritt den wir setzen, musste daher sorgfältig überlegt werden und es zeigt sich, dass wir halt keine 20 mehr sind. Auch für die Hunde war der Weg ziemlich kompliziert, denn sie mussten immer darauf achten von welchem Stein sie auf den nächsten springen konnten. Wir hatten immer ein bisschen Angst, dass einer der Hunde in einer Spalte zwischen den Felsen stecken bleibt und sich vielleicht die Pfote verletzt. Tatsächlich sind die beiden einige male ausgerutscht, aber es ist trotzdem alles gut gegangen.

Am Fuße des Vøringfossen

Zum Schluß der Wanderung geht es dann noch über eine Hängebrücke, über die unsere Hunde eigentlich nicht gehen wollten. Bea habe ich geschafft, mit viel gutem Zureden dazu zu bewegen, über die Brücke zu laufen. Ben musste allerdings von Janet dann doch über die Brücke getragen werden. Er hat dort mal eben eine Totalverweigerung hingelegt. 

Hängebrücke am Vøringfossen

Hängebrücke am Vøringfossen

Nach der Überquerung der Hängebrücke geht es noch mal über Stock und Stein bis wir endlich am Fuße des Wasserfalls angekommen sind. Um den Wasserfall komplett zu sehen, hätten wir noch einmal wieder etwa 50 Meter steil bergauf über Steine klettern müssen. Janet und die Hunde haben aber entschieden, lieber am unteren Aussichtspunkt zu bleiben und die Kräfte für den Rückweg aufzusparen. Ich bin dann noch hoch auf den oberen Aussichtspunkt um ein Foto vom kompletten Wasserfall zu schießen. 

Nachdem ich wieder unten bei den Dreien angekommen bin, haben wir erst mal eine Pause gemacht und etwas gegessen. Auch die Hunde haben dort etwas Trockenfutter und einen halben Apfel bekommen.

Der Rückweg

Über den Rückweg gibt es dann nicht mehr viel anderes zu berichten. Noch einmal ging es 1,3 km über Geröll zurück bis wir wohlbehalten auf dem Straßenabschnitt und schließlich am Auto wieder angekommen sind. Natürlich musste Janet den Ben auch auf dem Rückweg wieder über die Hängebrücke tragen, was natürlich für alle anderen Wanderer die dort gerade warteten ein echtes Schauspiel war. Die Wanderung dort ist für ungeübte und mit Hund schon recht anspruchsvoll.

Der Blick von Oben

Da wir ja nun gerade am Vøringfossen waren, sind wir auch noch schnell mal zum Hotel Fossli gefahren. Das Hotel liegt direkt am Berg über dem Wasserfall und von dort hat man daher eine schöne Sicht runter auf die weiße Gischt. Wir waren dort schon einmal im Jahr 2002 und es hat sich einiges verändert. Alles ist auf die Touristen ausgelegt. 2002 konnten wir dort nur über die Felsen bis an den Rand des Abgrundes gehen und den halben Wasserfall ansehen. Wer damals den ganzen Wasserfall sehen wollte, musste schon unten den beschwerlichen Weg nehmen. In der Zwischenzeit wurden dort am Hotel Skywalks am Felsen angebaut, so dass wir jetzt den Wasserfall in voller Schönheit auch von oben bewundern konnten. 

Tag 6 17.08.2019 Folgefonna Gletscher

Für heute war Regen angesagt und das den ganzen Tag, deswegen habe wir uns entschieden mit dem Auto weiter in den Westen des Hardangerfjordes zu fahren. Unser Ziel war der Folgefonna Gletscher, den wir bereits im Jahr 2002 besucht hatten. Der Gletscher diente damals bereits als Sommerskicenter auf dem die norwegische Nationalmannschaft auch im Sommer trainieren konnte.

Über Eidfjord Richtung Norheimsund

Das erste, was uns sehr negativ auffiel war, dass jetzt auch in Eidfjord Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen. Wir haben an diesem Tag dort insgesamt 3 Kreuzfahrer gesehen, 2 auf dem Hinweg und einen auf dem Weg zurück zum Campingplatz. Das gab es 2002 hier noch nicht.

Eine weitere Neuerung für uns war, dass wir jetzt von Eidford aus über eine Brücke über den Hardangerfjord fahren konnten. Die gab es 2002 noch nicht und wir mussten damals also eine Fähre nehmen, um an das andere Ufer und weiter nach Norheimsund zu gelangen. Heute geht es erst durch 2 Tunnel in denen sich jeweils ein Kreisverkehr befindet und dann über die Brücke.

Regen ohne Ende

Der Regen wollte heute tatsächlich nicht aufhören und so fuhren wir durch verschiedene Variationen von Grau am Fjord entlang. Mal konnten wir das ander Ufer sehen, dann wieder haben wir nicht einmal mehr das Wasser im Fjord erkannt. So geht schlechtes Wetter in Norwegen. Unser weg führte uns also von Eidford über die Brücke nach Granvin und weiter am Fjord entlang bis nach Norheimsund. 

In Øystese habe ich noch für Ben eine Zeckenzange besorgt. Der kleine Kerl zieht die Dinger hier in Norwegen magisch an und mit der Zeckenkarte, die wir hier mithaben kann ich nicht umgehen. In der Zoohandlung bediente mich dann auch noch gleich eine Verkäuferin, die aus Hannover stammte. So klein ist die Welt…

In Norheimsund mussten wir noch eine Mütze für Janet kaufen. Sie ist schon mit Problemen an den Ohren losgefahren und dieses ständige hoch und runter in den Bergen hat Ihren Öhrchen auch nicht gut getan. Also gab es noch eine schöne Mütze aus Norheimsund als Andenken und Ohrenschutz. Bei dem Gang vom Auto ins Sportgeschäft sind wir übrigens einmal komplett nass geworden.

Die Fähre

Um in die Region Folgefonna zu gelangen, mussten wir vom Nordufer des Hardanger dann noch eine Fähre von Tørvikbygd rüber nach Jondal nehmen. Endlich etwas, das wir schon von unserem Besuch im Jahr 2002 her kannten. Die Fähre fährt glaube ich im 15 Minuten Takt und braucht auch etwa 15 Minuten von einem Ufer zum anderen. Wir sind daher im Auto sitzen geblieben, denn das Wetter war ja eh ziemlich schei….

In Jondal befindet sich direkt am Fähranleger ein Spar-Supermarkt, in dem Janet zunächst kurz einkaufen war. Ich habe in der Zwischenzeit die Hunde aus dem Auto gelassen und bin mit den beiden ein bisschen im Regen spaziert, damit sie mal pinkeln konnten. 

Hoch zum Folgefonna Gletscher

Vom Fähranleger fährt man kurz nach links und dann gleich wieder rechts in die Richtung der Berge. Die Straße ist zunächst gut ausgebaut, wird aber nach und nach immer steiler und schlechter. Nach 10 km kommt ein Mautstelle bei der man 10 Euro entweder in Kronen oder mit Karte bezahlen muss damit es weiter geht. Ab dem Punkt wird die Straße dann so richtig abenteuerlich und ein Befahren mit Gespann oder großem Wohnmobil ist nicht anzuraten. Wir haben bei dem Wrangler keinen Allrad benötigt, obwohl die Straße teilweise sehrt steil hoch geht. Da der Wrangler standardmäßig Hinterradantrieb hat, schiebt er sich auch so problemlos den Berg hinauf.

Von der Mautstation geht es dann noch einmal 8 km den Berg hoch, bevor wir auf dem großen Parkplatz des Sommerskicenters angekommen sind. Schon 2002 war hier sehr viel los, denn viele Norweger kommen hier zum Skifahren her.

Folgefonna Sommerskicenter in Südnorwegen

Folgefonna Sommerskicenter

Heute war hier eher wenig Betrieb und es war auch niemand dort um Ski zu fahren. Die Lifte schienen auch nicht in Betrieb zu sein. Lediglich ein paar andere Touristen hatten sich auf das Eis vorgewagt. Ansonsten war dort oben alles eine einzige Baustelle. So wie es aussieht wird dort oben gerade ein Hotel gebaut. Naja, wie dem auch sei, die wirklich schönen Ecken dort oben sind nicht direkt am Gletscher sondern befinden sich am Ende der meist kleinen, engen Straßen, die links und recht vom Hauptweg abzweigen. Hier hatten wir bereits 2002 eine kleine grüne Weide gefunden, an der wir den ganzen Tag mit den Kindern zugebracht hatten und die unsere Kinder damals als kleines Paradies bezeichnet haben.

Das kleine Paradies

Auf dem Weg zum Gletscher gibt es immer wieder Wege, die nach links und rechts abbiegen. Diese Wege sind meist nur geschottert, fallen steil ab oder steigen steil an und sind sehr eng, so eng, dass dort oftmals ein Schild angebracht ist, das davor warnt mit dem Auto nicht zu nah an den Hang zu fahren, da man dort sonst auch abstürzen kann.

So sind wir auf dem Rückweg vom Gletscher gleich mal den ersten Weg nach rechts unten abgebogen, denn dort vermuteten wir die Stelle, die wir im Jahr 2002 als unser kleines Paradies bezeichnet hatten. Schon auf dem Weg nach unten konnte ich die kleine Schutzhütte erkennen, die für den Platz so markant war.Der Weg endet an einem kleinen Wendeplatz, den man auch als Parkplatz verwenden kann. Von dort aus muss man noch etwa 300 Meter in Richtung der Schutzhütte wandern.

Tatsächlich hatte sich dieser Ort seit unserem letzten Besuch nicht verändert. Wir waren zwar damals bei strahlendem Sonnenschein dort und  diesmal war es bedeckt und regnerisch, aber alles war noch genauso wie 2002. Ein kleiner Wasserfall sprudelt die Felsen herab und der daraus hervorgehende kleine Bach schlängelt sich durch die Ebene bis er wieder in einen Wasserfall endet und in den größeren See unterhalb der Ebene fällt. 

Das ganze sieht selbst bei grauem Wetter so idyllisch und einladend aus, dass man eigentlich nicht mehr weg will. Nicht umsonst haben unserer Kinder es damals das kleine Paradies getauft.

Über Odda zurück nach Eidfjord

Vom Gletscher zurück bis nach Jondal haben wir noch einmal am Stausee angehalten und sind dann von Jondal aus in Richtung Süden gefahren. Hier geht die Straße durch zwei Tunnelsysteme unter dem gesamten Berg unter durch bis auf die östliche Seite und man kommt in der Nähe von Odda wieder aus dem Berg heraus. Die Norweger sind sowas wie die Zwerge beim Herr der Ringe glaub ich… :-).

Das Wetter klarte jetzt zum Abend hin immer mehr auf und auf unserem Weg von Odda wieder Richtung Eidfjord kam auch immer mal wieder die Sonne raus. Das tolle an Regen in Norwegen ist, dass plötzlich überall von den Bergen Wasser fällt und die Wasserfälle, die sowieso immer da sind wirken noch kraftvoller. Ein fantastisches Naturerlebnis.

Den Abend haben wir dann bei 

Tag 7 18.08.2019 Wandern auf der Hardangervidda

Heute sollte das Wetter wieder schön sein und so haben wir uns entschlossen mal auf der Hardangervidda ein bisschen Wandern zu gehen. Zunächst einmal mussten wir dafür aber oben auf die Hardangervidda fahren. Von unserem Campingplatz aus war die Straße, die da hoch führt nur etwa 2 km entfernt in Øvre Eidfjord.

Die Straße zweigt etwa in der Mitte des Ortes ins Landesinnere ab und ist mit dem Richtungsweiser nach Jølmo ausgeschildert. EWrst geht es durch den Ort, aber man sollte sich nicht zu früh freuen, denn bevor es richtig losgeht steht dort ein Warnschild und verbietet das Durchfahren mit Gespannen und großen Fahrzeugen. Da unser Jeep Wrangler ja ziemlich klein ist, fühlten wir uns nicht angesprochen, außerdem kenne wir die Strecke da hoch ja auch schon von 2002 her.

Über die Serpentinen

Die Straße hoch zum Startpunkt und Parkplatz an der Hardangervidda ist steil, hat sehr enge Harnadelkurven und ist den meisten Teil der Strecke nicht geteert. Allrad ist nicht zwingend erforderlich, erleichtert aber das Fahren.

Auf dem Weg nach oben kommt man an vielen kleineren Wasserfällen vorbei und von der gegenüberliegenden Felswand fällt der Vedalsfossen mit 2 Wasserfällen über 100 Meter ins Tal.

Vedalsfossen auf dem Weg zur Hardangervidda in Südnorwegen

Vedalsfossen auf dem Weg zur Hardangervidda

Auf der Hardangervidda

Als Startpunkt für Wanderungen gibt es 2 Parkplätze, wobei der eine Parkplatz etwa 100 Meter tiefer als der zweite Parkplatz liegt. Wer hoch hinauf will sollte sich also überlegen, ob er die 100 Höhenmeter auch noch wandern will oder vielleicht doch lieber die Serpentinen bis zum zweiten Parkplatz weiterfährt. Wir sind weiter bis ganz oben gefahren. Der Parkplatz ist relativ groß und bietet Platz für etwa 50 Fahrzeuge. Da es Wochenende war, waren auch viele Norweger hier unterwegs und somit war der Parkplatz entsprechend voll. Wir haben uns dann auf einen der anliegenden Felsen mit unserem Fahrzeug gestellt um den Autos mit weniger Bodenfreiheit mehr Platz zu lassen.

Parkplatz an der Hardangervidda in Südnorwegen

Parkplatz auf dem Felsen

Schon vom Parkplatz aus hat man eine fantastische Aussicht auf die umliegende Landschaft.

Aussicht auf die Hardangervidda in Südnorwegen

Aussicht auf die Hardangervidda

Wanderwege

Von dem Parkplatz aus führen verschiedene Wege zu unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten und Schutzhütten auf der Hardangervidda. Von unserem Parkplatz aus führten direkt 2 Stege in die, an dieser Stelle sehr sumpfige, endlose Natur. Wir sind über den Parkplatz bis zu der Hinweistafel gegangen und haben uns erst mal angesehen, welche Möglichkeiten es gibt. Kurze, mittlere (8 – 10 km) oder aber auch mehrtägige Touren können von hier aus gestartet werden. Wir haben uns entschieden über die Brücke einfach mal der Wegmarkierung zu folgen und mal zu sehen wie weit wir kommen.

Der Weg geht zunächst ziemlich steil bergauf und wir als ungeübte Wanderer waren ganz schön am schnaufen. Oben angelangt kommt man an einen Steinhaufen und an einen Wegweiser der zu den einzelnen weiteren Wegen hinführt. Wir sind nur bis zu diesem Wegweiser gegangen und haben dort eine kleine Pause eingelegt. Etwa 45 Minuten waren wir bis dahin unterwegs. Die Hunde waren gut drauf und vor allem Ben hatte immer den Geruch der irgendwo in der Landschaft grasenden Schafe in der Nase. Die Schafe sieht man meistens nicht, hört aber ihre Glocken.  Ansonsten hat man von hier aus einen grandiosen Blick über die Natur.

Aussicht über die Hardangervidda in Südnorwegen

Aussicht über die Hardangervidda von Aussichtspunkt aus

Nach etwa 2 Stunden waren wir wieder am Auto und sind die Serpentinen wieder nach unten gefahren. Wir waren somit recht früh am Tag wieder am Zeltplatz und haben uns zur Belohnung selbstgemachten Kaiserschmarren aus der Pfanne und einen gute Cappuccino gegönnt. Abends gab es dann noch die Reste der Lasagne aus dem Omnia vom Vortag.

Unser Gegenstand des Tages heute ist unser faltbares Solarpanel, das uns ermöglicht hat, 4 Tage ohne Stromanschluß auszukommen und das, obwohl der Campingplatz im Tal liegt und eher wenig Sonne auf den Platz scheint. Wir sind somit schon für eine gewisse Zeit in der Lage autark zu stehen. 

 

Tag 8 19.08.2019 Richtung Süden

Unsere ursprüngliche Planung war es ja, zunächst ganz in den Süden Norwegens zu fahren und dann von dort aus immer weiter Richtung Norden. Leider war das wegen das Wetters im Süden n icht möglich und so sind wir zunächst weiter nördlich gereist. Für die nächsten Tage sollte es hier oben ziemlich schlechtes Wetter geben und somit haben wir uns entschieden unser eigentlich erstes Ziel der Reise nun anzufahren. 

Unser nächstes Ziel sollte somit der Kvåsfossen etwa 30 km nördlich von Lyngdal sein. Morgens um 6:00 Uhr wurden wir dann auch pünktlich mit tropfenden Regen auf unser Zelt geweckt. Wir sind aufgestanden, haben uns schnell fertig gemacht und das Zelt im Nieselregen abgebaut. Dann ging es auf den Weg zurück in Richtung Süden. Über Odda ging es dann südlich vorbei an der Hardangervidda Richtung Hovden. Die Strecke ging über einige Steigungen über verschiedene Fjell-Gebiete. Die ganze Zeit hat es dabei wie aus Eimern gegossen. Erst auf den letzte Kilometern, so ab Evje etwa, hat sich dann auch mal vermehrt die Sonne gezeigt.

Der Campingplatz

Der Kampingplatz auf dem wir die nächsten 3 Tage verbringen wollten heißt Øyna Hytteferie og Camping und liegt direkt an dem Lachsfluss Lygna und auch gleich neben dem Lachscenter am Kvåsfossen. Bei Ankunft habe ich vergeblich nach der Anmeldung gesucht, bis mir einer der Camper dort sagte, dass das über Telefon oder EMail geht. Hinstellen könnten wir uns, wo wir möchten. Also suchten wir uns einen schönen Platz direkt am Fluß, denn das Rauschen der Stromschnellen waren wir ja schon gewöhnt, bauten unser klammes Zelt inklusive Vorzelt auf und richteten uns ein. Es blieb auch zunächst mal trocken, bis dann gegen Abend doch noch der ein oder andere Schauer runter kam.

Die Anmeldung verläuft recht unkompliziert. Ich habe im Internet die EMail-Adresse des Platzes gefunden, dort eine EMail hingeschickt und 5 Minuten später die Antwort erhalten. Die Anmledung erfolgt dann entweder oberhalb des Platzes im Lachscenter oder direkt über die Internetseite des Platzes. Wir haben das dann über das Internet gelöst. Das WLAN des Platzes ist übrigens frei und recht schnell. Der Platz bietet 5 Hütten und etwa 20 – 30 Stellplätze für Zelte, WoMos und Caravans. In den Sanitäranlagen gibt es 2 Toilette, 2 Duschen und 5 Waschbecken jeweils für Männlein und Weiblein getrennt. Diese habe wir übrigens immer Tiptop sauber vorgefunden.

Unser Gegenstand des Tages waren heute unsere Schwibdenwischer, die die gesamte Autofahrt über einen harten Job machen mussten.

Den Abend haben wir dann bei einem Glas Rotwein und einbem Kartoffeltopf mit Hähnchenbrustfilet, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, mit Käse überbacken aus dem Ommia ausklingen lassen.

Tag 9 20.08.2019 Vom Wetter verarscht

Entschuldigt bitte den Kraftausdruck, aber es war wirklich so. In der Nacht begann es mal wieder wie aus Eimern zu regnen. Da wir ja bereits im Regen abgebaut hatten, es gestern Abend auch zeitweise geregnet hatte und jetzt schon wieder schüttete, machte sich langsam ein klammes Gefühl im Zelt bemerkbar. Das Zelt selbst ist 100% dicht und ich muss da der Firma Gordigear noch mal ein großes Lob für die Qualität aussprechen, aber trotzdem kriecht die Feuchtigkeit langsam in das Zelt. Also habe ich das erste mal unsere Zeltheizung aus der Versorgungsbox angeschmissen und mit der 4kW Dieselheizung dass Innere des Zeltes auf temperatur gebracht und somit der Feuchtigkeit entgegengewirkt.

Zeltheizung in der Versorgungsbox in Südnorwegen

Zeltheizung in der Versorgungsbox

Nach kurzer Zeit riss dann der Himmel auf und wir hatten schon geplant heute ein bisschen Wandern zu gehen. Rund um den Kvåsfossen gibt es einige Wanderwege die auch nicht so schwer zu gehen sind wie das was wir in der Hardangervidda gelaufen sind.

Leider waren die sonnigen Abschnitte den Tag immer  nur sehr kurz und wurden immer wieder durch Phasen abgelöst in denen es sehr stark regnete. Nicht nur so ein bisschen Regen, sondern echt richtig heftig. Also etwa alle 30 Minuten wechselten sich den Tag Sonne und Regen ab und so haben wir es dann  aufgegeben irgendwelche Aktivitäten für den Tag zu planen. Janet hat sich ins kuschelige Zelt zurückgezogen und Buch gelesen und ich habe die Zeit genutzt und den Blog weiter geschrieben.

Einkaufen in Lyngdal

Am Nachmittag haben wir uns dann doch noch aufgerafft und sind mal bis nach Lyngdal gefahren um ein bisschen was zu Essen einzukaufen. Unglaublich, aber in Lyngdal, das ja direkt am Fjord liegt, waren die Straßen und die Wiesen so trocken als hätte es dort seit Tagen nicht geregnet. So hatten wir wohl einen der etwas regenreicheren Abschnitte im Süden für unseren Zeltplatz ausgesucht.

Heute gabe es gefüllte Blätterteigtaschen mit Hack, Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln aus dem Omnia.

Der Gegenstand des Tages war heute definitiv unsere Zeltheizung, mit der wir trotz Regen unser Bettzeug und das Innere des Zeltes trocken gehalten haben.

Tag 10 21.08.2019 Lindesnes Fyr

Morgens sind wir wach geworden und es waren 8°C. Das ist schon recht frisch und so habe ich noch vor dem Aufstehen von Innen über die Fernbedienung die Zeltheizung wieder in Betrieb genommen. Nach kurzer Zeit war es schon schön warm im Zelt und das Aufstehen fällt dann nicht ganz so schwer.

Schönes Wetter war angesagt und so wollten wir uns heute dann endlich Lindesnes Fyr ansehen, den südlichsten Leuchtturm Norwegens. Nach dem Frühstück ging es also über Lyngdal und Lindesnes Stadt über einen Umweg zum Leuchtturm. Vorher haben wir noch beim Bäcker angehalten um uns unsere tägliche Portion Wiener Bröd zu holen.

Touristisch erschlossen

Wir waren das letzte mal im Jahr 2001 am Leuchtturm von Lindesnes. Damals waren wir im September dort und waren so ziemlich die einzigen Besucher auf dem Areal des Leuchtturms. Das hat sich deutlich geändert, denn dieses mal war der kleine Küstenabschnitt in unseren Augen schon fast überlaufen.

Eigentlich hatten wir vor, uns mit einer Picknickdecke irgendwo auf den Felsen nieder zu lassen und unseren Kuchen zu essen, aber bereits bei der Anfahrt auf den Parkplatz haben wir das schnell wieder aufgegeben. So viele Autos standen damals hier nicht rum.

Wie dem auch sei, zumindest wollten wir noch mal hoch zum Leuchtturm und schauen ob noch alles so aussieht wie 2001 und das tut es auch.  

Die Entscheidung

Eigentlich wollten wir ja hier in Norwegen viel mehr Fisch essen. Noch dazu sollte der ja frisch sein. Tatsächlich ist es aber so, dass es hier nur sehr wenige reine Fischgeschäfte gibt. Der Norweger geht dann schon eher selber angeln. In der Nähe von Lindesnes gibt es den Ort Bali und dort sollte es auch ein Fischgeschäft geben. Also sind wir auf dem Weg zurück zum Campingplatz mal eben in Bali vorbeigefahren um dann festzustellen, dass das Geschäft Mittwochs leider geschlossen hat. Somit gab es dann doch nur Lachsfilet aus dem Supermarkt. Schmeckte aber auch ganz lecker.

Für die nächsten beiden Tage war das Wetter hier und in weiten Teilen Norwegens mit Dauerregen vorhergesagt. In Deutschland sollte es dagegen die gesamte nächste Woche noch einmal über 30°C warm sein. Wir mussten also entscheiden, wollten wir 2 Tage ausharren um dann eventuell noch mal ein paar schöne Tage am Lysefjord zu verbringen oder wollten wir doch lieber von hier aus den Heimweg antreten und noch ein paar schöne Tage im Garten genießen. Wir haben uns schließlich für zu Hause entschieden und wollten daher morgen die Rückfahrt über Schweden starten.

Da das Wetter heute Abend noch gut war, habe ich die Chance genutzt und bin mal mit der Drohne in der Schlucht am Kvåsfossen geflogen. Das Video verlinke ich bei Gelegenheit hier.

Zum Abendessen gab es gebackenes Lachsfilet mit Tomaten (aus dem Omnia) mit gebratenem Knoblauchreis und Salat.

Unser Gegenstand des Tages ist das Wiener Brød, das wir uns jeden Tag gegönnt haben. Das ist übrigens ein Stück Plunderkuchen mit Vanillepudding. Echt lecker.

 

Tag 11 22.08.2019 Zurück Richtung Schweden

Wie so häufig, begann der heutige Tag mit Regen. Ab 5 Uhr habe ich die Zeltheizung laufen lassen um das Innere des Zeltes von der aufkomenden Feuchtigkeit zu befreien. Aber eingepackt haben wir das Zelt dann doch im Regen. Nun gut, dass sind wir ja fast schon gewöhnt…

Um etwa 7:00 Uhr ging es dann über die Berge in Richtung Kristiansand und von dort aus weiter, immer an der Küste entlang bis nach Horten. Von dort haben wir wieder die Fähre nach Moss genommen und brauchten somit nicht durch Oslo fahren. Während die Fähre auf der Hinfahrt sonnig und ruhig war, war es jetzt auf der Rückfahrt regnerisch, windig und die Fähre schaukelte ganz schön auf dem Oslofjord. Wir haben uns an Bord jeder einen Milchkaffee und norwegische Hotdogs gegönnt, damit unser Magen auch was zu tun hat.

Auf der ganzen Fahrt durch Norwegen hatten wir Regen und somit hat sich unsere Entscheidung, den Rückweg anzutreten als richtig erwiesen. Ich hatte uns einen Campingplatz etwas südlich von Göteburg rausgesucht, auf dem wir die Nacht in einer Hütte verbringen wollten. Während der Fahrt haben wir dann aber entschieden, dass wir doch noch etwas weiter fahren wollten, damit die Etappe am morgigen Tag nicht so lang wird. Im Endeffekt sind wir dann um kurz vor 21:00 Uhr in Malmö mal wieder auf dem First Camp Sibbarp-Malmö angekommen und haben uns für satte 1250 SKr eine Hütte genommen. Man gönnt sich ja sonst nix.

Abends gab es dann auch nur eine Stulle zu essen und wir haben mal wieder unsere beiden norwegischen Frustbiere getrunken. 

Einen Gegenstand des Tages haben wir heute leider nicht gekürt

Tag 12 23.08.2019 Ab nach Hause

Heute ging es früh um 7:00 Uhr weiter über die Öresundbrücke und dann mit der Fähre von Rödby nach Puttgarden bis nach Hause. Viel zu berichten gibt es nicht, ausser, dass wir noch bei einem dänsichen Bäcker angehalten haben und 2 Dagmartstarten für zu Hause mitgenommen haben. Die Kinder haben sich darüber dann sehr gefreut.