Reisetagebuch Norwegen im Mai 2022

von | Reisetagebücher | 2 Kommentare

Zeltanhänger Vorbereiten

So wie unsere Norwegenreise im August 2018 sollte es auch diesmal natürlich mit unserem Zeltanhänger nach Norwegen gehen. Da es in Norwegen im Mai, je nach Höhe (weiter nördlich oder südlich) doch noch etwas kalt werden kann, habe ich unserem Anhängerzelt noch eine kleine Modifikation zukommen lassen. Irgendwie bin ich ja ein Weichei und so kommt es immer wieder vor, dass ich bei niedrigen Außentemperaturen (also so unter +10°C) auf dem Anhängerbett nachts anfange zu frieren. Das Bett liegt ja oben auf dem Anhänger und unter der 10 cm dicken Schaumstoffmatratze und dem Froli Bettsystem ist nur eine Holzplatte.

So kommt es immer wieder vor, dass ich meine die Kälte zieht von unten durch die Matratze in das Bett und ich fange an zu frieren. Janet sagt zwar, sie hätte damit keine Probleme, aber ich wollte einfach etwas mehr Isolation nach unten. Ich hatte noch so alte 10mm dicke Gymnastikmatten, solche die wie bei einem Puzzel zusammengesetzt werden. Die habe ich zurechtgeschnitten und mit beidseitigem Klebeband auf die Holzplatte und den Gepäckluken geklebt. Das sollte nun für soviel Isolation sorgen, dass auch ich nicht mehr friere.

Der Rest an Vorbereitung ist ja schnell erklärt. Küchenblock in den Anhänger bauen, Alukisten mit Vorzelt und Elektrokrams in den Anhänger packen, Versorgungsbox auf die Deichsel Montieren und Anhängerzelt von der Garagendeck runterlassen und auf dem Anhänger befestigen. Das alles dauert höchstens einen halben Tag, entsprechend spät habe ich damit angefangen, was sich später noch rächen sollte….

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Erster Versuch

Pünktlich am 02. Mai sollte es losgehen. Morgens haben wir aber zunächst Marenus verabschiedet, der sich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Portugal gemacht hat. Nach einem tränenreichen Abschied haben wir die letzten Sachen gepackt und sind erst gegen 12:00 Uhr mittags losgekommen. Das erste Ziel war die Insel Møn in Dänemark. Über Puttgarden ging es mit der Fähre nach Rødby und von dort weiter zum Møn Strand Camping.

Bereits am Wochende hatte Janet Probleme mit Ihrer rechten Schulter. Am Montag Morgen waren die Schmerzen dann doch so stark, dass ohne sie die Schulter nicht mehr ohne Schmerzmittel bewegen konnte. Trotzdem haben wir entschieden loszufahren und die ein oder andere Ibuprofen Pille und viel Ruhe sollte das Problem wohl lösen.

Nun ist das Reisen mit Anhängerzelt nicht die allerruhigste Art zu reisen und so wurden die Schmerzen bereits am ersten Tag heftiger anstatt besser. Am nächsten Morgen, also dem 3. Mai konnte Janet den Arm gar nicht mehr bewegen und unter Tränen entschieden wir uns dazu die Reise abzubrechen und wieder nach Hause zurückzufahren. Also alles wieder einpacken und ab mit der nächsten Fähre nach Hause.

Unser Video zum 1. Versuch gibt es auch auf YouTube:

Die wundersame Heilung

Wieder zu Hause ist Janet zunächst zum Arzt und hat sich Krank schreiben lassen und einen Termin für ein MRT gemacht. Eine Bekannte von uns ist Orthopädin und dadurch konnte Janet dort noch kurzfristig einen Termin bekommen. Die hat sich die Schulter angesehen und haarscharf geschlossen, dass es sich dabei nicht um ein Problem mit der Schulter, sondern um den Nacken handelt. Bei 2 Behandlungen hat sie dann Janets Schulter wieder fit gemacht, so dass Schulter und Nacken laut Janet wieder zu 95% einsatzfähig waren.

Nun musste Janet nur noch mit ihrem Arbeitgeber klären, dass sie ja nun nicht mehr krank war. Das war dann auch kein Problem und so konnten wir die Reise nach Norwegen im Mai doch noch, wenn auch verspätet starten.

Wozu so eine Verzögerung dann doch noch gut sein kann, zeigte sich erst später. Wie sich sich beim neu einpacken herausstellte, hatte ich beim ersten mal diverse Sachen vergessen, ohne die die Reise ziemlich in die Hose gegangen wäre. Als erstes hatte ich das Netzteil für den Laptop vergessen, das steckte noch oben in meinem Büro in der Steckdose. Besonders problematisch war, dass ich auch das Bedienteil für unsere Dieselheizung vergessen hatte, ohne das ein einschalten der Zeltheizung nicht möglich gewesen wäre. Es waren dann noch ein paar Dinge, die wir beim ersten Mal vergessen hatten und ohne die die Reise sicherlich etwas beschwerlicher geworden wäre.

Etappe 1 Die dänische Ostseeinsel Møn

Wie beim ersten Versuch ging es auch beim 2. Versuch als erstes auf die Insel Møn. Schon seit einigen Jahren sprechen wir immer wieder darüber, dass wir uns die Kreidefelsen auf Møn, die Møns Klint ansehen wollen. Am 09. Mai ging es nun los, wieder über Puttgarden mit der Fähre nach Rødby. Bei unserer ersten Anreise hatten wir ein Kombiticket für die Fähre und die Öresundbrücke nach Schweden gekauft. Wir hatten etwas bedenken, dass das Ticket für die Brücke nicht mehr gültig sein könnte. Ich hatte daher bereits Tage vorher bei Stena Line angerufen und mich schlau gemacht. Das Ticket wäre bis Ende August gültig, also alles kein Problem.

Mit der Fähre nach Dänemark

Mit der Fähre nach Dänemark

Für unseren Bericht zu den Kreidefelsen auf der Insel Møn und dem schönen Campingplatz Møns Strand Camping gibt es einen eigenen Bericht und den findet Ihr unter folgendem Link:

Insel Møn und Kreidefelsen Møns Klint in der dänischen Ostsee
Insel Møn und Kreidefelsen Møns Klint

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11.05.2022 In Richtung Schweden

Nachdem wir uns die schönen Kreidefelsen angesehen hatten und ich die anstrengende Wanderung da runter und rauf noch gar nicht wieder verdaut hatte, ging es auch schon weiter in Richtung Schweden. Wir reisen seit Jahren über die Vogelflug-Route, also Puttgarden – Rødby und dann die Öresundbrücke. Also ging es auch diesmal weg von Møn Richtung Norden an Kopenhagen vorbei über die Brücke nach Malmö. Auch wie immer meinte Janet, wir müssten doch endlich mal bei der Polizeistation in Malmö anhalten und nach der Kommissarin Saga Norén fragen. Das ist so ein Insider für alle Schweden-Krimi-Liebhaber….

Unser nächster Campingplatz sollte auf der Insel Vindön liegen. Dieses kleine Eiland liegt westlich der Stadt Uddevalla vor dem schwedischen Festland. Die gesamte Gegend dort ist mit kleineren Fjorden durchzogen und ich versprach mir eine schöne Kajaktour auf den Gewässern, während Janet den Tag genießt und auf die Hunde aufpasst.

Bei unserer Abreise aus Møn konnten wir das Zelt noch trocken abbauen, aber kaum dass wir in Schweden waren, fing es wie aus Kübeln an zu Regnen. Gerade Göteborg, wo wir über die Stadtautobahn durch mussten, ist dann nicht so schön zu fahren. Aber was soll es, wie immer hatte die Etappe Janet gewonnen und souverän gemeistert.

Bevor es aber zu dem Campingplatz ging, sind wir erst in Uddevalla zum Tierarzt gefahren. Bei unserem 1. Reiseversuch vor einer Woche waren wir den Montag, ein paar Stunden bevor wir losgefahren sind bei unserem Tierarzt zu Hause, um den beiden Fellnasen die für Norwegen nötige Wurmkur zu verabreichen. Diesmal sind wir aber Montag so früh los, dass wir bei unserem Tierarzt keinen Termin bekommen haben. Also musste das Ganze in Schweden stattfinden. Was es mit dieser Wurmkur auf sich hat kannst Du im Blogartikel Norwegen mit Hund nachlesen.

Bea beim schwedischen Tierarzt

Bea beim schwedischen Tierarzt

Als wir den Tierarzt wieder verlassen hatten, hörte der Regen auf und die Sonne kam sogar noch durch die Wolkendecke hindurch. Wir hatten also den Regentag für die Autofahrt gut genutzt. So konnten wir unser Zelt auch wieder im Trockenen aufbauen. Das ist immer sehr angenehm.

Der Campingplatz Vindön Camping og Marina liegt, wie der Name bereits andeutet, an einem Hafen und somit direkt am Meer. Für die nächsten 2 Tage war kräftiger Wind angesagt und auch wenn das Zelt mit Wind keine Probleme hat, flattern die Wände schon immer hin und her und es ist halt angenehmer, wenn das Zelt etwas im Windschatten steht. Es schlafen dann alle ruhiger. Der Campingplatz steht auch genau an einer Anhöhe mit Bäumen, die für unser Zelt den nötigen Windschutz nach Westen hin geben sollte. Das hat tatsächlich sehr gut funktioniert. Nach dem Aufbau des Zeltes gab es dann natürlich wie immer erst mal einen Cappuccino und ein bisschen schwedischen Kuchen…

Cappuccino nach dem Zeltaufbau

Cappuccino nach dem Zeltaufbau

 

 

12.05.2022 Vindön Camping und die erste Paddeltour

Weiterhin herrschte heftiger Wind in Schweden aber durch unseren geschickt gewählten Standpunkt war die Nacht trotzdem relativ ruhig. Alle 3 – 4 Tage gönnen wir unseren Hunden und ganz besonders unserem Bordercollie Ben einen Tag Fahrpause. Das Autofahren ist nicht so seine Lieblingsbeschäftigung. Also sollte heute ein Tag Ruhe sein. Janet wollte lesen und ich bin ein bisschen paddeln gehen.

Das erste mal mit dem neuen Kajak, dass ich selbst in Schweden gebaut hatte, auf dem Fjord. Es war sehr windig und daher waren trotz des geschützten Gewässers schon recht gute Wellen da. Und ich muss sagen, es ist schon ein großer Unterschied bei Wellen auf dem Steinhuder Meer oder auf dem offenen Fjord zu paddeln. Auch wenn die Wellen nicht besonders hoch waren, war der Wind sehr böig und jede Böe drückt den Paddler in eine Richtung und ein Ausgleichen durch kippen des Kajaks ist nötig. Kippt man zu viel und die Böe ist plötzlich weg wird es brenzlig.

So war ich lediglich etwa 30 Minuten auf dem Fjord. ich denke es ist eine recht lange Gewöhnungsphase notwendig um das ungute Gefühl, dass da draußen immer mit paddelt abzulegen.

Paddeln am Vindöns Camping og Marina

Paddeln am Vindöns Camping og Marina

Der Campingplatz selbst ist schön an dem Hafen angelegt. Es gibt dort viele Dauercamper, die Ihren Wohnwagen im Vorbau und Garten versehen haben und so aus dem Campingfahrzeug ein kleines Ferienhaus gemacht haben. Die sanitären Anlagen sind etwas in die Jahre gekommen und befinden sich unten am Hafen. Neue Sanitäranlagen sind in Bau, waren aber leider noch nicht offen. Für Paddler und Bootfahrer ist der Platz aber wirklich empfehlenswert. Der Platz bietet nicht viele Stellplätze im Schatten und den einzigen Platz im Windschatten hatten wir ergattert. Ein älterer norwegischer WoMo Besitzer klagte uns dann auch sein Leid, weil er versucht hatte tags zuvor seinen Pavillion aufzubauen und der Wind das Vorhaben zunichte gemacht hat.

Hafen beim Vindöns Camping og Marina

Hafen beim Vindöns Camping og Marina

Wir haben uns die beiden Nächte dort sehr wohl gefühlt und hatten morgens bis früh nachmittags die Sonne im Vorzelt. Mehr Infos zu Vindöns Camping og Marine findest Du unter dem folgenden Link: https://vindonscamping.se/en/

Mit Zeltanhänger auf Vindöns Camping og Marina

Mit Zeltanhänger auf Vindöns Camping og Marina

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13.05.2022 Endlich in Norwegen im Mai

Früh ging es los, weiter in Richtung Norden. Gefrühstückt haben wir nicht mehr auf dem Campingplatz, dafür haben wir aber einen super Supermarkt gefunden, ähnlich wie diese Billig Angebot Märkte Jawoll, aber noch viel größer und mit allem bestückt was irgendwie verkauft werden kann. Dort wollten wir Brötchen fürs Frühstück und Kuchen für den Nachmittag einkaufen. Irgendwie waren wir um 8:30 aber für die Mitarbeiter wohl noch etwas früh dran, denn an den Regalen der Backwaren war man noch gemütlich am einsortieren der Waren. Inklusive Zeit für den Klönschnack mit den Kollegen. Nun, wir waren ja nicht in Eile und haben also erst mal alles andere in den Einkaufswagen gepackt bis dann endlich die ersten Brötchen in den Regalen lagen….

Für das wohlverdiente Frühstück wählen wir dann einen der vielen schönen Rastplätze neben der schwedischen Autobahn E6. Und wie der Zufall es wollte, war der Rastplatz, den wir dieses Mal gewählt hatten, der selbe, den wir auch im August 2019 bei unserem Roadtrip durch Norwegen angefahren haben. Wirklich nicht beabsichtigt, komplett zufällig. Der hatte uns damals schon gut gefallen, da dort ein Weg in die Natur und zu einem größeren See führt. Prima für einen kleinen Spaziergang mit den Hunden geeignet. Ich denke da hat meine kleine Hexe wieder mal ihre Finger im Spiel gehabt.

Rastplatz in Schweden

Rastplatz in Schweden

Von Schweden aus geht es über die Grenze und wie immer erst mal zum Zoll, um die Pässe der Hunde mit der eingetragenen Wurmkur vorzuzeigen. Standard, nachdem wir ja nun wissen welchen Knopf wir zu drücken haben um direkt an den Schalter zu kommen…. (Siehe Norwegen mit Hund).

Um nicht durch Oslo fahren zu müssen nehmen wir die Fähren von Moss in Norwegen, nach Horten auf der anderen Seite des Oslofjordes. Von dort aus sollte es weiter in Richtung Süden gehen, immer Richtung Kristiansand. Unser erstes Ziel lag in der Gegend um Kragerø, also nicht sehr weit vom Oslofjord entfernt. Wie Schweden, so empfing uns auch Norwegen im Mai mit Regen. Schon auf der Fähre ging es los und hörte dann auch nicht mehr auf.

Fähre von Moss nach Horten

Fähre von Moss nach Horten

Die erste Station hätten wir bereits nach kurzer Zeit erreicht und Janet fragte zu Recht ob es sinnvoll sei das Zelt im Regen aufzubauen und noch den ganzen Tag dann im Vorzelt im Regen zu sitzen. Warum also nicht diese erste Station auslassen und weiter nach Süden fahren. Gedacht, getan und so haben wir die erste Station ausgelassen und sind bis ganz in den Süden Norwegens weitergefahren, nach Farsund, ganz in der Nähe von Lindesnes, dem südlichsten Punkt Norwegens. Hier sind wir dann auf dem Lomsesanden Camping Platz gelandet, der einige sehr interessante Dinge bereit hält.

 

Farsund im Süden Norwegens bietet mehr als Du denkst. Für alle die nicht bis in den Norden reisen wollen und doch ein Stück Norwegen erleben wollen zeigen wir Dir hier die schönsten Gegenden des Südens.

Lista Fyr bei Farsund

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16.05.2022 Von Farsund zum Frafjord

Auch wenn uns der Campingplatz Lomsesanden sehr gut gefallen hat und ich gerne bei ruhigerem Wetter die Stracke bis Lindesnes gepaddelt wäre, sollte es heute weiter gehen. Unser nächstes Ziel lag in der Verlängerung des Lysefjordes, am Ende des Frafjordes, in der gleichnamigen kleinen Stadt. Norwegen im Mai zeigte sich von seiner schönen Seite und so fuhren wir hauptsächlich bei Sonnenschein weiter in Richtung Norden.

2 Routen standen bei dieser Fahrt zur Auswahl. Die erste Route hätte durchs Landesinnere über die E39 geführt. Ein gerade breite Strecke, die auch der gesamte Fernverkehr von Kristiansand nach Stavanger nimmt. da die gesamte Streck von Farsund bis Frafjord nicht besonders lang ist, haben wir uns entschieden, einen kleinen Umweg zu fahren und dem Nordseeweg auf der Fv44 und der Fv33 bis nach Egersund zu folgen. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Während es auf der Fv44 noch ganz normal 2-spurig voran ging und wir an dem ein oder anderen touristische Aussichtspunkt anhalten konnten, änderte sich das Bild schlagartig, als wir auf die Fv33 eingebogen sind.

Aussichtspunkt am Fv44 auf den Jøssingfjord

Aussichtspunkt am Fv44 auf den Jøssingfjord

Straßenbreite der Fv44

Straßenbreite der Fv44

Der Nordseeweg führt offiziell von Kristiansand bis Bergen. Dabei ist es möglich einfach der Hauptstraße, der E39 zu folgen, oder immer mal wieder auf die kleineren Straßen entlang des Meeres auszuweichen und so noch schönere Landschaften zu erkunden. Die Fv33 schlängelt sich so an der Nordsee entlang, an steilen Felsüberhängen vorbei und durch wunderhübsche kleine Fischerdörfer mit ihren typischen bunten Holzhäusern. Eine Fahrt, die allerdings mit größeren Fahrzeugen schon etwas abenteuerlich werden kann. Die meiste Zeit fahren wir über eine 1 – 1 1/2 spurige Straße an der sich immer wieder Ausweichbuchten befinden, sollten sich doch mal zwei größere Fahrzeuge entgegenkommen.

Etwas enger wird die Straße auf dem Fv33

Etwas enger wird die Straße auf dem Fv33

Da dieser Weg wirklich schön ist, bette ich hier mal die Strecke auf Google Maps ein:

Nach dem kurzen Abstecher auf den Fv33 geht es wieder zurück auf den Fv44. Hier wartet kurz vor Egersund noch ein besonderer Rastplatz auf uns. Wir wollen sowieso Pause machen und stoßen so mehr zufälig auf die Besonderheit dieses Platzes. Der Rastplatz befindet sich auf Höhe eines amphidromischen Punktes. Das heißt, vor der Küste heben sich hier die Gezeitenhübe auf und der Tidenhub ist somit 0. Also anders ausgedrückt, es gibt keine Ebbe und Flut.

Amphidromic Point

Amphidromic Point

Trotz des kleinen Umweges ist unsere heutige Strecke relativ kurz und nach etwa 4 Stunden Fahrzeit erreichen wir beriets um die Mittagszeit unseren neuen Campingplatz direkt am Ende des Frafjordes im gleichnamigen Städtchen. Wir sind früh dort und können daher den schönsten Platz mit Blick auf den Fjord ergattern und bauen dort auch gleich unser Zelt auf.

Frafjord ist ein schönes Fleckchen Erde und der Campingplatz bietet ein Wahnsinns Panorama. Leider ist der Platz kein Geheimtip mehr und schneidet in unserem Campingplatz-Ranking auch eher schlecht ab. Warum lest Ihr in unserem Blogpost zum Frafjord

Frafjord Camping mit Blick auf den Fjord

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18.05.2022 Richtung Hardangerfjord

Der Frafjord verabschiedet uns mit einer sehr stürmischen Nacht. Die Zeltplane schlägt hin und her und das Zeltgestänge knirscht so einige Male diese Nacht. Zum Glück haben wir das Vorzelt. wie üblich bereits den Abend vorher abgebaut, sonst wäre die Nacht sicher noch unruhiger geworden. So haben wir alle zwar relativ schlecht geschlasfen, aber das Zelt stand am Morgen noch.

Das Abbauen geht bei Janet und mir bereits Hand in Hand und nach kurzer Zeit liegt das Zelt zusammengefaltet auf dem Anhänger. Von hier aus soll es heute erst einmal in Richtung Stavanger gehen und von dort folgen wir erste der E134 und dann der 13 in Richtung Odda am südlichsten Zipfel des Hardangerfjordes. Odda kennen wir bereits, hier waren wir 2019 bei unserer Norwegenreise im August das letzte Mal. Wir wollen am östlichen Fjordufer entlang weiter Richtung Eidfjord und wissen jetzt schon, dass das eine etwas längere Etappe wird.

Fähre bei Stavanger

Fähre bei Stavanger

Die 13 in Richtung Eidfjord

Zwischen Odda und Kinsarvik macht die 13 ihrer Nummer alle Ehre. Teilweise gerade einmal einspurig schlängelt sich die schmale Straße am Fjord entlang. An einigen Stellen wird hier zudem gebaut und somit erhöht sich Fahrzeit noch einmal. In Schlangen warten die Fahrzeuge vor der Baustelle, bis ein Leitfahrzeug der Baustelle die gesamte Kolonne durch die Baustelle und einige Tunnel geleitet. Dazu kommt noch die ein oder andere Ampel, die besonders enge Stellen der Straße kontrolliert. Trotzdem kommen uns immer wieder LKWs auf der schmalen Straße entgegen.

Wie so häufig hat Janet diesen tollen Abschnitt der Tagesetappe gewonnen und muss sogar einmal mit unserem Anhänger zurücksetzen um in eine der Ausweichbuchten zu fahren. Wir sind beide sehr überrascht wie souverän sie das macht. Das Hightlight ist dann aber doch noch der LKW mit Überbreite, der uns auf diesem Abschnitt entgegenkommt. Teilweise passt das gerade so auf den Millimeter mit den Fahrzeugen nebeneinander. Wer aber glaubt, die Norweger würden auf diesem Abschnitt langsam und vorsichtig fahren, der irrt gewaltig. Die Schilder erlauben 80 km/h also muss das auch gefahren werden, auch wenn dabei die ein oder andere Kurve geschnitten werden muss.

LKW mit Überbreite auf der 13

LKW mit Überbreite auf der 13

Das diese Straße nicht das Schlimmste ist was auf unserer Reise wartet werden wir erst zum Ende der Reise hin erfahren müssen. Seid gespannt.

Die Region um den Hardangerfjord hält einige Sehenswürdigkeiten bereit. Das ist aber längst nicht alles, was diese wunderschöne Region zu bieten hat.

Apfelblüte am Hardangerfjord

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21.05.2022 Weiter Richtung Sognefjord

So nun ist das passiert, was eigentlich niemals passieren soll. Alle Bilder und Videos vom 21.05. sind weg. Wie konnte das passieren? Ich habe für meine Filmkamera nur eine SD-Karte dabei gehabt. Mein Ziel war es, den Tag über die Filme aufzunehmen und abends jeweils auf den Laptop, bzw. die externe Festplatte zu überspielen. Alte Videos wollte ich dann wenn der Speicher knapp wird einfach auf der SD-Karte löschen. Ein guter Vorsatz, der aber meist nicht funktioniert, weil halt immer abends irgendwas dazwischen kommt. Hunde, Essen, Sonnenuntergang, was auch immer. So ist das wohl auch hier gewesen.

Jedenfalls habe ich zwar einen Ordner für die Videos des 21.05. angelegt, aber die Videos sind da nicht drin. Und dann wurde der Speicher auf der SD-Karte knapp und zack, da waren die Videos weg. Sehr ärgerlich, auch wenn der Tag sowieso eher verregnet war und die Strecke nicht so aufregend gewesen ist. Nun was soll es, dann muss ich halt nur erzählen was den Tag passiert ist.

Den Sæbø Campinplatz haben wir wie üblich relativ früh morgens zwischen 8:00 und 9:00 Uhr verlassen. Die Strecke geht zunächst über die 7 bis zu unserem Lieblingstunnel dem Butunnelen (süßer Name) in dem sich ja ein Kreisverkehr befindet. Wir sind immer wieder erstaunt, was die Norweger so alles in die Tunnelsysteme einbauen.

Butunnelen mit Kreisverkehr

Butunnelen mit Kreisverkehr

Diesmal ging es für uns in Richtung Bergen weiter und so durften wir auch gleich nach dem Tunnel die Brücke über den Hardangerfjord nehmen. Allein dieser kurze Streckenabschnitt ist wirklich sehr cool, auch wenn er eigentlich nur durch Tunnel führt.

Von der 7 geht es dann irgendwann auf die 13 und diese führt uns direkt auf die E16 hoch über Flåm bis Kaupanger. Wie immer machen wir unseren ersten Halt um zu Frühstücken. Den haben wir dieses mal in der Nähe des Money Drop Waterfalls bei Voss gemacht (der Wasserfall heißt echt so). Also auf einem Rastplatz gleich gegenüber des Wasserfalls. Wenn Ihr da Bilder braucht, einfach bei Google mal Money Drop Waterfall eingeben. Der Fluß, zu dem der Wasserfall gehört ist übrigens der Strandaelvi. Hab ich jetzt mal alles bei Google Maps rekonstruiert, auch damit wir uns in ein paar Jahren da auch noch dran erinnern

Die Strecke hoch zum Sognefjord verläuft ab Gudvangen dann fast ausschließlich durch Tunnel. Der Gudvangatunnelen macht den Anfang und ist schon mal 11,5 Kilometer lang. Bis zum Jahr 2000 war er der längste Tunnel Norwegens. Danach kommt fast sofort ein weiterer Tunnel, der Flenjatunnelen mit 5 Kilometern. Der kommt fast direkt in Flam raus. Dann kommt der Fretheimtunnelen mit 1,4 Kilometern und der Onstad Tunnelen mit 670 Metern eigentlich eher ein Witz. Danach kommt dann der eigentliche Hammer, der Lærdalstunnelen mit sage und schreibe 24,5 Kilometern auch der längste Straßentunnel der Welt. Glückwunsch liebe Norweger.

Zum Schluß geht es dann noch in den Fodnestunnelen mit 6.6 Kilometern, so dass am Ende auf einer Fahrstrecke von 68 Kilometern knapp 50 Kilometer in Tunneln zurückgelegt werden. Das ist echt krass.

Die eigentliche Fahrstrecke war mit 3 – 4 Stunden den Tag eher überschaubar. Nach den Tunneln kam dann noch die Fähre nach Kaupanger, auf der wir eine Gruppe italienischer Motorradfahrer getroffen haben, die sich shr für unser Gespann interessiert haben. Das Gespräch verlief ehr mit Händen und Füßen, da die Gruppe zwar fließend italienisch sprach aber wir ja leider nur deutsch und englisch können. Naja, wir haben zumindest herausgefunden, dass sie in Richtung Nordkap unterwegs waren.

Unser Ziel den Tag war der Viki Camping am Lustrafjord, einem „kleinen“ Seitenarm und auch das Ende des Sognefjords. Dort sind wir dann nach dem obligatorischen Einkaufen bereits am frühen Nachmittag eingetroffen und hatten wieder freie Platzwahl.

Der Lustrafjord ist das Ende des Sognefjordes und das Tor in Richtung Jotunheimen, dem Reich der Riesen. Eine beeindruckende Landschaft und ein eigentlich sehr schöner und kleiner Campingplatz, wenn da nicht immer das Thema mit den Sanitäranlagen wäre… 

Feigumfossen durchs Tele fotografiert

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24.05.2022 Aufbruch Richtung Molde

Früh am Morgen sollte es nun weiter gehen Richtung Norden. Ziel war heute der auf dieser Reise nördlichste geplante Punkt in der Nähe von Molde. Unser Campingplatz war der Fagervik Campingplatz am Tresfjord, einem kleinen Fjordzipfel genau gegenüber der Stadt Molde.

Am Tag vorher hatte es angefangen zu Regnen, so dass wir unseren Ausflug in Richtung Jotunheimen schon im grauen Wetter machen mussten. Und der Regen hörte nicht auf. Die ganze Nacht hat es geregnet und so mussten wir, zum ersten mal auf dieser Reise, unser Zelt am Morgen im Nassen abbauen. Glücklicherweise haben wir auch dafür einen gute Taktik, so dass wir beim Abbauen nur ganz zum Schluß im Regen stehen müssen. Aber dafür ist das ja Norwegen, da regnet es halt mal.

Lustrafjord im Regen

Lustrafjord im Regen

Unser Weg an dem Tag führte recht unspektakulär immer entlang der E39 bis kurz vor Ålesund. Kurz vor Ålesund biegen wir aber nach Osten ab und fahren in Richtung Sjøholt und Vestnes, von wo auch die Fähre Richtung Molde ausläuft. Die nehmen wir heute allerdings nicht sondern fahren am westlichen Ufer des Tresfojords bis an sein Ende und am östlichen Ufer wieder zurück bis zum Fagervik Camping, den nördlichsten Campingplatz unserer Reise. 

 

Der Tresfjord liegt südlich von Molde auf der anderen Fjordseite. Er bietet ein wunderschönes Bergpanorama, einen super Campingplatz und liegt auch noch zentral zwischen einer ganzen Reihe von Sehenswürdigkeite. Also nix wie hin.

Stellplatz auf dem Fagervik Camping

27.05.2022 Erst zum Geiranger und dann weiter ans Meer

Nach zwei Tagen auf dem sehr schönen und angenehmen Fagervik Camping sollte es heute zurück in Richtung Süden gehen. Den nördlichsten Punkt unserer Reise hatten wir erreicht und auf unserem Weg zurück in Ruchtung heimat wollten wir noch ein paar Tage direkt am Meer zubringe, auf einer kleinen Insel nördlich von Bergen.

Bevor wir uns aber in die Küstenregion verabschieden wollten, war ein Besuch am Fjord der Fjorde ein Muss, denn der Geiranger ist vom Tresfjord nicht weit entfernt. Die Strecke dorthin hatten wir bereits im Januar 2019 von Molde aus zurückgelegt, daher kannten wir die Region noch. Natürlich war der Weg über Geiranger ein doch recht großer Umweg, aber im Nachhinein sind wir glücklich, diesen Umweg in Kauf genommen zu haben.

Von Norden her geht es über Serpentinen hinab zum Geirangerfjord und von dort aus bietet sich bereits ein wirklich schöner Blick auf die kleine Stadt Geiranger. Im Januar 2019 waren wir dort und zu der Zeit waren dort keine Menschen im Ort zu sehen. Es waren im wahrsten Sinne des Wortes die Bürgersteige hochgeklappt. Die ganze Schönheit des Fjordes liegt einem dort im Januar zu Füßen. Ein überwältigender Anblick.

Leider ist das im Mai ganz anders. Am Anleger von Geiranger lag ein Kreuzfahrtschiff und die Stadt quoll förmlich über vor Menschen. Menschen, die im normalen Leben schon am Rollator gehen, leihen sich hier ein E-Scooter und versuchen mit der schwachen Leistung die steilen Serpentinen hinaufzufahren. Keine gute Idee wie wir aus dem Auto heraus miterleben durften.

Doppelstockbusse fahren vom Hafen die kurvenreiche Strecke am Ende des Fjordes hinauf in das Fjell und Mamma mit 2 Kindern sitzt in der oberen Etage des Busses ganz vorne und fotografiert, während sie die Kotztüten für die Kinder hält. Kleine E-Autos (Renault Twizy) quälen sich das Fjell hinauf und schießen mit Schwung wieder hinunter während der Fahrer das Handy auf dem Lenkrad für den ultimativen Urlaubsfilm festhält.

Uns wurde ein bisschen schlecht, nicht wegen der kurvenreichen Strecke, eher wegen der Menschenmassen, die sich durch den sonst eher ausgestorbenen Ort Geiranger quälten.

Kreuzfahrtschiff im Geirangerfjord

Kreuzfahrtschiff im Geirangerfjord

Hier also ein schönes Bild vom Geiranger und dem Kreuzfahrtschiff, schön zu erkennen an der fetten Dieselwolke die aus dem Schornstein pfeift…

Wir haben also zugesehen, dass wir diesen Ort so schnell es denn die Menschenmassen zuließen wieder verlassen. Am Ende des Fjordes, also hinter dem Ort Geiranger schlängeln sich die Kurven wieder hoch in das Fjell. Zunächst sind auf dieser Strecke noch Mietwagen und Busse aus Geiranger anzutreffen, aber schon bald ist die Entfernung zum Geiranger groß genug und eine überwältigende Natur erwartet uns.

Tatsächlich hatten wir einmal Glück auf dieser Reise und die Passstraße Fv63 war seit gerade einmal 2 Tagen wieder geöffnet. Entsprechend fanden wir oben auf dem Fjell noch jede Menge Schnee vor. Durch die tief hängenden Wolken war es teilweise nicht möglich, die schneebedeckten Berge von den Wolken zu unterscheiden. Es war so hell und das Licht dort oben blendete, dass selbst ich gerne eine Sonnenbrille gehabt hätte.

Fjell am Geiranger

Fjell am Geiranger

Nach unserem kleinen Abstecher zum Geirangerfjord ging es dann ziemlich zügig weiter Richtung Südwest. Unser Ziel heute war die kleine Insel Lammetung, vorgelagert der norwegischen Küste, ein kleines Stück oberhalb des Sognefjordes

 

Der Weg zur Insel Lammetun, vom Sognefjord aus ist alles andere als langweilig. 60 km schlängelt sich die Straße bergauf, bergab und an unzähluge Höfen und Dörfern vorbei als wollte diese Fahrt überhaupt kein Ende nehmen

Mit dem Kajak auf Lammetun

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