Hardangervidda – wandern und entspannen

von | 29.09.2019 | Reiseziele, Norwegen | 0 Kommentare

Die Hardangervidda ist eine Hochebene im südlichen Norwegen. Sie liegt etwa 100 km südöstlich von Bergen direkt am Hardangerfjord. Im Jahr 2002 sind wir das erste mal mit unseren beiden Kindern dort gewesen und haben oben einen kleinen „Spaziergang“ gemacht. Im August 2019 sind wir mit unseren beiden Hunden zurückgekehrt und haben uns mal angesehen, was sich da so verändert hat.

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Eidfjord

Der nächste etwas größere Ort im Norden der Hardangervidda ist Eidfjord. Eidfjord liegt direkt am Hardangerfjord und war 2002 ein kleines beschauliches Städtchen. Das hat sich grundlegend geändert, denn heute fahren Kreuzfahrtschiffe ganz in den Hardangerfjord hinein und legen direkt in Eidfjord an. Wenn Du in der Stadt bist und gerade so ein Monstrum am Pier liegt, kannst Du vor lauter Touristen den Ort nicht mehr erkennen. Das ganze gleicht heute mehr einer Massenabfertigung als einem gemütlichen Ausflug in die Natur Norwegens. Wir haben auf einem unserer Ausflüge ganze 3 Kreuzfahrer den Tag über gezählt.

Eidfjord Kreuzfahrer

Eidfjord Kreuzfahrer

Glücklicherweise unternehmen die Kreuzfahrer mit ihren Gästen keine Ausflüge in die weitere Umgebung und so konnten wir unbehelligt hoch zur Hardangervidda fahren. Dazu sind wir etwas weiter in Richtung des Vøringfossen landeinwärts gefahren, bis nach Øvre Eidfjord. Der kleine Ort ist sozusagen der Startpunkt hoch zur Hardangervidda vom Norden aus gesehen. In Øvre Eidfjord biegst Du von Eidfjord kommend nach Rechts ab in Richtung Hjølmo. Es geht zunächst durch den Ort bis Du an ein Gatter kommst neben dem ein Schild aufgestellt ist und Dich warnt nicht mit großen Fahrzeugen oder Gespannen weiterzufahren.

Serpentinen Richtung Hardangervidda

Wenn Du das Gatter passiert hast, wird die Straße auch schon etwas schmaler, ist aber noch asphaltiert und ganz gut ausgebaut. Du fährst entlang des Flusses Olbogo immer weiter hinauf. Irgendwann geht die gerade Straße unvermittelt in Serpentinen über, die dann den Rest des Weges bis hoch zum Parkplatz an der Hardangervidda führen.

 

Dabei solltest Du aber beachten, dass es 2 Parkplätze für den Start auf die Hardangervidda dort oben gibt. Der erste Parkplatz ist relativ klein und liegt rechts neben der Straße, direkt an einer kleinen Brücke über den Fluß. Als wir das erste mal 2002 hier waren, haben wir dort gehalten und einen kleinen Spaziergang in die Natur unternommen. Der Platz ist sehr schön und idyllisch gelegen und lädt tatsächlich für eine kleine Runde in die Natur der Hardangervidda ein.

Wenn Du weiter die Serpentinen hinauffährst kommst Du automatisch zu dem Parkplatz von dem die meisten Wanderungen starten. Den Parkplatz kann man auch gar nicht übersehen, denn von hier aus geht es nicht weiter, außer man fährt mit einem Raupenfahrzeug weiter. Der Parkplatz ist deutlich größer und hier herrscht meist auch mehr Betriebsamkeit. Gerade an Wochenenden nutzen auch die Norweger die Hardangervidda für den ein oder anderen kleinen Ausflug. Als wir dort oben ankamen waren alle Parkplätze belebt und so haben wir uns einen Platz auf einem Felsen gesucht, der eigentlich nicht als Parkplatz ausgeschrieben war.

Über die Brücke

Wie gesagt starten von hier aus viele verschiedene Wanderungen in verschiedene Richtungen und mit mit unterschiedlichen Längen. Vom Parkplatz selbst geht ein Weg gleich in die Weite über eine etwas sumpfige Ebene. Hier liegen Bretter auf dem Boden, die einen Steg bilden und denen man bis zum Horizont folgen kann. Wir haben uns allerdings für einen Weg in die andere Richtung entschieden. Dazu geht man den Parkplatz entlang, bis man zu einer kleinen Brücke über den Fluß kommt. Hinter der Brücke startet dann der Wanderweg, der sich auf der Strecke oftmals gabelt und damit Wanderungen von unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit anbietet.

Wir sind einfach immer dem Hauptweg weiter nach oben gefolgt, bis wir dann am höchsten Punkt angekommen sind. Oben angekommen haben wir ein kleines Picknick in der Natur gemacht, etwas getrunken und auch die Hunde konnten sich hier etwas ausruhen. Wir waren bis hierhin etwa 1,5 Stunden unterwegs und haben uns entschieden, den gleichen Weg auch wieder zurück zu gehen. Das Wetter war nicht sehr stabil und etwas spät war es auch schon geworden. Die wirklichen Sehenswürdigkeiten liegen doch noch etwas weiter in die Hardangervidda hinein. Aber für uns war es auf jeden Fall eine schöne Kurzwanderung, die allerdings auch ganz schöne Steigungen hat.

Der Weg zurück

Auf unserem Spaziergang die Hocheben wieder herunter haben wir einige Leute getroffen. Mit unseren beiden Hunden im Schlepptau werden wir fast immer freundlich und meistens auch gleich auf Norwegisch angesprochen. Irgendwie müssen wir wohl schon etwas nordisch aussehen, weil das passiert uns hier oben tatsächlich nicht zum ersten Mal. Wie so häufig machen ander Wanderer mit Hund einen Bogen um uns, damit sich die Hunde nicht in die Quere kommen. Für uns persönlich ist das eher etwas seltsam, da unsere beiden frei und an der Leine einfach nur lieb sind und sich über jede andere Hundebegegnug freuen. Aber was soll es, ist dann halt so.

Am Auto angekommen genießen wir doch noch für einen Augenblick die Aussicht auf die Region Hardanger, die sich von hier bietet. Norwegen ist einfach ein schönes Land mit einer unglaublichen Natur, die einem so manches mal den Atem raubt.

Vedalsfossen

Auf der Straße hoch zum Parkplatz der Hardangervidda fährt man eine ganze Zeit lang an dem Fluß Olbogo entlang, bevor die Straße weiter nach links abbiegt und von dem Fluß wegführt. Auf der anderen Seite des Flusses steigen Felswände senkrecht empor bis sie oben in der Ebene der Hardangervidda münden. An diesen Felswänden fällt das Wasser an einigen Stellen von der Hocheben einfach so runter. Auch der Wasserfall Vedalsfossen fällt dort mit 2 Wasserfällen runter und bietet einen fantastischen Anblick. Auf der Hinfahrt wird der Vedalsfossen leider von einigen Felsen verdeckt und man müsste zurückschauen um ihn wirklich zu sehen. Das ist beider engen Straße und Serpentinen allerdings keine gute Idee.

Auf dem Rückweg allerdings, sieht man die beiden Wasserfälle einfach wenn man nach links raus aus dem Autofenster schaut. Leider ist der Vedalsfossen dabei soweit entfernt, dass er mit einem Handy nur sehr klein aufgenommen werden kann. Da empfiehlt es sich auf jeden Fall eine Kamera mit eine Zoomobjektiv dabei zu haben. Damit kann man den Wasserfall je nach Zoom deutlich näher heranholen.

Vedalsfossen auf dem Weg zur Hardangervidda

Vedalsfossen auf dem Weg zur Hardangervidda

Fazit

Die Hardangervidda ist ein fantastisches Wandergebiet für jede Fitnessstufe. Selbst Janet, die mit ihren Knien immer etwas aufpassen muss, hatte bei dem Anstieg hoch zur Ebene nur wenig Probleme. Wenn Du es lieber etwas länger magst, dann bietet Dir die Hochebene am Hardangerfjord fantastische Möglichkeiten. Die Wanderwege sind gut gekennzeichnet und ausgeschildert, so dass auch einer mehrtägigen Wanderung dort oben nichts entgegensteht.

Weitere Infos zur Hardangervidda und wo Du dort gut wandern kannst, findest Du hier:

https://www.visitnorway.de/reiseziele/fjord-norwegen/die-region-hardangerfjord/listings-hardanger-fjord/hardangervidda-nationalpark/186813/

https://de.hardangerfjord.com/eidfjord/erlebnisse/wanderungsvorschlage