Kurzurlaub auf Mandø – Wattenmeer auf dänisch

von | 27.09.2020 | Reiseziele, Dänemark | 2 Kommentare

Nachdem in diesem Jahr ja nicht so viel mit Reisen drin war, haben Janet und ich uns entschieden, zumindest noch mal einen Kurztrip mit unserem Anhängerzelt zu machen. Eigentlich hatten wir ja die Niederlande mit Zeeland auf dem Schirm, aber da dort alles komplett ausgebucht war, ging es halt weiter in Richtung Norden. Ist ja eh unsere Lieblingsrichtung. Mandø ist eine kleine Insel in der dänischen Nordsee und liegt eingebettet zwischen der Insel Rømø im Süden und Fanø im Norden. Von den 3 Inseln ist sie die kleinste und hat daher auch nur 38 feste Einwohner. Was Du dort zu sehen bekommst und erleben kannst, dass beschreiben wir Dir hier in diesem Blogpost.

Werbung



Anfahrt nach Mandø

Wie die meisten sind wir von Richtung Süden her angereist. Da an dem Samstag, an dem wir gefahren sind, beide Röhren des Elbtunnels gesperrt waren, sind wir gleich den großen Umweg über Bad Segeberg gefahren. Kurz nach Flensburg haben wir an der letzten Ausfahrt vor der deutsch-dänischen Grenze die A7 an der Ausfahrt Flensburg / Harrislee verlassen und sind schon mal Richtung Westen weitergefahren. Wir haben uns entschieden, diesmal über den Grenzübergang bei Tønder nach Dänemark einzureisen. Die Grenzübergänge waren ja auch alle wieder geöffnet.

Im Gegensatz zum Übergang an der A7 war hier in Tønder überhaupt gar nichts los. Wir konnten einfach so fahren, weit und breit kein anderes Auto in Sicht. Nach der Grenze geht es dann auf der B11 immer weiter in Richtung Ribe. Du kommst vorbei an der Abfahrt Richtung Rømø und dann in Hviding Egebæk geht es links ab Richtung Mandø. Von dort fährst Du weiter bis Vester Vedsted, an der Kirche vorbei bis zu den Mandø Bussen.

Durchs Watt nach Mandø

Prinzipiell gibt es zwei Wege durch das Watt bis nach Mandø. Einer der Wege, der sogenannte Ebbevej ist aber nur für die Touristenbusse zugelassen. Mit dem Privatwagen darfst Du da nicht lang fahren. Also wenn Du irgendwo einen Wegweiser Richtung Ebbevej siehst, weißt Du, dass Du in die falsch Richtung fährst….

An den Abfahrtterminal für die Busse fährst Du vorbei, zunächst Richtung Norden an Äckern vorbei, dann Richtung Westen zum Deich und über den Deich zum letzten Parkplatz vor dem Låningsvejen, so heißt nämlich der Weg für alle normalen PKWs. Spätestens auf dem Parkplatz solltest Du noch mal in den Tidenkalender schauen, ob der Wasserstand noch niedrig genug ist, damit Du sicher auf die Insel kommst. Ab einem Wasserstand von +50 oder mehr darfst Du da nicht mehr rüberfahren. Einen Link zu dem Online-Tidenkalender verlinke ich Dir hier:

https://www.dmi.dk/danmark/#c1224

Die Überfahrt nach Mandø dauert etwa 15 Minuten. Schau also im Tidenkalender wie der Wasserstand sich in den nächsten Minuten verändert und plane auf jeden Fall genug Reserve ein. Wir habe unsere Überfahrten immer so geplant, das wir entweder bei Ebbe oder bei ablaufendem Wasser über den Damm gefahren sind. Sicher ist sicher, auch wenn unser Wrangler eine Wattiefe von mehr als 75 cm hat.

Der Ebbevej

Schon auf dem Weg durch das Watt hast Du einen fantastischen Blick auf das Wasser und die dort beheimatete Tierwelt. Vor allem Vögel sind dort, so weit das Auge reicht. Sowieso sind die meisten Geräusche, die Du auf Mandø hörst, die von den Vögeln. Auf dem Låningsvejen kannst Du in der ersten Linkskurve mal anhalten, dort befindet sich eine kleine Parkbucht. Wir haben von dort aus ein paar Bilder geschossen und das ist da schon wirklich faszinierend (würde Mr. Spock wohl sagen). Die obige Gallerie zeigt Dir ein paar Eindrücke von dort. Aber bitte denk dran auf die Gezeiten zu achten, wenn Du da anhältst.

Nach der Linkskurve geht es weiter immer Richtung Deich. Nach etwa 500 Metern trifft dann der Ebbevej auf den Låningsvejen und von dort aus fahren dann die Traktor-Busse auf dem selben Weg wie die privaten Autos. Den Ebbevej erkennst Du übrigens an den symmetrisch angeordneten Bäumchen die links und rechts von dem Weg durchs Watt führen. Sozusagen die Leitplanken für die Traktoren.

Ebbevej nach Mandø

Ebbevej nach Mandø

Ankunft auf der Insel

Der Schotterweg führt dann immer weiter an Wiesen vorbei, auf denen Schafe weiden. Hier bitte schön vorsichtig fahren, denn die Wiesen haben keine Zäune und so laufen, stehen und liegen die Schafe auch auf der Straße herum. Schließlich geht es noch über den Deich und schon bist Du auf Mandø.

Mandø war übrigens Dänemarks einzige Hallig, bis man sich entschied, im nordöstlichen Teil der Insel doch noch einen Deich zu bauen. Heute wird die Insel bei Sturm also nicht mehr überflutet. Im Westen schützen die natürlichen Dünen und im Nordosten halt der Deich.

Weiter geht es auf der jetzt asphaltierten Straße Richtung Mandø By, der einzigen kleinen Ortschaft auf der Insel. Als erstes, wenn Du in die Ortschaft fährst, siehst Du das Wahrzeichen von Mandø, die Windmühle. Diese hat man wirklich schön restauriert und sie macht sich wirklich gut als Fotomotiv. So das Weiß und Schwarz und Braunrot gegen den blauen Himmel (wenn er denn blau ist…) sieht richtig schick aus.

Mühle auf Mandø

Die Mühle, das Wahrzeichen von Mandø

Wir waren mit unserem Anhängerzelt unterwegs und wollten dort auf dem Campingplatz Station machen. Um dahin zu kommen geht es einfach die Hauptstraße entlang bis vor dem einzigen Supermarkt der Insel. Da gegenüber befindet sich die Einfahrt zum Campingplatz und eine große Wiese auf der die Touristenbusse parken. Also stell Dich bei Ankunft bitte da nicht hin, die schieben Dich da sonst weg…

An der Hauptstraße kommen wir noch an dem einzigen Restaurant der Insel vorbei, dem Mandø Kro, aber ansonsten ist auf der Hauptstraße zur Ruschhour nicht wirklich viel los.

Mandø Hauptstraße

Mandø Hauptstraße

Wir parken in der Einfahrt zum Campingplatz und melden uns im Brugsen an. Auf der vorderen Wiese haben wir fast die freie Auswahl und stellen uns an die Hecke neben ein Wohnmobil aus England. Der Aufbau des Zeltes geht uns nach all der Zeit recht flott von der Hand und nach einer Stunde sitzen wir bereits bei einer entspannten Tasse Cappuccino und einem Stück dänischen Kuchen vor unserem Zelt.

 

 

 

 

 

 

Zelt Auf Mandø

Zelt Auf Mandø

Kuchen auf Mandø

Kuchen Auf Mandø

Brötchen und Kuchen kannst Du übrigens im Brugsen von einem auf den anderen Tag vorbestellen.

Erst mal ans Meer

Nach der Stärkung mit dem leckeren dänischen Kuchen wollten wir natürlich erst mal ans Meer. Auch die Hunde wollten sich nach der Autofahrt mal ein bisschen bewegen. Um ans Meer zu kommen sind wir einfach links am Brugsen vorbei, noch mal 50 Meter weiter und dann an der Retningsstation über die Düne und Zack ist man schon am Wasser, wenn es denn Flut hat. Naja, es war jetzt auflaufendes Wasser und wir haben schon ein bisschen Wasser gesehen. Sogar für die Hunde hat es gereicht, da die ja eh immer nur bis zur Badehose ins Meer gehen.

Hinter der Düne befindet sich auch eine Säule aus Holz an der kleine Metallplatten in verschiedener Höhe angebracht sind, die den Wasserstand der höchsten Fluten mit Jahreszahlen anzeigen. Dort beginnt auch ein Weg in Richtung Norden, den kannst Du gehen und kommst dort direkt an den Dünen entlang bis zum Beginn des Deiches. Sehr schön ist dort zu sehen, wie der Deich an die vorhandenen Dünen angepasst wurde.

Naja wir haben erst mal einen kleinen Spaziergang mit den Hunden Richtung Süden immer an der Wasserkante entlang gemacht und beide durften dort auch einen kleinen Moment ohne Leine laufen. Es war ja kaum ein Mensch zu sehen.

 

Das Wetter auf Mandø

Ja gut, das können wir jetzt natürlich nur für die Tage angeben, an denen wir dort waren. Also das ist da so inseltypisch. Es wechselt recht schnell. Wir waren ja Mitte September da und hatten sehr viel Glück, denn es war eigentlich durchgehend schön. Wenn aber am frühen Abend die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es dann doch recht schnell kühl. Wir haben abends natürlich draußen unter unserem Vorzelt gegessen und auch den Abend verbracht, mussten aber unseren Petroleumofen doch anzünden, sonst wäre es einfach zu frisch gewesen.

Den ersten Abend haben wir uns den Sonnenuntergang oben von der Düne aus angesehen. Sehr schön fanden wir, dass eine große Zahl von Einheimischen auch da war und sich den Sonnenuntergang auch angeschaut hat. Trotzdem, dass sie ja dort leben, hat dieses Schauspiel immer noch seinen Reiz auf die Menschen der Insel. Das fanden wir sehr bewegend. Der Sonnenuntergang war aber auch wirklich schön. Es war nur leicht bewölkt und so haben die Wolken und die Sonne ein schönes Farbenspiel an den Himmel gezaubert

Frühstück im Nebel

Nach dem Sonnenuntergang ging es zum Zelt zurück und nach einer Weile wurde uns doch zu kalt draußen und wir haben uns ins Innere des Zeltes zurückgezogen. Unter unseren dicken Decken habe wir dann noch ein bisschen gelesen und schließlich das Licht ausgemacht. Als ich in der Nacht mal wach wurde, war es aber doch so abgekühlt, dass ich unseren beiden Fellnasen unten im Zelt noch mit ihren beiden Decken zugedeckt habe, was sie auch klaglos so hinnahmen. Ein kurzer Blick aus dem Zelt bestätigte dann, das es draußen eine ganz schöne Suppe war.

Der Nebel hielt sich dann auch bis zum Morgen und im Zelt wurde es auch immer feuchter. Wieder mal war ich froh, dass wir unsere Versorgungsbox auf der Deichsel haben, in der eine 4 kW Dieselheizung uns mit Wärme versorgt. Über die Fernbedienung habe ich die dann mal um 6:30 angeschmissen und als wir eine Stunde später aufgestanden sind, war es im Zelt schön muckelig warm und trocken. Die beiden Hunde hat das auch gefreut und speziell Bea hätte am liebsten den Tag drinnen verbracht.

Nachdem ich die vorbestellten Brötchen vom Brugsen abgeholt habe, wollten wir das Frühstück trotz des Nebels und den frischen Temperaturen unter dem Vorzelt einnehmen. Also wieder mal den Petroleumofen angeworfen und die Zelttür haben wir auch etwas offen stehen lassen und schon steigen die Temperaturen unter dem Dach auf ein erträgliches Maß.

Der Nebel war an diesem Tag doch ziemlich hartnäckig und so haben wir unsere geplante Wattwanderung im Nebel gemacht. Dazu sind wir in Richtung Mandø Kirche gegangen und haben den Ort nach Süden hin verlassen. Irgendwann kann man dann querfeldein über die Dünen in das Wattenmeer laufen. Wenn Du eine Wattwanderung machen möchtest und es vielleicht auch noch nebelig sein sollte, dann sei bitte vorsichtig. Du wärst nicht der erste, der vom auflaufenden Wasser überrascht wird.

Wir haben im Tidenkalender nachgesehen und es war diesen Morgen gerade Niedrigwasser. Wir sind aber nur soweit raus in das Watt gegangen, dass wir die Buhnen am Land immer noch durch den Nebel sehen konnten. Damit war uns immer klar in welche Richtung wir gehen mussten und die Entfernung war bei der geringen Sicht auch nicht sehr groß. Auf jeden Fall war die Wanderung im Watt bei dem Nebel ein Erlebnis für sich und hat uns einige schöne Fotos ermöglicht.

 

Mandøs Sehenswürdigkeiten

Der Nebel hielt sich an diesem Tag wirklich hartnäckig. Auch gegen Mittag war es weiterhin komplett zugezogen und so entschlossen wir uns, ein wenig Mittagspause zu machen. Für den Nachmittag war schönes Wetter angesagt, aber das ließ halt auf sich warten. Also habe wir uns und die Hunde ins Zelt verfrachtet und ein bisschen Augenpflege betrieben. In unserem Alter ist so ein Mittagsschläfchen schon mal angebracht.

Als wir so gegen 15:00 Uhr wieder aus dem Zelt kamen, fing der Himmel gerade an aufzureißen und die ersten Sonnenstrahlen kamen bis zu uns durch. Daher entschieden wir uns für einen kleinen Rundgang über die Insel, um die Sehenswürdigkeiten von Mandø zu erkunden. Tatsächlich hält sich die Anzahl der Sehenswürdigkeit in Grenzen. Es gibt ein Museum (haben wir nicht angeschaut), die Mühle als das Wahrzeichen von Mandø, die Redningsstation mit einer Fotoausstellung (haben wir angeschaut) und die Kirche. Außerdem gibt es noch ein Restaurant und ein Kaffee, was ich aber mal nicht zu den Sehenswürdigkeiten zählen würde.

Nach kurzem Überlegen sind wir dann in Richtung Mühle aufgebrochen. Die Hauptstraße Richtung Norden und nach etwa 5 Minuten ist man da. Die Mühle ist wirklich schön renoviert und strahlt in weiß und schwarz und mit roten Balken für die Flügel. Schon ein schönes Fotomotiv. Janet hat sich auch die Infotafel durchgelesen, wir haben ein paar Fotos gemacht und dann sind wir weiter Richtung Norden bis an Deich gegangen. Wir waren an der Stelle, wo die Dünenlandschaft in den Deich übergeht. Das ist schön gemacht.

 

Vor den Dünen gibt es einen Weg, der wieder zurück zum Aufgang der Redningsstation führt. Den sind wir gegangen und die beiden Fellnasen fanden besonders die Ziegen interessant, die da so im Gatter herumliefen. Besonders Ben unser kleiner Bordercollie war sehr interessiert. Solltest Du mit Hund auf der Insel sein gilt hier das ganze Jahr über Leinenpflicht, denn es ist ein Naturschutzgebiet. Für unsere beiden war die Leine obligatorisch, denn beide haben leider einen ausgeprägten Jagdinstinkt und dem Verhalten nach roch es ganz besonders gut links und rechts des Weges…

Von den Dünen an der Redningsstation aus geht es rechts am Brugsen vorbei in Richtung der Kirche. Die Kirche ist ein flacher Bau ohne eigenen Glockenturm. Die Glocke ist aussen in einem kleinen Holzturm untergebracht und man hört sie jeden Morgen um 07:00 Uhr zum Wecken. Die Kirche ist in Richtung Süden fast der letzte Bau, danach kommen noch 2 oder 3 landwirtschaftliche Höfe. Wenn Du links an der Kirche vorbei gehst, dann kommt dort ein kleines Souveniergeschäft. Wir haben das zuerst gar nicht als solches erkannt, so klein ist das. Der Verkauf funktioniert über ein kleine Kasse die dort steht. Da schmeißt Du Dein Geld rein wenn Du etwas kaufen möchtest. Personal gibt es nicht.

 

Ausflug nach Rømø

Mandø liegt ja nun genau in der Mitte zwischen Rømø und Fanø, da bietet es sich natürlich an, mal einen Abstecher auf eine der beiden Inseln zu machen. Da man sehr viel leichter nach Rømø kommt, da dort ein tidenunabhängiger Wall auf die Insel führt, haben wir uns entschieden den 2. Tag einen Ausflug dahin zu machen.

Nach einer zweiten, kalten, nebligen und feuchten Nacht, sind wir nach dem Frühstück aufgebrochen. Ein Blick in den Tidenkalender zeigte uns, dass wir um 10 Uhr morgens los konnten aber bis 15:00 Uhr wieder auf Mandø sein mussten, andernfalls hätten wir uns am Festland eine Übernachtungsmöglichkeit suchen müssen.

Nach etwa einer Stunde Fahrt sind wir dann auf Rømø angekommen und an den Strand von Lakolk gefahren. Der Strand ist dafür bekannt, dass er seeeehhhr breit ist und an einem abgesperrten Bereich die Strandsegler unterwegs sind. Es war Montag und die Ferien waren zu Ende, also dachten wir, dass wir da wohl Mitte September fast alleine am Strand sein müssten. Aber das haben wohl sehr viele andere auch gedacht. Der Strand war für unsere Begriffe komplett überlaufen und ein Wohnmobil reihte sich an das andere. Auch der Campingplatz vor dem Strand, hinter der Düne, war komplett voll. Das war definitiv nichts für uns.

Aber unsere beiden Fellnasen wollten zumindest einmal durchs Wasser und den Sand laufen. Also haben wir die beiden aus dem Kofferraum gelassen und sind ein paar Schritte gegangen. Nach etwa einer Stunde waren wir dann wieder am Auto und ziemlich unglücklich aufgrund der vielen Menschen. Auch die Hunde waren nicht so wirklich begeistert, denn sie mussten dort am Strand die meiste Zeit an der Leine laufen und das am Meer…..

OK, also wir wissen jetzt, Rømø brauchen wir nicht. Vielleicht mal im Januar oder Februar wenn hoffentlich wirklich nichts los ist, aber eigentlich sind wir, was Strand angeht, in unserem Nordjütland auch ganz glücklich.

Mandø Camping

Auf Mandø gibt es nur einen kleinen Campingplatz und der gehört mit zu dem Supermarkt (Brugsen) an der Hauptstraße. Die Anmeldung findet ebenfalls im Brugsen statt und geht sehr unkompliziert. Eine Vorabbuchung kannst Du über das Internet vornehmen und bereits eine Anzahlung über Paypal leisten. Bei Fragen ist die Dame im Brugsen jederzeit erreichbar und spricht auch deutsch. Soweit das Positive.

Der Platz besteht aus ein paar Wiesen die durch Hecken voneinander getrennt sind. Wir haben uns gleich auf die vordere linke Wiese gestellt. Den Platz konnten wir frei wählen, auch weil im September da nicht mehr viel los ist. Die Wiese hat 2 Stromsäulen links und rechts, also solltest Du ein langes Stromkabel oder eine Kabeltrommel dabei haben. Die Wiese war seit geraumer Zeit nicht mehr gemäht worden und das Gras vom letzten Mähen lag noch auf der Wiese. Entsprechend nass und dreckig waren die Schuhe. Glücklicherweise hatten wir Gummistiefel mit…

Mandø Camping

Wiese auf dem Campingplatz

Auf dem Platz sind einige Stellplätze mit Dauercampern belegt und es gibt auch noch 2 Blockhütten, die Du mieten kannst. Soweit ist das alles noch OK, wenn auch nichts besonders. Was aber überhaupt gar nicht ging, waren die Sanitäranlagen. Diese sind erst mal schon ziemlich in die Jahre gekommen. Das wäre aber kein Problem, hatten wir schon öfters, aber was wir so noch nicht erlebt haben, war, wie dreckig die Sanitäranlagen und auch die Küche waren.

Wir sind am Samstag Vormittag angereist und am Dienstag Vormittag wieder abgereist. In der Zeit wurden die Sanitäranlage ein einziges mal gereinigt. Durch das feuchte Wetter, das hohe Gras und vor allem die Baustelle vor den Sanitärhäusern wurde natürlich immer wieder Dreck mit in die Toiletten geschleppt, das bleibt nicht aus. Der Platz war auch noch so belegt, dass man eigentlich mindestens einmal am Tag durch die Toiletten hätte wischen müssen. Erst als ich am Sonntag Nachmittag gefragt habe, wann den die Toiletten mal gereinigt werden, wurde dort Sonntag Abend mal sauber gemacht. Die Küche und der Aufenthaltsraum blieben ungeputzt.

Eigentlich würde der Platz aufgrund der einzigartigen Lage 2 bis 3 von 5 Sternen bekommen, durch die mangelnde Hygiene können wir den Platz aber nicht wirklich empfehlen (max. 1 Sternchen). Alternativ könntest Du Dich mit einem Camper auf den Parkplatz am Festland stellen. Der ist direkt am Beginn der Schotterstrecke durchs Watt Richtung Mandø. Natürlich ist in Dänemark das frei stehen verboten, aber immer wenn wir da vorbeigekommen sind, standen dort Camper, die die Nacht dort verbracht haben. Man ist da wohl recht Nachsichtig.

Für die 3 Nächte inklusive Strom haben wir für 2 Personen und 2 Hunde 648 DKK bezahlt, das sind umgerechnet etwa 80 Euro. Das empfinden wir als ganz schön happig für das was auf dem Platz geboten wird.

 

Fazit

Ja, was soll man sagen. Eigentlich kann man alles Sehenswerte auf der Insel an einem Tag abhaken. Wer die Ruhe liebt und gerne durchs Watt wandert, der hält es hier sicherlich auch ein paar Tage aus. Auch für Vogelkundler ist die Insel natürlich ein Paradies, nirgendwo haben wir so viele Seevögel an einem Ort gesehen. Campen würden wir dort nicht wieder, da wir auf die Sanitäranlagen des Platzes angewiesen sind und die waren halt unterirdisch.

Ansonsten haben wir die 3 Tage dort genossen, da es wirklich ruhig war und die einzigen Geräusche, die wir gehört haben, waren die Vögel und Kühe. Ob wir allerdings für eine ganze Woche dort ein Ferienhaus mieten würden weiß ich nicht. Alternativ gibt es dort aber auch ein Bed&Breakfast im Kaffee der Insel.

Bis in den September hinein (also auch als wir dort waren…) sind auf der Insel ziemlich viele Mücken unterwegs. Wir hatten leider unser Antimücken-Spray zu Hause vergessen und das hat besonders Janet mit einigen Stichen der kleinen Quälgeister bezahlt. Also bei einem Besuch denk an das Mückenspray und vielleicht auch eine Zitronella – Kerze oder ähnliches.

Ach und noch was ist total toll. Dadurch, dass die Insel mitten im Wattenmeer liegt und auf der Insel so gut wie keine Beleuchtung in der Nacht an ist, gibt es dort auch nur ganz wenig Lichtverschmutzung und der Blick in die Sterne ist atemberaubend. Ich habe das in der 2. Nacht genutzt und habe die Mühle vor der Milchstraße fotografiert. Leider war es ja während unseres Aufenthaltes dort nachts sehr neblig, daher ist die Mühle nicht gut abgebildet und auch die helleren Sterne haben leichte Kränze. Aber gelohnt hat sich der nächtliche Ausflug mit dem Fotoapparat trotzdem. Das Bild dazu findest Du in unserem Instagram Account.

Also, unserer Meinung nach lohnt sich ein Kurzurlaub auf Mandø auf alle Fälle.