Nasskalt erwischt im Schwarzwald – Oktober-Roadtrip Teil1

von | 25.10.2018 | Reisen | 0 Kommentare

Unser Oktober-Roadtrip sollte in den Süden führen, also genauer gesagt irgendwo in die Gegend rund um das Mittelmeer. Wohin wussten wir nicht genau und haben daher als erste Station einen zentralen Punkt angefahren, von dem man dann weiter in alle Richtungen im Süden fahren konnte. Dieser Punkt war der Schwarzwald. Von dort aus sind alle Regionen, die wir ins Auge gefasst hatten schnell erreichbar. Norditalien, Südfrankreich, Nordspanien und sogar die französische Atlantikküste wären als weitere Reiseziele möglich gewesen. So ging es also am 1. Oktober mit gepackten Anhängerzelt in Richtung Süden.

Für alle, die eine kürzere Version bevorzugen, gibt es unter dem folgenden Link unser Reisetagebuch des gesamten Roadtrips:

https://www.breierblog.de/oktober-2018-reisetagebuch/

Um 4:50 Uhr sind wir vom Hof gerollt und habe unterwegs 2 mal Rast gemacht. Das eine Mal haben wir uns ein mittelmäßiges Frühstück auf einem Rasthof gegönnt und das 2. Mal habe wir uns etwas vom großen M geholt. Zum Schluß der Fahrt ging es dann noch etwa 25 km auf Landstraßen durch den Schwarzwald.

Ankunft im Lynx-Camp

Um etwa 16:00 Uhr sind wir am Lynx-Camp angekommen. Das Wetter während der ganzen Fahrt war sehr durchwachsen, grau und ein bisschen Regen hatten wir auch. Als wir am Lynx-Camp ankamen war es allerdings trocken. Der Besitzer des Platzes heißt Sven und besitzt 2 Dalmatiner. Da Sven gerade noch 2 andere Reisende willkommen hieß, haben wir die Zeit genutzt und sind mit unseren beiden Hunden erst mal ein bisschen im angrenzenden Wald spazieren gegangen.

Das Lynx-Camp liegt in Schönwald im Schwarzwald, etwas an einem Berg gelegen und direkt am Waldrand. Vor dem Camp befindet sich ein Fußballplatz. Das Camp ist ein ehemaliger Tennisplatz, den Sven nach und nach in einen Campingplatz umbaut. Das ehemalige Vereinsheim des Tennisplatzes dient heute schon als Anmeldung und als Sanitärhaus. Es enthält jeweils eine Toilette, eine Dusche und 2 Waschbecken für Männer und Frauen. Im Vorraum befindet sich die Anmeldung und die Möglichkeiten zum Abwaschen und Wäsche waschen. Wir hatten vor der Anreise einen Platz reserviert und würden das auch empfehlen, da es nur wenige Plätze dort gibt. Bei der Reservierung haben wir eine Anzahlung für den Stellplatz durchgeführt und alle persönlichen Angaben bereits elektronisch übermittelt. Das hat den Vorteil, dass das Einchecken am Camp dann ziemlich schnell geht.

Wenn Du mehr über den Platz wissen möchtest, kannst Du einfach dem folgenden Link folgen:

http://www.lynx.camp

Der Wald am Lynx Camp

In dem Wald am Camp soll es, so habe ich das verstanden auch noch Luchse geben. Wir sind mit unseren beiden Hunden dort spazieren gegangen, haben aber keinen Luchs gesehen. Der Nadelwald enthält einige Pfade auf denen man gut spazieren gehen kann und ist wirklich schön.

Werbung



Zeltaufbau im Regen

Die ganze Anfahrt in Richtung Schwarzwald hat es nur wenig Regen gegeben und auch bei unserem Spaziergang im Wald war es trocken. Das änderte sich allerdings schlagartig, als Sven uns unseren Platz gezeigt hatte und wir anfingen, das Zelt aufzubauen. Da Zelt selber steht zwar in 5 – 10 Minuten, aber dann muss ja noch der Strom ran, das restliche Gepäck aus dem Auto ins Zelt und die Sachen aus dem Anhänger raus, die wir so brauchen.

Alles in allem benötigten wir dafür etwa 20 Minuten und das hat gereicht um einmal nass zu werden. Glücklicherweise hat es dann auch den ganzen Abend nicht mehr aufgehört zu regnen. An ein Kochen draußen war nicht zu denken. Das Vorzeit haben wir nicht aufgebaut, da wir ja nur 1 Tag hier bleiben wollten. Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, haben wir uns drinnen eingerichtet, einen heißen Tee gekocht und erst mal beraten, was wir denn nun den Abend machen wollen. Die Hunde waren auch schon ganz schön fertig und so haben wir erst mal einen Moment Pause gemacht, bei laufendem Heizlüfter und einer Tasse heißen Tee.

Viel mehr konnten wir bei dem Regen eh nicht unternehmen.

Pizza zum Abendbrot

An selber Kochen war bei dem Wetter nicht zu denken, denn unsere Küche steht auf dem Schwerlastauszug im Anhänger und damit zieht man die Küche unter das Vorzelt – wenn es denn aufgebaut ist – oder halt unter freien Himmel. Da wir aber ja auf das Vorzelt verzichtet haben, hätten wir im Regen kochen müssen. Keine gute Idee.

Glücklicherweise gibt es in Schönwald, gleich in der Nähe des Lynx Camps ein italienisches Restaurant. Da bin ich dann mal hin und habe für uns 2 Pizzen geholt. Das erste mal bin ich an dem Restaurant vorbei gefahren, weil ich der Meinung war, das kann es ja wohl nicht sein. Von Aussen sieht es aus wie eine größere Imbissbude. Nun gut, dachte ich mir, das scheint es wohl doch zu sein. Also rein. Am Tresen saß dort die ganze Schönwälder Stammkundschaft und trank ihr Feierabendbier.

Hinter dem Tresen wurde eifrig gezapft und ich durfte auch gleich meine Bestellung aufgeben. Für die Wartezeit bestellte ich mir noch ein Gläschen Rotwein und war auch schon gleich in das Gespräch am Tresen eingebunden. Die Lebensgeschichte meines Tresennachbarn kenne ich jetzt. Um es kurz zu machen: Die Pizza war spitze und die Vorspeisenplatte, die während meiner Wartezeit an mir vorbeigetragen wurde sah auch wirklich klasse aus. Ein echter Geheimtip. Hier noch schnell der Link, für diejenigen die dort mal Urlaub machen und nicht kochen wollen:

https://www.facebook.com/holzfaellerstube.schoenwald/

Der Abend war kurz und schmerzlos und wir lagen nach der Pizza bei weiter laufendem Heizlüfter und der Coleman Lampe im Bett. Vorher gab es noch eine Tasse heißen Tee und warme Socken. Die Nacht sollte es bis 1°C runter gehen und so haben wir den Heizlüfter auch die Nacht über laufen lassen, damit unseren Fellnasen, die auf dem Boden schlafen, nicht zu kalt wird.

Die Coleman Northstar Starklichtlampe

Ich muss doch ein bisschen Werbung für das Teil machen. Ich habe mir diese Lampe im letzten Jahr zugelegt, als wir angefangen haben für unsere Reisen mit dem Anhängerzelt zu planen. Die Northstar ist ein Benzinvergaserlampe. Das heißt sie wird mit Waschbenzin betrieben, das über einen Vergaser halt gasförmig, mit Überdruck, in einen Glühstrumpf eingespritzt wird. Dieser Strumpf wird dann mit einem Piezozünder gestartet und dann leuchtet das Teil wirklich hell. Man kann regeln, wie hell die Lampe leuchten soll. Das Geniale an der Lampe ist, dass die nicht nur hell macht sondern auch warm. Und das war wirklich nötig diesen Abend. Ich habe die Lampe tatsächlich hier im Schwarzwald das erste mal auf unseren Reisen ausprobiert. Zu Hause hatte ich sie schon öfters laufen aber für das Campen ist die wirklich eine echte Bereicherung.

Über Nacht haben wir Coleman natürlich nicht laufen lassen, da es immer die Gefahr von Kohlenmonoxid bei offener Flamme in geschlossenen Räumen gibt und ich prinzipiell kein offenes Feuer über Nacht im Zelt laufen lasse. Unseren CO-Warner haben wir dann auch immer mit im Zelt, wenn wir die Lampe nutzen. Laut Coleman ist die Lampe eh nicht für den Gebrauch in geschlossenen Räumen geeignet.

Der nächste Morgen

 

In der Nacht hatte der Regen bereits aufgehört. Dafür war es echt kalt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt (Ich liebe Wintercamping). Morgens war die Zeltdecke naß vom Kondenswasser und beim Atmen sah man die kleinen Wolken. Im unteren Bereich des Zeltes war es aber etwas wärmer und so haben unsere beiden Hundes auch eine angenehme Nacht verbracht. Wir haben, neben den normale Decken, immer auch noch 2 Fleecedecken dabei, falls es denn mal so kalt sein sollte.

Auch wir haben unter den beiden Decken nicht gefroren. Der Weg zum Sanitärhaus war aber schon recht erfrischend. Naja, dadurch waren wir dann auch schnell wach. Das Santärhaus war in der Zeit, wo wir da waren, immer schön mollig warm. Duschen kosten nichts extra und es ist sogar eine Waschmaschine zur freien Nutzung verfügbar. Nasse Handtücher können im Vorraum auf vorhandene Wäscheständer gehängt werden. Sven meinte, er hätte wohl öfters die Nacht an uns gedacht und ob uns nicht zu kalt war? Nein, war es nicht…

 

Um 7:30 gab es Brötchen vom Brötchenservice im Lynx Camp und wir haben auf unserer Küche einen schönen Espresso mit geschäumter Milch gekocht (also einen Cappuccino).

 

Frühstück im Schwarzwald

Frühstück im Schwarzwald

 

Nach dem Frühstück kam dann sogar die Sonne raus.

 

Camping im Schwarzwald

Anhängerzelt in der Sonne

 

Wir hatten für den Tag einen Besuch bei den Triberger Wasserfällen und am Blindensee geplant. Also sind wir so gegen 10:00 Uhr los zu den Wasserfällen.

 

Die Triberger Wasserfälle

Die Triberger Wasserfälle liegen, wie der Name bereits andeutet, in dem Ort Triberg im Schwarzwald. Sie gelten als die höchsten Wasserfälle oder der höchste Wasserfall in Deutschland. So ganz haben wir das nicht verstanden, da es sich bei den Wasserfällen eher um ein Bächlein mit einigen Staustufen handelt. Es gibt dann noch 2 oder 3 höhere Wasserfälle die man von Brücken aus betrachten kann, das war es dann aber auch.

Wir haben am oberen Eingang zu den Staustufen geparkt. Der Parkplatz liegt in dem kleinen Ort Adelheid direkt am dem einzigen Kreisverkehr des Dorfes. Von dort aus führt der Weg mit ziemlicher Steigung bergab. Bitte denkt dran, festes Schuhwerk anzuziehen, auch wenn der Weg gut befestigt ist, kann man sonst auf Grund der Steigung schon mal ins Rutschen kommen.

Bevor wir zu den Brücken kamen durften wir an einem Kassenhäuschen dann noch 5 Euro pro Person bezahlen, damit wir uns dieses gigantische Naturschauspiel ansehen konnten. Liebe Triberger, mal ganz ehrlich, wir waren bereits einige Male in Norwegen unterwegs und da sieht man solche kleinen Wasserfälle hinter jeder Straßenbiegung, ohne dafür zu bezahlen. Ich finde das wirklich komplett übertrieben, dafür Geld zu nehmen. OK, wie dem auch sei, wir haben bezahlt und uns das ganze angesehen. Es ist ganz idyllisch aber selbst im Oktober für unser Empfinden total überlaufen. Also ging es nach 20 Minuten und ein paar Fotos etwas enttäuscht wieder zurück, bergauf zum Auto. Vielleicht sind wir aber auch einfach zu verwöhnt was Wasserfälle angeht :-). Hier eine kleine Galerie von unserer Wanderung bei den Triberger Wasserfällen im Schwarzwald

Der Blindensee im Schwarzwald

Der Blindensee ist ein Hochmoorsee und liegt ebenfalls etwa 4 km vom Lynx Camp entfernt, nur in die andere Richtung. Nach den Triberger Wasserfällen haben wir uns also auf den Weg gemacht und haben den See einmal besucht. Vom Parkplatz am See geht es zunächst einmal über Holzstege durch das Moor bis zum See. Dieser liegt fast kreisrund da und die Wanderwege gehen auch einmal ganz rund um den See. Wir sind direkt bis zu dem Parkplatz nordöstlich vom See gefahren und brauchten dann nur eine kleine Strecke bis zum See zu Fuß gehen. Neben diesem direkten Zugang gibt es eine ganze Reihe von Wanderwegen, die zu dem See führen. In dem Moor und am See gibt es einige Schautafeln, die die Landschaft, Flora und Fauna erklären.

Wirklich ein schönes kleines Biotop. Zudem waren wir dort fast alleine an dem See, nur eine Familie mit Fahrrädern war dort noch unterwegs. Die Holzstege sollte man zum Schutz der Natur dort nicht verlassen. Am See selber gibt es einige Bänke auf denen man sich ausruhen oder einfach nur die Stille dort genießen kann. Die Art der Landschaft kennen wir auch schon aus unserer Gegend hier um das Steinhuder Meer. Dort sind in vielen Bereichen des Moores ebenfalls Holzstege gebaut die einen Naturlehrpfad bilden. Wir haben an dem See ein bisschen Rast gemacht und einen heißen Tee getrunken bevor wir uns dann wieder auf den Weg zurück zum Campingplatz gemacht haben.

Die Sache mit der Schwarzwälder Kirschtorte

Nach unserem Ausflug zu den Triberger Wasserfällen und zum Blindensee war es langsam Nachmittag geworden und wir bekamen so allmählich Hunger. Auf dem Weg zurück nach Schönwald haben wir uns dann entschieden 2 Stück Kuchen bei einem Bäcker zu holen. Und wenn man schon mal im Schwarzwald ist, was nimmt man dann für Kuchen? Na klar, Schwarzwälder Kirschtorte. Das sollte hier in der Gegend ja eigentlich zum Standardangebot eines jeden Bäckers gehören. Also in Schönwald beim Bäcker angehalten und versucht ein Stück Torte zu bekommen. Das hat leider nicht funktioniert. Es gab nur trockenen Plunderkuchen. Naja, wir hatten genug Hunger und da schmeckt auch ein trockener Kuchen.

Es wird wärmer

 

Tagsüber war es schon von Stunde zu Stunde immer wärmer geworden und zum Abend hin waren es fast 2-stellige Temperaturen. Janet hat abends noch gekocht. Es gab thailändisch weil das auch von Innen wärmt….

 

 

Unsere Küche hat zwar nur 2 Gasbrenner, aber meine Frau schafft es auch mit nur 2 Platten immer wieder fantastische Gerichte zu zaubern.

 

Am Abend haben wir dann bereits alles in den Wagen geräumt, damit wir am nächsten Morgen nicht mehr so viel zu packen haben. Wir wollten gegen 7:00 Uhr los, denn unser nächstes Ziel lag einige hundert Kilometer weiter südlich und um dahin zu kommen mussten wir auch noch über die Alpen. Sven möchte aber vor 8:00 Uhr keine Autos im Campingbereich fahren haben, weil auch Familien mit Kindern dort waren. Daher haben wir so viel wie möglich bereits ins Auto verpackt damit der Anhänger morgen früh leicht ist. Sven hatte uns versprochen den Anhänger mit uns bis zur Schranke zu schieben.

Ja so ist das dort. Sven ist immer hilfsbereit und findet für solche Fälle auch eine Lösung. In der Nacht hatten wir es mit 8°C ja schon fast kuschelig warm. Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden, haben mit den Hunden eine kleine Runde gemacht, damit die beiden die vor uns liegende Strecke besser verkraften und haben das Zelt zusammengeklappt und den Anhänger mit Sven bis zur Schranke geschoben. Nach einer herzlichen Umarmung ging es dann los, weiter Richtung Süden.

 

Tanken im Schwarzwald

 

Da unser Tank fast leer war mussten wir kurz noch einen Halt an der nächsten Tankstelle einlegen: 1,50 Euro für den Liter Diesel. Irgendwie ist alles etwas teurer hier im Schwarzwald.

 

Unser Fazit

 

Die Triberger Wasserfälle hatten vielleicht wegen des trockenen Sommers sehr wenig Wasser, die Tankstelle war eine Markentankstelle und da ist das Tanken halt teurer und wer braucht schon Schwarzwälder Kirschtorte. Alles in Allem haben wir den Aufenthalt im Schwarzwald genossen. Das Lynx Camp ist definitiv eine Reise wert, wenn es auch nicht zu den günstigsten Campingplätzen gehört. Hier die Aufstellung, was uns der Aufenthalt gekostet hat:

 

Camping: für 2 Personen + 2 Hunden + Stellplatz kostet der Grundpreis für 2 Nächte 57,00 Euro. Das ist nicht günstig aber auch nicht übermäßig teuer. Dafür sind Duschen und Waschmaschine aber auch im Preis enthalten. Hunde kosten 1,50 Euro pro Hund und Nacht, dafür gibt es aber auch einen Freilauf für die Fellnasen, der auch gepflegt werden muss. Was bei uns richtig ins Geld ging war der Strom. Der Heizlüfter im Zelt hat im wahrsten Sinne das Wortes die Euros nur so verbrannt. 21 Euro waren das dann noch mal oben drauf. Und was auch noch Geld kostet ist die Kurtaxe. 2 Personen für 2 Nächte kostet 10 Euro Kurtaxe. Das finde ich schon ganz schön happig. Wie gesagt, die Zusatzkosten kommen nicht vom Lynx Camp sondern über die Nebenkosten.

 

Einen Platz direkt am Wald, von dem aus die Wanderwege der Region direkt begehbar sind, die Nähe zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten und natürlich der herzliche und hundefreundliche Empfang haben uns überzeugt und wir würden dort jeder Zeit wieder unser Zelt aufschlagen.

 

Übersichtskarte