Sand in der Küche – Der versandete Leuchtturm Rubjerg Knude

Als meine Frau und ich das erste mal nach Nordjütland gereist sind, waren wir für etwa 4 Wochen dort im Norden Dänemarks. Das war 1993 und ich war gerade von einem anstrengenden Auslandsaufenthalt aus Japan zurück. Neben dem eigentlichen Ziel, dort viel Entspannung zu finden, wollten wir uns auch einige der Sehenswürdigkeiten dieser Region ansehe. Eine der sehr interessanten und auch imposanten Punkte ist der versandete Leuchtturm Rubjerg Knude. Seit 1993 sind wir fast jedes Jahr ein mal in Dänemark gewesen und haben dabei immer auch einen Ausflug zu dem Leuchtturm gemacht. Dabei war es sehr interessant, den Verlauf des Versandens zu beobachten.

Rubjerg Knude 1993

 

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Der Sand bahnt sich seinen Weg

1993 gaben die Behörden den Versuch auf, den Leuchtturm zu retten und ließen der Natur ihren Lauf. Der Sand nahm langsam Besitz von den Wirtschaftsgebäuden rund um den Leuchtturm. Als wir dort waren, konnte man noch an einem Kiosk Kaffee trinken und in einem der Häuser beobachten, wie der Sand langsam durch die Fenster drückte.

Das Bild zeigt Euch den Leuchtturm mit den Gebäuden. Die Sanddüne war damals schon fast so hoch wie der Leuchtturm selbst und ließ erahnen, was den Gebäuden bevorstehen wird. Wir sind damals schon oben auf der Sanddüne gewandert. Man hatte von dort einen tollen Blick auf das Meer und das Inland. Die gesamte Landschaft dort lädt einfach zum Wandern oder auch nur zum Spazieren gehen ein. Das Gelände ist meist flach und somit auch für ungeübt Wanderer gut zu bewältigen.

Wir haben damals den Parkplatz direkt an der Strasse zwischen Nörre Lyngby und Lönstrup genommen und sind von dort zum Leuchtturm gegangen. Hierzu biegt man in Sonder Rubjerg von der Landstrasse 55 ab auf den Lönstrupvej und biegt am Ende scharf ab auf den Rubjergvej. Nach etwa 2 km erreicht man dann den Parkplatz. Vom Parkplatz geht man etwa 1 km bis zum Leuchtturm Rubjerg Knude.

Renovierung 2015

Seit 1993 ist dort viel passiert. Als erstes verschwanden die Gebäude. Von ihnen sind heute nur noch ein paar kleine Mauern und lose Backsteine übrig geblieben. Der Leuchtturm hat sich aber bis heute standhaft gegen den Sand behaupten können. Er war zwar zwischenzeitlich mit den unteren 5 bis 10 Meter im Sand verschwunden, ist aber heute wieder begehbar. 2015 wurde der Leuchtturm komplett saniert. Im Innenraum wurde ein Treppe installiert und die gesamte obere Kuppel wurde abgenommen, renoviert und wieder auf den Leuchtturm gesetzt.

Somit könnt Ihr heute sicher über eine Treppe bis zur Kuppel steigen und habt von dort einen noch tolleren Blick über Meer und Landschaft als man das schon von der Düne aus hatte.

Im Oktober 2016 waren wir zum letzten Mal an unserem Leuchtturm. Unsere beiden Kinder haben sich dann auf die Spitze getraut und wir haben von den beiden ein Foto machen können. Der Leuchtturm ist natürlich seit dem Umbau ein noch größerer Touristenmagnet geworden, als er vorher schon war. Wenn Ihr Euch also Rubjerg Knude möglichst ohne viele Touristen ansehen möchtet, solltet Ihr Eure Reisezeit auf die Nebensaison legen und schlechtes Wetter abwarten. Dann könnt Ihr auch heute noch alleine auf der Sanddüne Euren Träumen nachhängen.

Der Weg zum Leuchtturm

1993 haben wir aus Unwissenheit den Weg vom offiziellen Parkplatz am Rubjerg Knude genommen. Seit einigen Jahren gehen wir aber meist einen anderen Weg dort hin. Wenn Ihr gerne wandert, solltet Ihr bis nach Lönstrup fahren. Dort biegt Ihr nach links ein, in den Weg, der Euch zur Marup Kirke führt. Das ist eine verfallene Kirche mit einem kleinen Friedhof direkt an der Steilküste Lönstrups. Dort könnt Ihr Euer Auto abstellen und Euch nach links in Richtung Rubjerg Knude auf den Weg machen. Der Weg führt Euch etwa 1,5 km durch Dünenlandschaft direkt an der Steilküste entlang bis zu den Ausläufern der großen Sanddüne. Die müsst Ihr dann erklimmen und schon seid Ihr am Leuchtturm.

Geht bei der Wanderung nicht zu dicht an die Steilküste, da es auch mal sein kann, dass die Kante abbricht. Da in dem Bereich der Dünen auch Schafe weiden, kommt ihr bei der Wanderung durch zwei Gatter. Achtet bitte darauf, dass diese Gatter nach Euch immer wieder geschlossen sind. Ausserdem solltet Ihr dort aus Rücksicht auf die Nutztiere Eure Hunde an der Leine führen.

Update März 2018

Der Leuchtturm steht heute (Stand März 2018) nur noch 8 Meter von der Kante der Sanddüne entfernt und droht bald ins Meer zu kippen. Die Kommune Rubjerg hat beschlossen, den Leuchtturm und einige Meter ins Inland zu versetzen und ihn damit zu retten. Leider hat die Kommune für diese Arbeiten nur einen bestimmten Betrag zur Verfügung und sucht derzeit nach einer Firma, die den Leuchtturm für dieses Geld versetzt. 

Video vom Leuchtturm

Auf unserem YouTube Kanal gibt es auch ein Video von einem unserer Besuche am Rubjerg Knude. In den Abendstunden waren wir dort und haben kurz vor Sonnenuntergang mal die Drohne fliegen lassen.

 

Soweit zu unserem Lieblingsleuchtturm. Wenn Euch der Artikel gefällt, hinterlasst doch einfach einen Kommentar.

Auf der folgenden Seite gibt es weitere tolle Informationen zu dem Leuchtturm.
http://rubjergknude.dk/tysk/vorderseite/ueberblick/

Wenn Ihr lieber Bücher lest, dann findet Ihr hier noch ein paar Links zu dem Thema:

 

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Weitere Infos zu dem Urlaubsland Dänemark und seinen Sehenswürdigkeiten findest Du unter dem Link-Button zur Kategorie Dänemark