Skandinavien im Winter – Vorbereitung auf den Roadtrip

von | 14.01.2019 | Reisen | 0 Kommentare

Skandinavien im Winter

Wir planen einen Roadtrip nach Skandinavien im Winter. Genauer gesagt zum Nordkapp und noch exakter im Januar. Ja, Du hast das richtig gelesen, im Januar zu Nordkapp. Allerdings ohne unser Anhängerzelt. Das wäre, glaube ich, wirklich zu kalt (und bescheuert). Wir wollen auf den noch geöffneten Campingplätzen Hütten mieten und damit der Kälte ein Schnippchen schlagen.

Trotzdem geht das alles nicht ganz ohne Vorbereitung, denn wir wissen nicht genau was uns dort erwartet. Soweit ich weiß, werden die Strassen dort oben zwar geräumt, aber es bleibt trotzdem eine Schneedecke auf der Strasse zurück. Ausserdem können dort in der Zeit Temperaturen bis -30°C auftreten und das ist dann, in Notsituationen kein Spaß mehr. Also müssen einige Dinge an unserem Reisemobil angepasst werden, damit wir die klimatischen Bedingungen dort oben auch meistern.

Änderungen am Fahrzeug

als erstes haben wir mal ein paar Anpassungen an unserem Fahrzeug durchgeführt. Wenn Du hier schon den ein oder anderen Bericht gelesen hast, weißt Du, dass wir mit einem Jeep Wrangler Sahara Unlimited unterwegs sind. Im Normalfall fahren wir mit Anhänger los und haben somit genügend Platz um alles an Gepäck und Utensilien mitzunehmen. Denn, im Kofferraum des Wranglers sitzen ja unsere beiden Hunde und die beanspruchen dort einfach mal den gesamten Platz.

Der Dachgepäckträger

Um nun aber alles Gepäck mitzunehmen war es einfach erforderlich die Möglichkeiten zu Verstauen des Gepäcks zu erweitern. Dafür haben wir also als erstes mal einen Dachgepäckträger auf den Wrangler bauen lassen. Ja, das haben wir nicht selber gemacht, da man dazu in das Hardtop Löcher bohren muss um den Träger dann am Überrollbügel des Fahrzeuges zu verschrauben. Das muss man machen, da die eigentliche Nutzlast des Hardtops 0kg ist. Also direkt auf das Hardtop darf man keinen Dachgepäckträger bauen.

Damit ist dann schon mal deutlich mehr Platz für das Gepäck vorhanden.

Neue Reifen

Da die Originalreifen bereits 45000 km auf dem Gummi hatten und sowieso nur Allwetterreifen waren (dazu noch schlechte) wurden kurzerhand auch neue Reifen fällig. Dabei wurde gleich auch eine Spurverbreiterung durchgeführt. Die neuen Reifen sind dann All Terrain Reifen mit Winterzulassung. Bei dieser Art von Reifen sind wir einen Kompromiss eingegangen, denn wie der Name bereits verrät sollendiese Reifen auf jedem Untergrund fahren können. Daher gab es diese Art Reifen bisher auch nur als Ganzjahresreifen ohne Schneeflocke. Die neuen Reifen sind sozusagen die ersten, die eine Schneeflocke besitzen. Allerdings liegen zu den Reifen noch keine wirklich aussagekräftigen Wintertests vor. Das werden wir also dann machen müssen.

 

Die Reifen haben, wie Winterreifen, die gezackten Lamellen und auch ein verzahntes Profil, in dem sich der Schnee festsetzen soll um dann besser zu bremsen und zu beschleunigen. Wir werden sehen ob die Reifen halten, was sie versprechen.

Die Standheizung

Wir haben ja ein wenig aus unserem Aufenthalt im Schwarzwald im Oktober gelernt. Wenn es mal kalt ist, dann wird es auch im Zelt kalt und ein elektrischer Heizlüfter frisst Strom macht aber nur mäßig warm. Also hatte ich ja bereit geplant, für das Anhängerzelt eine Deichselbox zu kaufen, in die ich dann eine Dieselstandheizung und eine Stromversorgung einbauen wollte. Beides, also Heizung und Strom, hatte ich schon zu Hause. Da wir ja nicht mit dem Zelt fahren, sondern von Hütte zu Hütte, war die Überlegung da, eine provisorische Box zu bauen, die aufs Dach kommt und die Wärme in das Auto pustet. Wenn es denn mal so richtig kalt werden sollte. Also habe ich mir eine von meinen Baumarkt Alu Kisten genommen und mit ordentlich SIKA abgedichtet und eine Heizung reingebaut.

Die steht jetzt auf dem Dachgepäckträger und kann über einen Neoprenschlauch Warmluft in das Innere des Autos blasen.

Die Stromversorgung

Für die Stromversorgung habe ich einen LiFePo4 – Akku mit einem integrierten Ladecontroller sowie einen 1200 Watt Wechselrichter vorgesehen. Beides sollte ursprünglich auch in der Box untergebracht werden. Allerdings ist die Box, die ich noch hatte dafür nicht groß genug. Ausserdem sind diese LiFePo4-Akkus ein bisschen kälteempfindlich und können es gar nicht ab, wenn sie unter 0°C geladen werden. Und da es ja nun mal zum Nordkapp gehen soll, habe ich kurzerhand entschieden, dass die Stromversorgug im Auto untergebracht wird. Hierfür musste allerdings erst mal die Rückbank aus dem Wrangler weichen. Also kurzerhand die Rückbank ausgebaut, die Stromversorgung auf dem Boden untergebracht und eine Holzplatte darüber montiert, damit auch noch weiteres Gepäck platz findet.

Letztendlich sah der Wagen dann vor unserer Abreise so aus:

Was zieht man in Skandinavien im Winter an?

Was zieht man den nun an, wenn es im Winter zum Nordkapp gehen soll? Dort oben können uns unterschiedliche Wetterlagen und Temperaturen erwarten. Damit wir für alles gerüstet sind haben wir uns keine Polarausrüstung gekauft, sondern werden uns nach dem Zwiebelprinzip anziehen. Dabei können das bis zu 4 Lagen oben rum und 2 oder 3 Lagen an den Beinen sein. Die 1. Lage besteht durchgehend aus langer Merino Unterwäsche. Die ist weich und kratzt nicht, transportiert Feuchtigkeit weiter und reguliert die Wärme auf der Haut. Der 2 Layer ist oben ein Norweger oder Fleece-Pulli. Und fürs Wetter gibt es dann noch eine dichte Daunen oder Skijacke. 

Ich denke wir sind alles in allem für den Trip zum Nordkapp ganz gut gerüstet. Also konnte es dann auch losgehen:

Nordkap im Januar – Reisetagebuch