Winter in Schweden – 3 Stationen bis Finnland

von | 07.02.2019 | Reisetagebücher | 0 Kommentare

Winter in Schweden, unsere erste Etappe zum Nordkap

Nach all den Vorbereitungen für die kalte Region Europas ging es nun endlich los. Für den Hinweg zum Nordkap haben wir die Route über Schweden gewählt und konnten damit eine weitere fantastische Region im hohen Norden kennenlernen. Zudem ist so ein Winter in Schweden dann auch noch mal ganz besonders. Bekannte von uns haben hier ein Ferienhaus und verbringen hier oben ebenfalls viel Zeit im Winter. Alle Blogposts zu der Reise findest Du übrigens in unserem Reisetagebuch. Auf gehts also, in den kalten Norden.

Werbung



12.01.2019 Start in Richtung Norden

Am Samstag ging es nun endlich los. Zunächst sind wir aber, wie immer wenn es in Richtung Norden geht, bis Neumünster gefahren und wollten im kleinen Rasthaus an der B205 frühstücken. Da wurde uns dann aber ein Strich durch die Rechnung gemacht, weil es dort samstags jetzt nur noch Buffet gibt und das auch erst ab 8:00 Uhr. Da wir aber bereits um 7:15 dort waren,  haben wir entschieden weiter zu fahren und sind schließlich an der Raststätte Hüttener Berge eingekehrt.

Stop in Dänemark

Nach einem Frühstück der Marke Standard und dazu noch teurer, ging es weiter in Richtung Dänemark. Hinter Kolding fuhren wir dann rechts rum und auf die Insel Fünen. Dort haben wir uns etwas abseits der Autobahn einen Bäcker in Årup Sogn ausgesucht um dänischen Kuchen und ein Brot zu kaufen. Im Brødkrumen habe ich eine Dagmarstart und dazu noch eine Franzbrød gekauft. Interessant war dabei, dass die Dagmarstart dort nicht Dagmarstart heißt wie in Nordjütland, sondern Smør Stykk. Wieder was gelernt. In dem Laden wurde ich dann auch gleich von einem Dänen in perfektem Deutsch angesprochen. Ob wir im Urlaub sind? Wo geht es denn hin? Wie oft sind wir zuvor in Dänemark gewesen? Echt ganz lieb.

Weiter ging es danach über die Middelfahrtbrücke nach Langeland. Wir hatten langsam Hunger und so haben wir auf einem Rastplatz Burger gegessen und sind zudem mit den Hunden ein bisschen spazieren gegangen. Der Rastplatz war übrigens sehr gut, um mit den Hunden spazieren zu gehen. Daher gebe ich hier mal den Namen an: Karlslunde Sogn südwestlich von Kopenhagen.

Ab nach Schweden

Nach dem Spaziergang und wirklich guten Burgern ging es über die Öresundbrücke rüber nach Schweden. An Malmö vorbei und noch ein paar Kilometer ins Landesinnere. Um kurz nach 3 am Nachmittag kamen wir dann in Höör an und checkten im Campingplatz Grottbyn ein. Der Platz ist sehr urig und bietet auch Unterkünfte in Form von Hobbithöhlen an. Wir haben aber eine der kleinen Standardhütten genommen. Ohne Küche und ohne Badezimmer. Dafür mussten wir dann ins Servicehaus rübergehen, das auch in einer der Hobbithöhlen untergebracht ist.

Die kalte Hütte

Die Dame an der Anmeldung sagte mir bei der Ankunft, dass in der für uns ursprünglich geplanten Hütte die Heizung nicht funktionierte und sie uns in eine andere Hütte umgebucht hat. Das ist ihr aber erst am Nachmittag aufgefallen und so lief die Heizung in unserer neuen Hütte noch nicht sehr lange als wir ankamen. Entsprechend kalt war es in der Hütte, um nicht zu sagen eiskalt. Janets Blicke waren eindeutig, das geht hier jetzt gar nicht. Gott sei dank habe ich in einem Anflug von Vorahnung beim Packen meiner Werkzeugbox irgendwie auch den Heizlüfter eingepackt, den wir immer auf Reisen mitnehmen. Also rauf aufs Autodach, den Heizlüfter runter, eingeschaltet und erst mal mit den Hunden eine Runde durch den Wald gegangen. Als wir wieder an der Hütte ankamen war es darin auch tatsächlich schon angenehm warm.

Abendessen

Zum Abendessen gab es Brot und Frikadellen, die uns Schwiegermama noch für die Reise gemacht hatte. Bereits um 21:00 Uhr lagen wir im Bett, auch weil wir nächsten Morgen um 05:15 aufstehen wollten, um unsere nächste Station zu erreichen. Diesen ersten Tag hat es durchgehend nur geregnet und dadurch war das Campinggelände entsprechend matschig. Von Winter in Schweden haben wir daher nicht viel gemerkt und es konnte also morgen eigentlich nur besser werden.

Grottbyn Camping

Die Hütten in Grottbyn sind relativ einfach eingerichtet. Sie haben ein Etagenbett und ein ausziehbares Klappsofa, Einen Tisch und 4 Stühle sind vorhanden, ein Kühlschrank, eine Kaffeemaschine sowie Reinigungsmittel für die Endreinigung. Das Servicehaus in der Hobbithöhle hat dagegen alles was das Herz begehrt. Eine ordentliche Küche, einen Essensraum mit Fernseh- und Kinderecke sowie die sanitären Einrichtungen für Männlein und Weiblein. Die Sanitäranlagen sind nichts besonderes, aber dafür sauber und ordentlich. Wir haben uns letztendlich dazu entschieden, das Klappsofa zum Schlafen zu nehmen und haben darauf auch recht gut geschlafen. Und hier noch der Link zu unserem ersten Campingplatz: http://www.grottbyn.se/

 

Gegenstand des Tages – Tag 1

Ganz klar war das heute der kleine 2 kW Reiseheizlüfter, der es uns letztendlich ermöglicht hat, in einer warmen Hütte zu schlafen.

 

13.01.2019 Durch Südschweden Richtung Ostsee

Unsere nächste Station lag in der Nähe von Gävle, einer Stadt nördlich von Stockholm, an der Ostsee gelegen. Dafür ging es erst mal in Richtung der großen Seen und dann weiter Richtung Stockholm. Ungefähr auf Höhe der südlichen Spitze des Vätternsees fing es schließlich auch pünktlich an zu schneien. Und das nicht zu wenig. Zeitweise ging es nur mit 60 km/h voran, weil vor uns 2 große Schneepflüge herfuhren und versuchten die Strasse frei zu räumen.

Wo sollen wir bloß schlafen?

Bei Gävle hatte ich 2 Zusagen von Campingplätzen, dass wir dort eine Hütte haben konnten. Der eine Platz hatte Hütten so wie die in Grottbyn, also eher günstig und spartanisch. Der andere Platz hatte etwas komfortablere Hütten mit einer eigenen Küche und auch einem eigenem Bad, die aber letztendlich doppelt so teuer sind. Wir hatten uns also entschieden, den Platz mit der günstigeren Hütte anzufahren. Beide Plätze baten um Anruf, wenn wir dort hinkommen wollten.

So habe ich dann mal einen Anruf bei Älvkarleby Fiskecamping getätigt. Der nette Herr, der nur ein sehr gebrochenes Englisch sprach, sagte mir, dass ich leider heute keine Hütte haben kann – aber morgen vielleicht. Nach meiner erstaunten Frage „Warum?“ und dass er doch bestätigt hätte, das wir dort unterkommen können, sagte er nur, dass seine Angestellte derzeit nicht da sei und er uns somit nicht helfen könne. Wir könnten aber morgen ein Hütte haben (Häh)…. OK, das war jetzt nicht das,  was ich hören wollte denn wir brauchten schließlich heute die Hütte.

Also habe ich kurzerhand bei Rullsands Camping angerufen, nur damit mich dort eine automatische Ansage auf Schwedisch volltextete. Damit war klar, da war also auch keiner da? Aus der Situation heraus machte sich langsam Unruhe breit. Da ich bisher mit Rullsands nur per EMail Kontakt hatte, habe ich kurzum eine EMail geschickt, mit der Frage, ob denn mit der Reservierung alles OK sei. Spontan habe ich mir noch eine weitere Hüttenvermietung bei Gävle bei Tante Google rausgesucht und habe dort angerufen. Die Dame konnte zwar Deutsch, ihre Hütten waren allerdings den Winter über nicht zu mieten. Während wir noch telefonierten, kam aber schon die Antwort-EMail von Rullsand, mit der Aussage, dass wir dort eine Hütte beziehen könnten. Soweit war also alles gut.

Richtung Gävle

Der Rest der Strecke verlief ohne weitere Probleme, ausser, dass es ohne Unterbrechung schneite. In Rullsand sind wir etwa um 17:30 angekommen und wurden auch gleich von Anna empfangen, die dafür extra noch mal hier rausgefahren war, um uns unsere Hütte zu zeigen und uns das Geld abzuknöpfen :-). Es war eine wirklich nette Begrüßung und wir wurden auch gleich zu unserer Reise ausgefragt. Zum Nordkap, im Winter? Cool. Tolle Idee usw. Die Klamotten aus dem Auto und vom Dach waren dann auch schnell ausgeladen. Der Platz liegt übrigens direkt an der Ostsee und so bin ich auch gleich noch mal eine Runde mit den Hunden Spazieren gegangen.

Rullsand Camping

Janet hat in der Zeit Käsespätzle mit Speck gemacht, die wieder erstklassig waren. Wir haben gegessen und den Abend ruhig ausklingen lassen. Um 21:00 Uhr lagen wir schließlich im Bett. Eigentlich tun wir ja den Tag nicht viel ausser Auto fahren, aber wir sind abends doch immer ziemlich kaputt.

Die Hütten in Rullsand Camping sind gemütlich eingerichtet. Jede Hütte hat  eine kleine Küchenzeile mit einem 2 Platten Kochherd, ein Bad mit Dusche und zwei Schlafzimmer mit jeweils 2 Einzelbetten. In der Wohnküche steht zudem ein Tisch mit 4 Stühlen und ein Sofa, das aber so durchgesessen war, dass wir es darauf nicht lange ausgehalten haben. So und weil es sich so gehört und wirklich schön dort ist, hier noch der Link zum Platz: http://www.rullsand.se/

 

Gegenstand des Tages – Tag 2

Da wir heute erst im Dunkeln in Rullsand angekommen sind, haben wir von unserer zusätzlichen LED-Beleuchtung im Wagen regen Gebrauch gemacht. Das Ausladen des Gepäcks wurde dadurch deutlich einfacher. Man sieht einfach mehr und belastet die Autobatterie nicht zusätzlich mit der Innenbeleuchtung, da die LED-Beleuchtung ja an der Zusatzbatterie angebracht ist.

14.01.2019 Entlang des bottnischen Meerbusens bis nach Skelleftea

Skelleftea liegt schon ziemlich weit oben in Schweden und war unsere 3. Station auf dem Weg zum Nordkapp. Zunächst hatten wir aber einen Termin in Gävle wahrzunehmen.

Zum Tierarzt in Gävle

Keine Panik, es ist nichts schlimmes passiert. Für die Einreise mit Hunden nach Finnland und Norwegen benötigen die Fellnasen eine spezielle Wurmkur, die dazu noch tierärztlich attestiert werden muss. Das besondere daran ist, dass diese Wurmkur mindestens 24 Stunden und maximal 120 Stunden vor Einreise nach Finnland oder Norwegen durchgeführt werden muss. Die 120 Stunden (5 Tage) bis zur Einreise hätten knapp werden können, wenn irgendwo etwas dazwischen gekommen wäre. Also haben wir bereits von Deutschland aus einen Tierarzt in Gävle per Mail kontaktiert und um einen Termin am Montag gebeten. Daher sind wir um 9:00 Uhr zunächst nach Gävle rein gefahren und haben den Tierarzt aufgesucht. Das Mittel wurde verabreicht und auch das Datum mit Unterschrift in die Tierpässe eingetragen. Supi, dann konnte es ja weiter gehen.

Die Fahrt in Richtung Skelleftea

Der Tag startete zunächst mit Traumwetter. Die Sonne schien bei -8 Grad und Schweden zeigte sich wirklich von seiner schönsten Seite. Ich hatte schon fast meine Drohne ausgepackt um mal eine Runde zu fliegen, da fuhren wir auch schon in schlechteres Wetter hinein. Es fing wieder an zu schneien und dazu kam noch ein starker Wind, der den Schnee über die Straße fegte.

Schnee, Schnee, Schnee und Wind

Die Fahrt nach Skelleftea führte uns schließlich durch wirklich schneereiches Gebiet und so durften wir endlich richtigen Winter in Schweden erleben. Die Straßen waren zwar geräumt, aber der verbliebene und fallende Schnee wurde von den vorausfahrenden Autos und den entgegenkommenden LKWs (die zu 99% Gigaliner mit bis zu 10 Achsen sind) so aufgewirbelt, dass wir zeitweise mit null Sicht unterwegs waren. Dazu kam noch, dass die Scheibenwischer am Wrangler nicht mehr die neuesten waren und dadurch die Sicht noch stärker eingeschränkt wurde.

Dieser Tag war auch der erste große Test für unsere Winterreifen, die wir schon im Dezember auf den Wrangler haben aufziehen lassen. Eigentlich sind das ja so genannte All-Terrain Reifen, die aber mit der Endung 4S (For Snow) versehen sind. Und das sind die Reifen wirklich – für Schnee. Die Reifen zeigen keine Schwäche, weder auf Schnee noch auf Eis. Klar kommen wir mit den Schweden nicht mit, aber die fahren ja auch alle mit Spikes. Aber wir wollten ja auch den Winter in Schweden erleben.

Scheibenwischer ohne Wisch

Der Schnee auf der Scheibe wurde immer mehr zu einem Problem und da zeigt es sich wie nützlich es war, dass ich für diese Reise ein Paar Ersatzscheibenwischer mit im Gepäck hatte. Also habe ich bei einer Pause einfach die Ersatzscheibenwischer aus meiner Werkzeugkiste (in der auch der Heizlüfter untergebracht ist ;-)) geholt und kurzerhand ausgetauscht. Klingt einfach, ist bei -11 Grad und schneidenden Wind mit dicken gefütterten Arbeitshandschuhen aber nicht soooo einfach…

Bei der Pause haben wir dann auch das erste mal unseren kleinen Wasserkocher an unserer mobilen 220V Anlage ausprobiert und uns so eine schöne 5-Minuten-Terrine gekocht. Das funktioniert total klasse, denn die 40 Ah Batterie (LiFePo4) hat genug Saft um über den 220 V 1200 W Wechselrichter den 600 W Wasserkocher zu versorgen. So eine 5-Minuten-Mahlzeit ist nicht unbedingt lecker, aber warm und vielleicht auch nahrhaft.

Erstarrte Natur

Auf dem Weg nach Skelleftea befinden sich immer mal wieder Felswände neben der Fahrbahn, an denen im Sommer wohl das Wasser herunterläuft. Diese kleinen Wasserfälle bilden im Winter eine fantastische Sammlung von Skulpturen aus Eis. Zudem wird das Licht immer unwirklicher und bläulicher,  je weiter wir nach Norden gefahren sind. Es kommt einem noch frostiger vor. Das einzige was immer in Bewegung ist, ist der im Wind wabernde Schnee auf der Straße.

Ankunft in Skelleftea

In Skelleftea habe ich von Deutschland aus eine Hütte mit Küche und Bad gebucht. Wir sind dort gegen 18:15 angekommen und die Rezeption war zu der Zeit natürlich nicht mehr besetzt. Skeleftea Camping liegt direkt am Skiresort des Ortes und hat auch ein automatisches Check-In. In der Antwortemail des Platzes wurde genau beschrieben, was ich an dem Chek-In-Automaten wann wo zu drücken habe und somit war die Anmeldung auch wirklich einfach. Wir bekamen über den Automaten die Zutrittskarten und eine Nummer für das Schließfach, in dem dann der Hüttenschlüssel enthalten war. Alles ganz Easy.

Skelleftea Camping

Die Hütte, die wir hatten, war ziemlich winklig aufgeteilt und bot damit unendliche Möglichkeiten, Unordnung zu schaffen. Unser Gepäck und das was wir für den Abend zum Essen benötigten war schnell aus dem Wagen und vom Dach geholt. Die Hütte hat eine kleine Einbauküche mit einem 2-Platten Herd, ein Schlafsofa mit nur einer Schlafgelegenheit und einen kleinen (sehr engen, sehr kleinen) Raum mit einem Etagenbett. Das Bad ist klein aber ordentlich eingerichtet und hat eine Dusche.

Wie gesagt, gehört zu dem Campingplatz ein kleines Skiresort mit präparierten Pisten für Ski und Snowboard. Es sind sogar ein paar kleine Sprungschanzen vorhanden. Nach dem Essen haben wir noch einen kleinen Spaziergang mit den Wauzis ins Skigebiet unternommen. Da zeigt sich wieder, warum die Skandinavier im Skisport führend sind, denn im Winter in Schweden trifft sich die Jugend hier draußen zum Skifahren.

Zu Essen gab es übrigens Nudeln mit Tomaten und Knoblauch. Um 22:00 Uhr ging es ins Bett weil wir am nächsten Morgen um 4:00 Uhr aufstehen wollten. Vor uns lag die längste Etappe der Reise durch 3 Länder, Schweden, Finnland und Norwegen, mit gesamt 750 km. Hier auch der Link zum Campingplatz in Skeleftea: https://www.skelleftea.se/skellefteacamping/stugor

 

Gegenstand des Tages – Tag 3

Ganz klare Sache: Die Ersatzscheibenwischer sind absolut der Gegenstand des Tages. Wenn Du im Winter hier hoch fährst, dann pack Dir ein paar Wischer für Dein Auto mit ein.