Der Hohenstein im Süntel – Wandern im Weserbergland

von | 05.01.2021 | Reiseziele, Deutschland, Outdoor | 0 Kommentare

Im Herbst 2020 habe ich mich mal auf den Weg in den Süntel begeben und bin hoch zum Hohenstein gewandert. Der Süntel ist ein kleiner Gebirgszug in Niedersachsen etwas südwestlich von Hannover. Er liegt westlich vom Deister und gehört zum Weserbergland. Ich hatte einige schöne Berichte vom Süntel gehört und wollte mal wieder mit der Kamera losziehen und ein bisschen der Landschaftsfotografie nachgehen. Da der Süntel nur etwa 40 Minuten von meiner Haustür mit dem Auto entfernt ist, habe ich das ganze mit einem Tagesausflug verbunden. Das Wetter war schön sonnig und versprach damit ideale Voraussetzungen für eine Wanderung und das Fotografieren.

Hier gleich der Hinweis, dass es das Ganze auch als Video auf YouTube anzusehen gibt. Wenn Du also lieber Video schaust anstatt zu lesen, dann ist hier der Link zum Video:

Werbung



Was gibt es im Süntel

Der Süntel ist eigentlich bekannt für seine schönen Wanderwege, die vielen Bäche, die durch die Täler fließen, Höhlen die man sich teilweise sogar von innen ansehen kann und natürlich die Felsformationen am Hohenstein. Jede dieser Sehenswürdigkeiten alleine wäre ja schon eine Anreise wert, aber dann auch noch alles zusammen. Ich war gespannt, wie viele der einzelnen Punkte ich sehen würde.

Zunächst einmal bin ich bei strahlendem Sonnenschein losgefahren, musste aber feststellen, dass der Süntel ja etwas höher liegt und dort noch dichter Nebel bei meiner Ankunft vorherrschte. Nun ja, nicht so schlimm, auch im Nebel lassen sich schöne Fotos machen und dem Wandern ist der Nebel auf jeden Fall nicht abträglich. Also ging es erst mal im Nebel los.

Ich war sehr gespannt, ob ich wohl eine  der Höhlen besichtigen kann. Die erste und bekannteste Höhle im Süntel ist die Schillat Höhle. Leider war die Höhle und das dazugehörige Naturzentrum bei meinem Trip bereits geschlossen. Aufgrund der Corona Pandemie ging die Höhle dieses Jahr bereits Anfang November in Winterschlaf. Eine andere Höhle habe ich auf meiner Wanderung leider nicht gefunden.

Also ging ich vom Wanderparkplatz Försterlaube los. Der Parkplatz ist etwas abgelegen und ich bin zunächst den schmalen Weg in Richtung Blutbachtal gegangen dieser Weg führt durch einen sehr interessanten Wald mit gebogenen Buchen erst hoch dann wieder runter in Richtung des Blutbaches.

Buche im Süntel

Buche im Süntel

Hier sollte es einige kleinere Stromschnellen geben, die auch immer wieder ein schönes Motiv in der Landschaftsfotografie ergeben. Im Blutbachtal angekommen musste ich jedoch feststellen, dass für reißende Stromschnellen einfach zu wenig Wasser im Bach war. Sozusagen kein Blut und sehr wenig Bach. Ich bin dann ein ganze Weile am Blutbach entlang gewandert bis ich zur Baxmannbaude gekommen bin. Eigentlich befindet sich hier ein Kaffee, aber aufgrund der aktuellen Situation war das geschlossen.

Blutbachtal im Süntel

Blutbachtal im Süntel

Nachdem nun Höhlen und Wasserfälle für den heutigen Tag entfallen sind, blieben noch die Felsformationen des Hohenstein. An der Baxmannbaude befindet sich eine Übersichtskarte, auf der ich mir den Weg hoch zu den Felsformationen des Hohenstein aussuchte. Ich habe mich für den kurzen Weg entschieden, der über ein paar hundert Treppenstufen direkt und sehr steil hoch zu den Felsen führt. Das war sicherlich nicht eine meiner besten Ideen.

Der Weg zum Hohenstein

Hoch zu den Felsformationen des Hohenstein führen verschiedene Wege. Der längste Weg führt bei relativ kleiner Steigung über eine Serpentinenstrasse bis hoch zum Aussichtspunkt. Der Weg ist sehr empfehlenswert für Radfahrer die dort hoch möchten. Zu Fuß und etwas schneller aber auch sehr viel steiler geht der Weg über die Treppen. Hier geht es auf dem direkten Weg durch die Waldgebiete, vorbei an schönen mit Moos, Sträuchern und Bäumen bewachsenen Felsen. Aber der Weg ist wirklich sehr steil und ich war mit meiner großen Fotoausrüstung unterwegs. Auf den letzten Metern war ich da wirklich am keuchen und am schwitzen.

Felsformation auf dem Weg zum Hohenstein

Felsformation auf dem Weg zum Hohenstein

Als ich oben angekommen bin, habe ich allerdings gleich gesehen, dass sich der Aufstieg hierher lohnt. Direkt vor mir eröffnet sich die Sicht auf das südliche Weserbergland. Da der Nebel sich schon fast vollständig verzogen hatte, war das schon eine grandiose Aussicht an der Kante der 40 Meter steil abfallenden Felsformation.

Treppen zum Hohenstein

Treppen zum Hohenstein

 

Die Felsformationen des Hohenstein

Wenn Du die Treppen zum Hohenstein geschafft hast, erwartet Dich ein schöner Ausblick auf das Weserbergland. Die erste Felsformation, auf die Du triffst ist die sogenannte Teufelskanzel. An ihrer Kante fallen die Felsen 40 Meter senkrecht nach unten und immer wieder ziehen sich Felsspalten durch den Stein, die ebenso steil nach unten abfallen. Hier oben musst Du schon ein bisschen aufpassen, wo Du hintrittst, denn diese Felsspalten sind teilweise durch Gebüsch verdeckt. Sowohl an der Kante als auch in den Felsspalten hat es bereits einige Abstürze mit Todesfolge gegeben. Zu der Teufelskanzel habe ich unten mal ein paar Bilder in der Gallerie zusammengestellt.

 

Von der Teufelskanzel hat man nicht nur einen fantastischen Ausblick auf das südliche Weserbergland sondern auch auf die Felsformation des Hirschsprungs. Wenn Du also an der Kante der Teufelskanzel stehst musst Du nach rechts rüber schauen und findest dort eine weitere Felsformation mit einem markanten Baum auf der Spitze. Das ist der Hirschsprung. Leider ist der Weg zu der Felsformation mit Zäunen abgesperrt und so kannst Du die Felsen nur von Ferne betrachten. Wahrscheinlich hat es auf dem Weg dorthin zu viele Unfälle in den Felsspalten gegeben. Aber auch der Blick aus der Ferne ist auf jeden Fall ein Highlight.

Der Hirschsprung am Hohenstein

Der Hirschsprung am Hohenstein

 

Der grüne Altar

Oben auf der Teufelskanzel gibt es einen großen Steintisch, auf dem die Richtungen einzelner Städte, die von hier aus zu sehen sind, eingeritzt sind. An dem Tisch habe ich erst mal ein bisschen Pause gemacht und etwas gegessen und einen Tee getrunken. Ein wirklich sehr beeindruckender Ort für ein Picknick in freier Natur. Nachdem ich mich noch mit einem Ehepaar unterhalten habe, dass dort in der Nähe wohnt und so alle 2 Wochen mal rauf auf den Hohenstein wandert, bin ich weiter an der Felskante entlang nach links Richtung dem grünen Altar gegangen.

Der grüne Altar ist die dritte Felsformation. oben am Hohenstein und auf dem Weg deutlich erkennbar. Über ein paar Treppen kommt man rauf auf den Felsen, der, im Gegensatz zur Teufelskanzel, komplett mit einem Geländer an den Kanten gesichert ist. Die Aussicht von hier oben ist nicht ganz so spektakulär wie an der Teufelskanzel, aber man hat einen schönen Blick in den angrenzenden Wald am Hang unter dem Felsen. Die Baumwipfel ragen hoch bis über die Felsformation hinaus.

Grüner Altar am Hohenstein

Grüner Altar am Hohenstein

 

Der Weg zurück

Zunächst hatte ich vor, den Treppenweg wieder runter bis zur Baxmannbaude und von da aus dann weiter zurück zum Parkplatz zu gehen. Da ich den Weg aber schon kannte und mir das ältere Ehepaar an der Teufelskanzel einen anderen Weg empfohlen hatte, ging es also direkt hinter dem Grünen Altar runter über steile und matschige Forstwege mitten durch den Wald in Richtung Parkplatz Kreutzsteinquelle. Die Wege waren wie gesagt, matschig, lehmig und mit nassem Laub bedeckt und somit extrem rutschig. Ich war froh, meine guten Wanderstiefel angezogen zu haben, denn andere Wanderer, die auch dort unterwegs waren, sind zeitweise auf dem Hosenboden den Hang hinuntergerutscht.

Forstweg runter vom Hohenstein

Forstweg runter vom Hohenstein

Am Ende des Forstweges kommt man dann wieder auf den Weg der durch das Blutbachtal verläuft. Hier musste ich noch eine Weile nach rechts in Richtung der Baxmannbaude gehe, bevor es dann wieder über die kleine Brücke zurück zum Parkplatz Försterlaube geht. Auf dem Weg befindet sich aber auch noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit an der man verweilen kann. Hohe, schon tote Bäume stehen am Wegesrand und das Denkmal einer tragischen Liebesgeschichte befindet sich auch hier auf dem Weg:

Denkmal einer tragischen Liebesgeschichte im Süntel

Denkmal einer tragischen Liebesgeschichte im Süntel

Beschreibung der Liebesgeschichte

Beschreibung der Liebesgeschichte

Fazit zum Hohenstein im Süntel

Die Felsmassive des Hohenstein sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Wanderung dort hoch ist aber nicht von schlechten Eltern, gerade wenn Du wie ich den Treppenweg hoch und die Forstwege am grünen Altar wieder runter gehst. Festes Schuhwerk ist hier absolute Grundvoraussetzung. Achte darauf, dass Deine Wanderschuhe auch noch ordentlich Profil haben, damit Du auf lehmigem Untergrund noch genügend Halt hast.

Auch wenn ich keine Höhle besichtigt habe und das Wasser in den Bächen nur spärlich floss, war es doch eine wunderschöne Wanderung die ich jedem naturbegeisterten ans Herz legen möchte. Auch wenn Du jetzt den ganzen Artikel gelesen hast, dann schau trotzdem noch mal bei dem Youtube Video vorbei, denn da gibt es noch die ein oder andere Impression mehr zu sehen.

Da der Hohenstein im Norden des Süntel liegt und ich auch nur dort unterwegs war, wird es zu der Gegend mit Sicherheit noch einen weiteren Teil hier auf dem Blog geben, in dem ich dann eine Strecke die weiter südlich im Süntel gelegen ist beschreibe.