Deister Wanderung – Bad Nenndorf bis Teufelsbrücke

von | 18.11.2020 | Reiseziele, Deutschland | 0 Kommentare

Der Deister ist ein Mittelgebirgszug in Niedersachsen und erstreckt sich von Bad Nenndorf im Norden bis nach nach Springe im Süden. Wenn Dir das nichts sagt, dann solltest Du auf der Karte mal so westlich von Hannover nachsehen, da findest Du die Gegend. Der Deister ist nur 405 Meter hoch und 23 km lang. Damit bietet er optimale Routen zum Wandern und Radfahren, die auch von nicht ganz so fitten Wanderern gegangen beziehungsweise gefahren werden können.

Wir waren Ende Oktober mit einem befreundeten Pärchen im nördlichen Teil des Deisters unterwegs. Janet und ich waren vorher noch nie dort wandern, obwohl diese wirklich schöne Landschaft doch fast direkt vor unserer Haustür liegt. Hier beschreiben wir Dir im ersten Teil zum Thema wandern im Deister, ein etwa 7 km lange Wanderung im nördlichen Teil von Bad Nenndorf über den Belvedereturm bis zur Teufelsbrücke.

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Anfahrt und Parken

Wenn es eins gibt, was es wirklich viel gibt am Rande des Deisters, dann sind es Parkplätze. Wir sind über Bad Nenndorf angereist und habe somit auf dem nördlichen Parkplatz im Deister unsere Autos abgestellt. Hier gibt es insgesamt 3 Möglichkeiten. Die erste Parkbucht befindet sich kurz vor der Abzweigung nach rechts zur Mooshütte, die 2. Parkbucht kommt kurz nach der Abzweigung und die 3. Parkmöglichkeit ist ein Wendeplatz kurz vor dem Durchfahrt-Verboten-Schild. Wir haben uns mit in die 2. Parkbucht gestellt und sind von dort weiter den Forstweg rauf und dann nach rechts in Richtung Mooshütte abgebogen.

Der Weg geht langsam bergauf durch schönen Mischwald, bis zum linken Rand der Mooshütte. Dort, vor der Mooshütte, besteht ebenfalls die Möglichkeit das Auto abzustellen. Wir sind über den Parkplatz zur rechten Seite des Parkplatzes gegangen, um von dort aus auf dem Wanderweg X2 in Richtung Belvedereturm weiterzugehen.

Der Belvedereturm im Deister

Der Belvedereturm befindet sich im nordwestlichen Teil des Deisters und erlaubt einen schönen Blick über die Baumkronen in Richtung Bad Nenndorf. Wir sind auf dem Weg X2 weiter gegangen, dieser biegt dann nach kurzer Zeit erst nach links ab und dann nach rechts. Der Weg führt durch Mischwald mit einzelnen Lichtungen und ist nicht sehr schwer zu gehen. Kurz bevor wir zum Belvedereturm kamen sind wir auf eine sehr interessante Senke im Deisterboden getroffen. Der Boden fällt hier rund 6 – 10 Meter steil ab und bildet eine Grube von etwa 30 Metern Durchmesser. Eine wirklich außergewöhnliche Landschaftsformation, als wenn hier der Boden einfach mal eingestürzt ist.

In der Senke wachsen einige hohe Bäume und machen die ganze Szenerie noch mal beeindruckender. Ich habe zwar ein Foto gemacht, allerdings fehlt einfach die 3. Dimension um diese Senke wirklich richtig darzustellen:

Senke im Deister

Senke im Deister

Direkt oberhalb der Senke befindet sich dann der Belvedereturm. Hier gibt es aber auch einen Mountainbike Parcours mit Rampen. Bei unserem Besuch waren dort einige MTBler aktiv, also sei vorsichtig, da dort eventuell auch mal ein Fahrrad den Weg kreuzt.

Wir waren am Samstag im Deister und es war tatsächlich einigermaßen voll. Ich denke im Moment liegt das auch daran, dass die Menschen derzeit nicht übers Wochenende ans Meer fahren können und daher einfach mal die Natur der näheren Umgebung erkunden. Somit bietet uns diese Corona Pandemie ja auch mal die Chance etwas in unserer näheren Umgebung zu erkunden. Das ist auf jeden Fall mal was Positives.

Wir mussten jetzt am Turm allerdings erst mal warten, da im Moment immer nur eine Familie hoch auf den Turm kann. Ich bin zusammen mit unserem befreundeten Pärchen auf den Turm gestiegen und Janet ist mit den beiden Hunden unten geblieben. Vielleicht hätten wir das lieber so machen sollen, dass Janet mit rauf geht und ich unten bleibe, denn meine Höhenangst hat da oben mein Herz doch etwas schneller schlagen lassen. Zumal die Treppen dort hinauf sehr wackelig sind und oben noch mal eine Gitterplattform raufgebaut wurde, um den Ausblick über die weiter wachsenden Bäume zu ermöglichen.

Gott sei Dank mussten wir uns mit der Aussicht von oben beeilen, denn unten warteten bereits weitere Wanderer um auf den Turm zu steigen. Als wir wieder unten waren, meinte Janet ich wäre wohl etwas bleich im Gesicht gewesen, was natürlich überhaupt gar nicht sein kann….

 

Der Deister in Richtung Teufelsbrücke

Vom Belvedereturm geht es weiter auf dem Wanderweg X2 Richtung Süden. Die Beschilderung im Deister ist nur einigermaßen verständlich und so haben wir immer wieder unsere Position mit dem Handy kontrolliert. Wegweiser sind zwar an vielen Stellen aufgestellt, aber doch nicht überall, so dass man sich schon das ein oder andere Mal hätte Verlaufen können.

Wandern mit Abstand im Deister

Wandern mit Abstand im Deister

Was wir auch ein wenig auf dem Weg vermißt haben waren Bänke, auf denen man eine Rast hätte machen können. Zum Glück gibt es aber überall unterwegs umgestürzte Bäume am Wegesrand liegen, auf denen man dann eine Pause einlegen kann. Vom Belvedereturm aus mussten wir nur eine kurze Strecke bergab wandern und sind dann an einem kleinen Buchenwäldchen vorbeigekommen, in dem sehr schöne verschnörkelte Bäume standen. Dort fand sich auch ein umgekippter Baum auf dem wir uns dann niedergelassen und eine Kleinigkeit gegessen haben. Hier haben dann auch unsere beiden Fellnasen ihr Mitagessen bekommen.

Hundefütterung im Deister

Hundefütterung im Deister

Der Weg in Richtung Teufelsbrücke geht zunächst eine ganze Zeit lang am Rande des Deisters bergab und man denkt schon fast, gleich kommt man ganz raus aus dem Wald, da geht es dann auf einmal wieder ziemlich steil bergan und das auch für eine recht lange Strecke. Tatsächlich musste ich die letzten Meter bis zur Teufelsbrücke schon mal meine Jacke aufmachen, weil ich dann doch ins schwitzen gekommen bin. Auf jeden Fall ist die Strecke bis hierher wirklich schön und bietet wegen der Randlage am Deister zeitweise eine schöne Sicht auf das Umland.

Die Teufelsbrücke

Die Teufelsbrücke ist eigentlich eine Gastwirtschaft an der sich eine kleine Holzbrücke über den Bach Ackersbeke befindet. Die Gastwirtschaft hat aufgrund der Coronaauflagen Speisen und Getränke nach außen verkauft und ein paar Sitzmöglichkeiten waren auch dort vorzufinden. Ansonsten ist der Ort nicht so wirklich teuflisch und auch die Brücke machte allerhöchstens unserem kleinen Bordercollie Ben Angst, der aber sowieso nicht gerne über Brücken geht. Ist halt eine Holzbrücke:

Teufelsbrücke im Deister

Teufelsbrücke im Deister

Da der Ort weniger spektakulär ist, als der Name anzudeuten versucht, haben wir uns hier auch nicht sehr lange aufgehalten und sind über die Brücke und dann die steilen Stufen hoch, wieder auf die Spitze des Deisters zurück gegangen. Das was an dem Ort dann doch teuflisch ist, sind die Abstände der Stufen in der Treppe hinter der Brücke. Es geht dort doch schon einige Meter hoch und die Stufen sind leider so unterschiedlich und teilweise hoch, dass man mit kaputten Knochen lieber einen anderen Weg suchen sollte. Wir sind aber tapfer da hoch und dann weiter den Weg entlang Richtung des “Fensters zum Urwald”.

Das Tor zum Wald

Von der Teufelsbrücke geht es einmal oben über den Deister rüber zur anderen Seite (im Osten) auf der auch der Hauptwaldweg verläuft. An diesem Hauptweg haben wir weiter nördlich unsere Autos abgestellt und wir wollten jetzt den Rest des Weges einfach diesen Weg entlang wieder in Richtung Bad Nenndorf bergab gehen.

Von der Teufelsbrücke aus kommt man dann an einem Holztor an einer Kreuzung vorbei, direkt an dem Hauptwaldweg gelegen. Dieses Holztor ist das Fenster zum Urwald und gibt einen Blick auf ein Stück unberührtem Wald frei. Die Idee ist ganz nett gemacht, wenn auch das Holztor nicht sehr spektakulär ist. Aber immerhin bekommt man ein paar Infos zum niedersächsischen Urwald.

Urwald Information

Urwald Information

Das Fenster zum Urwald

Das Fenster zum Urwald

 

 

Wandern im Deister, unser Fazit

Wandern im Deister macht wirklich Spaß. Die Höhenmeter halten sich in Grenzen, die Wege sind gut ausgebaut und es gibt immer mal wieder eine Restauration, in die man einkehren kann (Mooshütte und Teufelsbrücke auf unserer Wanderung). Die Sehenswürdigkeiten sind oftmals nicht sehr spektakulär, was aber den Spaßfaktor, dort in der Natur seine Freizeit zu verbringen nicht schmälert. Derzeit sind wir alle ja etwas eingeschränkt, was das Reisen angeht und da bieten sich doch solche Coronawanderungen einfach an. Wir haben jetzt erst mal den nördlichen Teil des Deisters besucht und werden das auf jeden Fall mit dem mittleren, dem südlichen und dem kleinen Deister wiederholen.

Mehr Infos zum Deister und den Wanderwegen gibt es unter folgendem Link:

http://www.deister.de/content/wandertipp_bad_nenndorf.html