Fotorucksack fürs Wandern – wie findet man den richtigen?

von | 12.01.2021 | Ausrüstung, Fotografie | 0 Kommentare

Wir sind viel unterwegs und Wandern gehört einfach zu unseren Reisen dazu. Und natürlich wollen wir unsere Fotoausrüstung auch beim Wandern dabei haben. Hierfür waren wir lange auf der Suche nach dem richtigen Fotorucksack, der auch bei längeren Tagestouren unsere Fotoausrüstung aufnimmt, schützt und dabei auch noch einigermaßen bequem zu tragen ist.

Zunächst einmal, worüber reden wir hier?? Also wir machen keine mehrtägigen Wandertouren, sondern unser Backpack muss alles aufnehmen, was wir so für einen Tag benötigen und das sowohl wenn wir zu zweit unterwegs sind, als auch wenn ich mal alleine mit den Hunden wandern gehe. Mit Hunden wird das ganze dann schon eng, denn in dem Fall muss ich ja auch Verpflegung für die beiden Fellnasen mitnehmen. Aber der Reihe nach…..

Diesen Beitrag müssen wir wieder als Werbung kennzeichnen, denn wir nennen Dir hier auch Marken und ganz spezielle Rucksäcke. Dieser Artikel ist allerdings nicht gesponsert, das heißt, wir haben alle die Rucksäcke und Rucksacklösungen selber gekauft und auch in der Praxis erprobt. Du erfährst hier also unsere Erfahrung von vielen Wanderungen aus erster Hand.

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Mein erster Fotorucksack

Mein erster Fotorucksack war ein Lowepro Mini Trekker. Tolles Teil, wenn man denn nur die Kameraausrüstung dabei haben möchte. Damals (2001) habe ich mir auch noch nicht so die Gedanken über das Wandern mit Fotoausrüstung gemacht, das kam dann aber im ersten Urlaub in Norwegen. Da war schnell klar, dass so ein Teil zwar die Kameraausrüstung gut aufnimmt, aber der Proviant und die Regenklamotten müssen halt zu Hause bleiben. Diese Art von Fotorucksack ist ideal, wenn Du damit nur die Fotoausrüstung zu einem Shooting transportieren willst, für alles andere kann man die Teile leider vergessen.

Trotz alledem, habe ich den Rucksack immer noch in meinem Besitz, denn er ist für das was er an Raum bietet sehr kompakt und ich nutze ihn von Zeit zu Zeit, wenn ich die Kamera mitnehmen will und nichts anderes weiter benötige. Der Rucksack bietet Platz für 2 Bodies und 3 – 4 Objektive (je nach Größe) und ein Blitzgerät passt da auch noch rein. Also ideal für alles, wo ich die komplette Ausrüstung hinschleppen muss und was dann On Location ist.

Natürlich kann ich in dem Mini Trekker auch nur die halbe Fotoausrüstung unterbringen und habe dann mehr Platz für andere Dinge wie Essen oder Trinken. Allerdings liegt der Kram dann im gleichen Bereich, wo auch die teure Kameraausrüstung untergebracht ist. Das alles ist nicht so optimal, daher sind solche Fotorucksäcke wie der Mini Trekker nicht so richtig zum Wandern geeignet. Wenn Du aber ein festes Ziel hast und keine weitere Ausrüstung als Deine Kamera benötigst, ist der Mini Trekker natürlich auch gut geeignet. Das Tragesystem ist gut gepolstert und bietet auch bei relativ schwerer Ausrüstung noch ordentlich Komfort.

Fotorucksack Mini Trekker

Fotorucksack Mini Trekker

Mini Trekker mit Kamera

Mini Trekker mit Kamera

Mini Trekker Tragesystem

Mini Trekker Tragesystem

Der Trekkingrucksack als Alternative

Im Norwegenurlaub 2001 hatten wir unsere normalen Trekking-Rucksäcke von Jack Wolfskin auch dabei. Da der Mini Trekker für Wanderungen ausfiel, haben wir uns für eine recht gute Alternative entschieden. Die Kameraausrüstung wurde in zusätzlichen gepolsterten Taschen untergebracht und einfach im unteren Bereich des Trekking-Rucksacks verstaut. Für die Objektive haben wir einfach die Objektivtaschen genommen, in denen die Objektive auch geliefert wurden und die Kamera haben wir in Microfleece Tüchern eingepackt. Damit waren alle Teile gut geschützt und auch in einem extra Fach des Rucksacks untergebracht.

Diese Alternative nutzen wir heute noch genauso, wenn wir auf eine längere Wanderung gehen und nicht die gesamte große Fotoausrüstung mitnehmen wollen. Das hat sich bewährt und ist für uns mehr als nur ein Notnagel geworden. Von einigen anderen Reisebloggern weiß ich auch, dass die es genauso handhaben. Der Vorteil hierbei ist auch, dass diese Wanderrucksäcke mit einem hervorragenden Tragesystem ausgestattet sind, was bei einem normalen Kamerarucksack nicht unbedingt der Fall sein muss. Die vielen Gurte an einem Trekkingrucksack erlauben darüber hinaus auch noch das Mitnehmen eines Stativs und zusätzlich der Wanderstöcker.

Zwischenzeitlich habe ich die Microfleece Tücher durch eine kleine gepolsterte Tasche aus Neopren ersetzt, in die sowohl die Kamera als auch ein weiteres Objektiv hineinpasst. Das schützt die Kamera dann noch ein bisschen mehr und ich kann die Tasche auch mal ohne den Rucksack von einem zum anderen Ort tragen. Das kann sehr nützlich sein, wenn Du an einem Ort von verschiedenen Positionen aus Fotos machen möchtest.

Der Nachteil der Lösung mit dem normalen Trekkingrucksack ist die aufwendige Rumräumerei im Rucksack. Erst musst Du den Reißverschluß vom Rucksack öffnen, dann die Tasche raus, nochmal Reißverschluss und dann hast Du endlich die Kamera in der Hand. Damit sind natürlich spontane Fotos in der Natur so gut wie unmöglich.

Der Trekkingrucksack als Fotorucksack

Der Trekkingrucksack als Fotorucksack

Trekkingrucksack mit Neoprentasche für die Kamera + Objektiv

Trekkingrucksack mit Neoprentasche für die Kamera + Objektiv

Trekkingrucksack geschlossen mit Fotoausrüstung

Trekkingrucksack geschlossen mit Fotoausrüstung

 

 

 

Die Lösung für den Spaziergang

Wenn Deine Wanderung eher so ein Spaziergang ist, dann haben wir hier noch eine ganz andere Lösung für Dich parat. Wenn kein Proviant oder ähnliches mitgenommen werden muss, bietet sich ein sogenanntes Slingbag an. Ich habe mir vor einigen Jahren mal ein Slingbag von CaseLogic zugelegt. Das trägt man über eine Schulter auf dem Rücken und kann es mit einem Bauchgurt noch weiter befestigen. In der Position ist es nicht im Weg und Du kannst beide Hände frei nutzen. Mit einem Schwung hat man das Slingbag dann vor dem Bauch und die Kamera schnell aus der Tasche entnommen. Damit sind auch spontane Fotos in der Natur möglich.

Mein Slingbag ist ja nun schon einige Jahre alt und soweit ich das gesehen habe sind die neueren deutlich komfortabler und haben auch noch das ein oder andere Fach mit dabei, in dem Essen und Getränke verstaut werden könnten. Somit eignet sich so ein Slingbag für die kleine Hunderunde oder aber einen etwas ausgedehnteren Spaziergang.

In mein Slingbag bekomme ich meine Systemkamera mit angesetztem Zoom Objektiv und zusätzlich bringe ich in der Seitentasche noch ein weiteres Zoomobjektiv unter. In den anderen Seitentaschen ist bei mir Platz für Speicherkarten und Akkus. Die Halterung für das Stativ ist allerdings nicht so bequem und nur für ein leichtes Reisestativ geeignet. Ich nehme daher immer mein Gorillapod mit wenn ich das Slingbag als Fotorucksack nutze.

Slingbag von CaseLogic

Slingbag von CaseLogic

Slingbag als Fotorucksack

Slingbag als Fotorucksack

Lösung für die kleine Ausrüstung

In unserem Blogbeitrag über die kleine Fotoausrüstung für ausgedehnte Wanderungen haben wir ja schon beschrieben, was alles zu der kleinen Ausrüstung gehört. Idee ist, bei langen anstrengenden Wanderungen, die große Ausrüstung zu Hause zu lassen und nur die Kompaktkamera mitzunehmen. Das hat den Vorteil, dass wir mehr Proviant und Wasser mitnehmen können und auch für den Notfall oder ein schönes Picknick, ein oder 2 Decken dabei haben.

In diesem Fall nutzen wir unsere normalen Trekkingrucksäcke und packen die Kompaktkamera in eine kleine Umhängetasche. Dadurch ist die Kamera immer griffbereit und im Rucksack ist genügend Platz für alles andere Equipment.

Kleine Ausrüstung ohne Fotorucksack

Kleine Ausrüstung ohne Fotorucksack

Integrierte Foto-Wander-Rucksäcke

Lange habe ich nach dem perfekten Fotorucksack fürs Wandern gesucht. Es gibt schon einige vielversprechende Ansätze und wenn ich so bei den etwas bekannteren Fotografen rumschaue dann finde ich da des öfteren Rucksäcke der Firma f-stop. Die Fotorucksäcke dieser Firma hatte ich lange auf dem Schirm. Sie bieten alles was ein guter Wanderrucksack benötigt, inklusive längenverstellbaren Schultergurten und gut gepolsterten Hüftgurt. Die Rucksäcke müssen zusätzlich mit einem Kamera Inlay ( eine sog. ICU) ausgerüstet werden und das macht die Kombination nicht gerade günstig. Weiterhin ist die Kamera nur über die Rückseite zugänglich und das hindert doch sehr wenn man mal spontan ein Foto machen möchte. Ansonsten scheinen die Teile ziemlich robust zu sein, können mit eine Trinksystem ausgerüstet werden und habe sogar einen Rahmen aus Aluminium.

Ich verlinke hier mal zur Seite von f-stop: https://fstopgear.com/

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt die Firma Mindshift mit Ihren Fotorucksäcken. Bei diesem Fotorucksack befindet sich eine Foto-Hüfttasche im unteren Teil des Rucksacks, die seitlich herausgezogen werden kann und dann einen schnellen Zugriff auf die Kamera gewährleistet. Das System macht einen sehr durchdachten Eindruck, wobei die Rezensionen im Internet geteilter Meinung sind. Besonders was die Qualität angeht scheint man hier Abstriche machen zu müssen. Das war auch der Grund, warum ich mir keinen Rucksack von Mindshift zugelegt habe. Preislich ist der Fotorucksack aber auf jeden Fall interessant.

Auch zu Mindshift füge ich hier mal den Link ein: https://mindshiftgear.de/de/rucksaecke/rotation180-professional-38l-deluxe

 

Einer für Alles

Seit einiger Zeit war der Shimoda Action X 30 bereits angekündigt, in Deutschland konnte man ihn aber erst ab August 2020 bestellen. Die Marke Shimoda kommt aus Japan und hat 2 verschiedene Serien an Fotorucksäcken im Program, den Action X und den Explore. Der Action X ist ein Fotorucksack für den Outdoorbereich und wurde per Crowdfunding finanziert. Der Eigentümer der Firma Shimoda ist selber Fotograf und viel im Freien unterwegs. Er hat also versucht alle seine Ansprüche an einen guten Fotorucksack in das Projekt einfließen zu lassen.

Den Action X gibt es in 3 verschiedenen Größen mit 30, 50 und 70 Litern Volumen. Auch beim Action X muss man, wie beim f-Stop ein Kamera Inlet (sog. Core Units) dazu kaufen. Diese Core Units gibt es in verschiedenen Größen, für spiegellose Systemkameras und für Spiegelreflexkameras. Der Action X hat aber ein paar Besonderheiten, die ich so bisher bei keinem anderen Fotorucksack gesehen habe und deshalb habe ich mich auch dafür entschieden mir diesen Rucksack zuzulegen.

Das erste, was auffällt ist, dass der Fotorucksack von Shimoda einen Rollverschluss oben hat, den man auch ausgerollt schließen kann und somit das Volumen um weitere 5 Liter erweitern kann. Dadurch passen dann schon mal die Vorräte für unsere beiden Hunde mit in den Rucksack. Wird der Platz des Rollverschlusses nicht benötigt, dann kann man das obere Fach auch zusätzlich noch über einen Reißverschluss öffnen.

Fotorucksack von Shimoda

Fotorucksack von Shimoda

Shimoda Action X 30 zusammengerollt

Shimoda Action X 30 zusammengerollt

Zugriff zum oberen Fach über Reißverschluss

Zugriff zum oberen Fach über Reißverschluss

Das untere Kamerafach ist wie bei allen anderen Fotorucksäcken über das Rückenteil erreichbar. Diese öffnet allerdings nach links und nicht wie bei anderen Marken nach unten. Finde ich persönlich besser, warum kann ich nicht sagen. Zusätzlich zu dem Zugang über das Rückenteil verfügt dieser Fotorucksack aber auch noch über einen Schnellzugriff an der Seite. Dadurch kann ich den Rucksack so halb nach vorne vor die Brust schwingen und kann relativ zügig die Kamera entnehmen. Deutlicher Vorteil bei spontanen Fotogelegenheiten.

Die Schultergurte sind ebenfalls an die Körpergröße anpassbar allerdings etwas schmal gepolstert. Da hatte ich erst Bedenken, muss aber nach etlichen Touren sagen, dass der Tragekomfort sehr gut ist.

Der Gepäckteil und der Kamerateil sind gut voneinander getrennt, so dass eine auslaufende Wasserflasche nicht gleich die Kamera zerstört. An der Seite gibt es verschiedene Staufächer in die sich Wasserflaschen oder ein Stativ befestigen lassen. Im Rückenfach gibt es ein Laptopfach und vorne zusätzliche Taschen für Filter oder Regenkleidung.

Ich habe den Fotorucksack Action X 30 seit nunmehr 6 Monaten im Einsatz und muss sagen, dass ich von Funktion und Qualität sehr angetan bin. Der Rucksack ist zwar nicht billig, aber derzeit kenne ich keine Alternative, die alles bietet was ich an einem Fotorucksack sehen möchte. Sowohl das Slingbag als auch der reine Fotorucksack bleibt eigentlich immer zu Hause. Und auch der Wanderrucksack kommt nur dann zum Einsatz, wenn die Tour wirklich anspruchsvoll ist und ich viel Gepäck neben der Fotoausrüstung mitnehmen muss.

Shimoda Fotorucksack mit geöffneter Rückseite

Shimoda Fotorucksack mit geöffneter Rückseite

Shimoda Action X 30 Tragesystem

Shimoda Action X 30 Tragesystem

Fotorucksack mit seitlichem Schnellzugriff

Fotorucksack mit seitlichem Schnellzugriff

 

Auch zu dem Shimoda verlike ich mal auf die Seite, denn Shimoda vertreibt den Rucksack nur im Direktverkauf:

https://shimodadesignseu.com/de/action-x

Fazit

Der für mich ultimative Fotorucksack fürs Wandern ist der Shimoda Action X. Da der Rucksack in verschiedenen Größen angeboten wird, ist auch für jeden Anspruch etwas dabei. Mit dem Action X 70 sind sicherlich auch mehrtägige Wandertouren mit Zelt und Schlafsack möglich. Derzeit geht meiner Meinung nach nichts an dem Rucksack vorbei. Shimoda ist da wirklich etwas gelungen, was sich so bei keinem anderen Hersteller findet.

Wenn Du bereits einen Trekkingrucksack hast und Du kein weiteres Geld für einen Fotorucksack ausgeben möchtest, dann ist meiner Meinung nach die Lösung mit der kleinen Neoprentasche im Trekkingrucksack die beste Alternative. Wenn Du die Kamera trotzdem immer griffbereit haben möchtest, empfehle ich Dir einen Befestigungsclip für die Kamera am Schultergurt des Rucksacks. Damit ist die Kamera zwar nicht so geschützt wie im Rucksack, aber Du hast sie zumindest immer schnell zur Hand und musst den Rucksack nur öffnen, wenn Du das Objektiv tauschen willst.