GPS-Tracker Für Hunde

von | 21.09.2017 | Dinge des Alltags | 0 Kommentare

Das ist Ben. Also der Hund im Vordergrund, dahinter, das bin ich. Ben ist ein Border Collie, der seine ersten beiden Lebensjahre in einer sehr schlechten Umgebung mit nahezu keiner Erziehung verbracht hat. Er kam mit 2 Jahren zu uns und musste erst mal einiges lernen. Die erste beiden Jahre, die er bei uns lebte, waren dementsprechend sehr anstrengend. Und noch immer gibt es einige Verhaltensweisen, die wir nicht wirklich schön finden. Dazu gehört, dass er draußen, in der freien Natur, sehr abgelenkt ist und kaum auf Befehle hört. Nur wenn er bei und mit uns beschäftigt ist, haben wir seine Aufmerksamkeit. Dementsprechend selten lassen wir ihn, unter normalen Umständen, ohne Leine laufen. Dies ist auch der Grund, warum wir so oft mit unseren Hunden Urlaub in Dänemark machen, denn am Strand ist die Ablenkung so gering, dass er immer schön bei uns bleibt.

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Der Hund ist weg

Im November 2016 war so ein Spaziergang, bei dem er durch die Begegnung mit einem anderen Hund aufmerksam genug war, um ihn mal von der Leine zu lassen. Spielen geht an der Leine auch nicht wirklich gut. Leider habe ich zu spät reagiert und sein Verhalten nicht schnell genug wahr genommen, um ihn noch zu mir zu rufen. Das Spielen mit dem anderen Hund wurde ihm langweilig und so lief er auf einmal in die Feldmarkt hinein, ohne sich noch einmal nach mir umzudrehen. Weg war er. Fast 2 Tage haben wir ihn gesucht und ihn dann an der Stelle wieder gefunden, wo er weggelaufen war.

Wer schon mal einen entlaufenen Hund gesucht hat, weiß wie aufreibend so eine Suche sein kann. Man weiß nicht, wo der Hund ist, wo er hingelaufen sein könnte, ob er sich vielleicht verletzt hat oder nur seine neu gewonnene Freiheit genießt. 2 Tage lang bangen, in denen der Hund nicht nur sich selbst, sondern eventuell auch andere in Gefahr bringt.

Für uns war danach klar, dass wir das nicht noch einmal mitmachen wollten. Also musste eine Lösung her. Eine Möglichkeit wäre, den Hund immer an der Leine zu führen. Damit unterbinden wir aber viele Kontaktaufnahmen zu anderen Hunden und wenn sich Ben aus Unachtsamkeit mal losreißen sollte ist uns auch nicht geholfen. Durch einen Bekannten kamen wir auf die Idee mit einem Ortungssystem für Hunde. Unser Bekannter kannte das von Jägern aus seinem Freundeskreis, die ihre Jagdhunde damit ausrüsten.

Der GPS-Tracker für Ben

GPS-Tracker für Hunde gibt es so einige Modelle am Markt. Wir wollen hier keinen Vergleichstest starten, sondern berichten nur von dem Tracker, den wir ausgewählt haben. Gerade für den Bereich der Jagd gibt es sehr viele, sehr teure Modelle. Das macht bei einem Jagdhund, in den man viel Geld für die Ausbildung gesteckt hat, wahrscheinlich auch Sinn. Wir haben uns anhand von Tests und Tipps im Internet leiten lassen und haben uns dann für einen Tracker von tractive entschieden. Dieser scheint bei Haustieren recht weit verbreitet zu sein und hat überwiegend gute Bewertungen im Internet erhalten. Für alle die noch nicht wissen, wie so ein Tracker funktioniert, gibt es hier noch mal eine Beschreibung:

Der GPS-Tracker für Hunde besteht im Grunde aus einem GPS Empfänger und einem Mobilfunksender. Der GPS Empfänger empfängt regelmäßig in definierten Zeitabständen die aktuelle Position, wo sich der Tracker gerade befindet. Das ist so, wie wenn Du an Deinem Handy das GPS einschaltest. Dann empfängt Dein Handy auch Deinen aktuellen Standort. Es gibt heute schon Apps, die das nutzen und dann Deinen Standort im Internet für Familie, Freunde oder die NSA 🙂 bereit stellen. Wenn der Tracker einen GPS Datensatz empfangen hat, werden diese GPS-Koordinaten an tractive gesendet. Das erfolgt über den Mobilfunksender, der in dem Tracker verbaut ist. Jetzt weiß zunächst mal die Firma tractive, wo Dein Hund ist. Tractive bietet zu dem Tracker auch eine App an, in der diese Koordinaten dann in einer Karte dargestellt werden. Wenn Du also die App öffnest, kannst Du nachverfolgen, wo Du mit Deinem Hund gerade spazieren gehst und wenn Dein Hund wegläuft, siehst Du, wo er sich aufhält.

Die Kosten

Ein ganz wichtiges Thema, über das viele immer mal wieder stolpern, sind die Kosten für so einen GPS-Tracker. Die Anschaffung des kleinen Kästchens ist zunächst mal nicht ganz billig. Knapp 45 Euro musst Du alleine für die Hardware ausgeben. Zusätzlich zu den einmaligen Kosten für den Tracker musst Du dann noch ein monatliches Abo für den Mobilfunksender abschließen. Das ist so wie für Dein Handy, der GPS Empfang ist kostenlos, das mobile Internet kostet aber. Viele übersehen bei der Anschaffung gerade den Anteil der monatlichen Kosten und bewerten den Tracker im Nachhinein schlecht, weil sie glauben, in eine Abo-Falle gelockt worden zu sein. Dem ist aber nicht so. Bei den laufenden Kosten gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder Du zahlst monatlich oder aber für 1 oder 2 Jahre im Voraus. Dabei sind die Kosten bei jährlicher Zahlung natürlich günstiger als bei den monatlichen Zahlungen. Solltest Du allerdings, aus welchen Gründen auch immer, den Tracker nicht mehr benötigen, bleibst Du auf den Kosten für die längere Laufzeit sitzen. Die monatlichen Zahlungen sind zwar deutlich teurer, aber dafür sind diese auch monatlich kündbar. (Update Februar 2018) Den Premium Service, der auch deutlich sinnvoller ist als der Basic Service, gibt es nur noch im 1- oder 2-Jahresabo.

 

Der tractive GPS-Tracker für Hunde

Ben mit GPS-Tracker

Der GPS-Tracker von tractive ist ein kleines Kästchen und ist 4cm mal 5 cm groß und 1,5 cm dick. Der Tracker wird mit ein Clip geliefert, mit dem man ihn an dem Halsband oder Geschirr des Hundes anbringen kann. Der Clip machte auf mich zunächst einen recht unsicheren Eindruck, hat aber bisher im täglichen Gebrauch nicht versagt. Er scheint also doch stabiler zu sein als gedacht. Dennoch überlegen wir den Tracker in ein Täschchen zu packen und per Klett am Geschirr anzubringen. Müsste man sich allerdings selber basteln.

Der Tracker ist definitiv wasserdicht, ansonsten würde er bei Ben jetzt schon nicht mehr funktionieren :-).

Eine Akkuladung hält so etwa 3 -4 Tage, dann sollte man ihn wieder aufladen. Sowieso empfiehlt es sich den Tracker regelmäßig an das Ladegerät zu hängen. Es ergibt ja wenig Sinn, wenn der Hund weg ist, und der Tracker nur noch Ladung für wenige Minuten hat.

GPS-Tracker am Hundegeschirr

Wenn Du den Tracker gekauft hast, musst Du ihn zunächst über die tractive Internetseite aktivieren und ein Abo für den Mobilfunksender auswählen. Über die Internetseite kannst Du dann auch auf einer Karte sehen, wo der GPS-Tracker sich gerade befindet. Wenn Du mehrere Hunde mit einem Tracker ausstatten möchtest, dann kannst Du hierüber auch mehrere Tracker anmelden.

tractive

Die Software

GPS-Tracker App von tractive

Tractive bietet für die Ortung des Trackers eine App für Apple IOS und Android, sowie eine Webseite an. In der Standardeinstellung sendet der Tracker alle 10 Minuten die aktuelle Position. Damit kannst Du grob das Gebiet herausfinden, wo sich der Hund gerade aufhält. Für ein feines Suchen ist das allerdings nicht ausreichend. Daher kannst Du den Tracker über die App in den Online-Modus schalten. Im Online-Modus wird dann die Position im Sekundentakt gesendet. Die App und auch die Internetseite arbeiten bei der Navigation mit den Karten von OpenStreetMap.

Die Software bietet diverse weitere Funktionen. Wenn Du den Tracker in den Online-Modus geschaltet hast, sendet dieser nicht nur jede Sekunde ein aktualisiertes GPS Signal, sondern es blinkt auch eine weiße LED kontinuierlich an dem Gerät. Dadurch ist ein Auffinden auch im Dunkeln besser möglich. Da der Online-Modus natürlich viel mehr Batterie verbraucht als der normale Modus, wird der Tracker nach 1 Minute automatisch wieder in den normalen Modus geschaltet. Du kannst den Sekundentakt aber immer wieder neu starten. Im normalen Modus wird der Punkt, an dem sich der Hund aufhält, blau eingezeichnet, im Online-Modus rot. Zudem kann immer auch die gelaufene Strecke der letzten 24h mit angezeigt werden. Diese wird dann auch immer zyklisch aktualisiert.

Diese beiden Bilder zeigen Dir alle Funktionen, die die App Dir bietet, um Deinen Hund zu finden. Zusätzlich zu der 24h Anzeige und dem Online Modus kannst Du auch separat die LED am Gehäuse des Trackers einschalten.

Die Web-Applikation verfügt darüber hinaus auch noch über eine Funktion zum Einschalten eines Piepers an dem Tracker. Wenn Dir also mal der Tracker in einem Gebüsch verloren geht, kannst Du ihn durch Einschalten des Piepers leicht wiederfinden.

Vor- und Nachteile der GPS-Tracker

Der Vorteil ist natürlich ganz klar, dass Du Deinen Hund sehr gut lokalisieren kannst. Über diverse Funktionen lässt sich die Genauigkeit noch weiter präzisieren und dadurch wird das Auffinden weiter erleichtert. Um zu wissen, in welchem Gebiet sich Dein Hund aufhält, gibt es keine bessere Alternative. Zudem funktioniert die Ortung nicht nur in Deutschland, sondern auch in Deinem Urlaub in einem Land Deiner Wahl. Eine genaue Liste, in welchen Ländern der Tracker funktioniert, gibt es auf der tractive Internetseite.

Urlaub mit Hund in Dänemark

Urlaub mit Hund in Dänemark

Nachteil ist, dass der GPS-Tracker für Hunde natürlich möglichst immer mindestens 3/4-voll geladen sein sollte. Ein Tracker ohne Strom bringt halt nichts. Auch wenn der Hund sich in einem Bereich mit keinem oder schlechten GPS-Emfang befindet, bringt Dich der Tracker nicht viel weiter.

Alles in allem sind wir mit dem GPS-Tracker von Tractive sehr zufrieden. Seit seinem letzten Ausflug ist Ben noch nicht wieder abgehauen und so konnten wir den Tracker auch noch nicht in einer Notsituation ausprobieren. Meine Frau und ich schauen aber öfters, wo gerade der Andere mit den Hunden unterwegs ist.

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