Grimselpass, der Weg über die Alpen – Oktoberroadtrip Teil 2

von | 03.11.2018 | Reisen | 2 Kommentare

Nach unserem ersten Halt im Schwarzwald ging es nun weiter in Richtung Süden. Der Grimselpass war dabei aber nicht unsere nächste Station sondern nur unser Weg durch die Schweiz und über die Alpen. Trotzdem wollen wir ihm einen eigenen Bericht widmen, denn das, was wir dort gesehen und erlebt haben ist einfach einen eigenen Artikel wert.

Nächstes Ziel war das Piemont im Norden Italiens. Zunächst ging es aber vom Schwarzwald aus, parallel zur französischen Grenze Richtung Süden. Dann an Bern und Luzern vorbei und Richtung Grimselpass. Aber der Reihe nach.

Erst mal Frühstücken

Nach unserem Tankstop im Schwarzwald führte uns das Navi auf die A5. Die verläuft parallel zur französischen Grenze. Einige Kilometer südlich von Freiburg im Breisgau befindet sich der Autohof Bremgarten. Dort wollten wir Rast machen und Frühstücken. Der Autohof ist von aussen erst mal nichts besonderes, allerdings befindet sich dort ein Restaurant der Kette Rosis. Ich kannte die Kette vorher nicht, kann sie aber nach unserem Frühstück dort nur wärmstens empfehlen. Es gab ein Frühstücksbuffet mit allem was dazu gehört. Sogar die Spiegeleier oder das Rührei wurden frisch auf Anforderung direkt am Tresen zubereitet. Bei Bedarf hätte es auch ein Glas Sekt gegeben. Die Atmosphäre war total entspannt, denn es war auch nicht allzu voll. Selbst unsere Hündin Bea war von dem Frühstück total begeistert  und entspannt. So entspannt, dass einige Trucker ihr Handy zückten, um von der relaxten Hündin ein Foto zu machen.

Nach dem ausgiebigen Frühstück habe ich mir dann auch gleich noch die Vignette für die Schweiz besorgt. Hmmm ja, also es sind dann 2 Vignetten geworden, weil der Anhänger ja eine eigene benötigt. Und dieser dusselige Aufkleber für den Hänger kostet auch noch das selbe, wie die Vignette für das Zugfahrzeug. Ich versuchte dem Tankwart klar zu machen, dass das ja nicht sein kann, weil ja der Anhänger gar nicht alleine fährt, aber der gute Mann lies nicht mit sich reden. Seine Anmerkung dazu war lediglich: „Wer hat’s erfunden?“ Ich: „Die Schweizer“… Also bezahlte ich meine 81 € für die beiden Vignetten und weiter ging es Richtung Schweizer Grenze.

Beide Vignetten in der Windschutzscheibe ist natürlich auch völlig falsch. Die Vignette für den Anhänger muss natürlich hinten an den Anhänger geklebt werden. Wir sind aber auch so unbehelligt durch die Schweiz gekommen.

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Weiter in Richtung Alpen

In der Schweiz ging es dann auf der A2 an Basel vorbei bis nach Luzern. Dort sind wir aber abgefahren, da wir nicht die Gotthard-Route nehmen, sondern über den Grimselpass fahren wollten. In Luzern sind wir auf die A8 und dann weiter auf die Bundesstrasse 6 in Richtung des Grimselpasses.

Achtung Blitzer

Wie in Deutschland, so findet sich auch in der Schweiz an der Autobahn der ein oder andere Fotoapparat, der bei übertreten der vorgeschriebenen Geschwindigkeit ein teures Foto macht. Das sollte für uns ja eigentlich kein Problem sein, denn wir waren ja eh mit Anhänger unterwegs. Gerade als wir aus einem der vielen Tunnel nahe Luzern herausfuhren, war so ein Teil auch in der Fahrbahnmitte montiert und schwups, als wir an dem Teil vorbeifuhren konnte ich noch so im Augenwinkel sehen, dass da auf einmal ein gelber Blitz aus dem Apparat kam. Ich so:“Schatz, der hat uns gerade geblitzt, wie schnell fährt du denn?“ Meine Frau so: „95, knapp 100 und hier war 100 erlaubt! Der hat nicht uns geblitzt!“. Ich gucke zurück und neben uns, aber wir waren da gerade das einzige Fahrzeug auf der Autobahn.

OK, wir haben einen Anhänger mit 100er Zulassung und so waren wir der Meinung, dass das auch in der Schweiz gilt. Ist aber nicht! Aber wieso blitzt das Teil wenn doch 100 erlaubt sind und wir nur 100 fahren. Also, und das war mir auch echt nicht bekannt, es gibt jetzt Blitzer, die erkennen, ob es sich bei dem Fahrzeug um einen PKW oder einen PKW mit Anhänger handelt. Für uns galt demnach 80 in der Schweiz und das Sch….Teil hat uns also geblitzt.

Den ganzen Sachverhalt mit 80 und Blitzer wollte ich übrigens auf der Fahrt über mein mobiles Internet suchen und dabei wurde uns dann auch noch schlagartig klar, dass die neuen Regularien für das Roaming in der EU nicht in der Schweiz gelten. Also habe ich dann mal 4 Euro investiert und habe mir einen Tagespass für 100 MByte gekauft. Das Foto hat dann übrigens 58 Euro Strafe gekostet.

Cappuccino am Tor zum Grimselpass

Nach einigem Ärgern und Fluchen und „Wer hat’s erfunden?“-Ausrufen ging es weiter Richtung Grimselpass. Das Tor zum Grimselpass befindet sich in Innertkirchen. Als wir über die Serpentinen in Richtung der Aareschlucht fuhren haben wir an einem der Parkplätze zur Hängebrücke halt gemacht um die Aussicht über die vor uns liegende Ebene zu genießen. Ein erster Vorgeschmack auf das, was uns auf dem Grimselpass noch an Ausblicken erwarten sollte.

Kurz hinter Innertkirchen haben wir auf einem kleinen Parkplatz, der nur Platz für ein Gespann hat, erst mal einen Cappuccino gekocht.

Unsere Küche können wir auch ohne Zelt nutzen, denn die Küche ist im hinteren Bereich des Anhängers auf einem Schwerlastauszug gebaut und somit immer schnell einsatzbereit. Damit können wir uns dann mal ein Essen aufwärmen oder uns halt eben einen Cappuccino kochen. Mit Espressokanne und Milchschäumer versteht sich.  Ausser es regnet zufällig mal in Strömen, siehe unseren Bericht zum Schwarzwald….: https://www.breierblog.de/nasskalt-erwischt-im-schwarzwald/

Der Grimselpass

Nach dem Cappuccino ging es dann los in die Serpentinen des Grimselpasses und wenn ich mich vorhin noch über die 81 € für die beiden Vignetten geärgert habe, so muss ich zugeben, dass sich alleine für diese Überfahrt das Geld lohnt. Der Grimselpass hat uns alles geboten, was wir von einer Alpenüberquerung erwarten konnten, denn Sonne, Regen, Schnee und eine Fahrt durch die Wolken durften wir auf der Überfahrt erleben.

Kurz hinter der Räterichsbodenstaumauer, an der sich auch ein großes Graffiti befindet, liegt der Grimselsee. Der Grimselsee ist ein Gletschersee und schimmert daher grün-blau. Am Grimselsee gibt es eine Bergkuppe direkt an der Straße und auf dieser Bergkuppe liegt das Grimsel Hospiz. Wir dachten zunächst an ein Hospiz im Sinne von Palliativ-Versorgung, mussten dann aber feststellen, dass das Grimsel Hospiz nichts anderes ist als ein Hotel mit toller Aussicht. Mehr Infos zu dem Hotel und dem Grimselpass als solches findest Du unter folgendem Link:

https://www.grimselwelt.ch

Wir fanden die Idee, dort ein Hospiz zu bauen eigentlich ganz schön, denn die letzten Tage im Leben in einem solchen Panorama zu verbringen ist sicher angenehmer als in einem sterilen Krankenhauszimmer zu sterben. Naja, nach einigen traurigen Gedanken ging es weiter rauf zu dem letzten Serpentinenabschnitt, bevor es auf der anderen Seite wieder nach unten geht. Oben angekommen erwartet einen noch der Blick auf den Totensee. Wie sinnig, erst ein Hospiz, das keines ist und dann der Totensee. Dort oben gibt es zudem noch 2 Hotels. Bei unserer Fahrt über den Grimselpass waren wir da oben allerdings bereits in den Wolken und haben von dem See nicht viel gesehen.

Weiter nach Italien

Nach dem Grimselpass ging es weiter über die Bundesstrasse 19 Richtung Brig und von da aus über die 9 Richtung italienische Grenze. Die Fahrt geht weiter über sehr kurvenreiche Straßen und durch bergige Landschaften. Bis Brig erstreckt sich eine fast ebene Landschaft mit zahlreichen Gehöften und den typisch walliser Holzhäusern. Diese Häuser sehen teilweise echt uri(g) aus denn Sie stehen frei auf angespitzten Holzpfeilern, auf denen eine Steinplatte gelegt ist. Das Haus selbst liegt dann mit dem Grundrahmen frei auf diesen Steinen und scheint zu schweben.

Auf der A9 wird es dann noch mal richtig bergig und nach Italien hin erwartete uns eine schroffe Landschaft, wobei die Straße direkt neben dem Fluß Diveria entlang führt. Unser endgültiges Ziel für diesen Tag war der Ort Orta San Giulio am Ortasee und den Rest der Strecke mußten wir uns etwas beeilen, um nicht im Dunkeln dort anzukommen.

Der Ortasee

Gegen 18:00 Uhr kamen wir in Orte San Giulia am Ortasee an. Ich hatte von unterwegs eine Email an dem Campingplatz Cusio geschickt und bekam die Antwort, dass es sehr ruhig sei. Als wir ankamen standen im vorderen Bereich 2 WoMos. Die Besitzerin führte uns über den Platz, wo wir uns ein Fleckchen mit Blick auf den Ort Orta San Giulio aussuchten. Das Zelt war schnell aufgebaut, diesmal auch mit dem Vorzeltdach, da wir mindestens 2 Tage hier bleiben wollten.

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