Wintercamping in Norwegen – 7 Hütten im Schnee

von | 27.01.2020 | Reiseziele, Norwegen | 0 Kommentare

Wintercamping in Norwegen ist schön. Schnee ist garantiert und für den Wintersport wird dort alles getan. Der Norweger an sich liebt nämlich den Wintersport. Schade nur, dass im Winter so wenige Campingplätze geöffnet haben und man daher teilweise ganz schön suchen muss. Hier findest Du 7 Campingplätze von Süd bis Nord, die im Winter geöffnet haben. Du kannst dort entweder mit Deinem WoMo oder Wohnwagen anreisen, oder aber eine der wintertauglichen und gemütlichen Hütten mieten. Ganz wie es das Herz begehrt.

Vorbereitung auf das Wintercamping in Norwegen

Ja nachdem womit Du anreist sind natürlich einige Dinge vorab zu bedenken. Je weiter Du in Richtung Norden reist, desto kälter kann es auf Deiner Reise werden. Wir waren im Januar 2019 und im Januar 2020 unterwegs bis ganz in den Norden Skandinaviens und haben auch das Nordkap zu dieser Zeit besucht. Dabei sind wir mit Temperaturen bis zu -24°C in Berührung gekommen und glaube mir, es kann auch noch kälter werden.

Wenn Du also mit einem WoMo oder Wohnwagen anreist, solltest Du auf jeden Fall 2 volle Gasflaschen dabei haben. Allerdings halten diese auch nicht lange und so kommst Du sicher nicht darum hin, die Flaschen an einer der Befüllstationen wieder auffüllen zu lassen. Eine Übersicht der Befüllstationen findest Du hier: http://www.lpgnorge.no/stasjonsoversikt/german/

Wir haben für unsere Reisen durch Skandinavien im Winter immer Hütten zum Übernachten genutzt. Diese sind natürlich vom Betreiber des Platzes vorgeheizt, meistens jedenfalls. Aber auch wenn Du diese angenehme Unterkunft beim Wintercamping in Norwegen nutzen möchtest, solltest Du einige Ausrüstungsgegenstände dabei haben. Wir haben mal einen kleinen Artikel dazu auf unserem Blog veröffentlicht, dort findest Du alles, was Du für ein “Überleben” im skandinavischen Winter brauchst. https://www.breierblog.de/ausruestung-fuer-den-winterroadtrip-was-hat-sich-bewaehrt/

So nun starten wir aber mal mit den Plätzen, die wir uneingeschränkt für das Wintercamping in Norwegen empfehlen können.

Wintercamping in Norwegen

Wintercamping in Norwegen kann schon spannend sein

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Kaupanger – Feriencenter am östlichen Sognefjord

Der Vesterland Feriepark in Kaupanger ist eigentlich kein typischer Campingplatz. Für Wohnmobile und Wohnwagen stehen auch nur 20 Plätze zur Verfügung. Dafür bietet der Platz aber eine Reihe an Hütten und Appartements mit allen Annehmlichkeiten, die das Herz begehrt. Ein Hallenbad und eine Squashhalle sowie ein Fitnessraum sind da nur die Highlights. Wir hatten uns im Januar 2019 in eines der Appartements eingemietet und waren absolut zufrieden.

Die Region am östlichen Sognefjord hat einiges zu bieten. Neben den Wintersportaktivitäten wie Langlauf, Abfahrt und auch Winterwanderungen, gibt es hier einige spektakuläre Landschaften zu besichtigen. Der Sognefjord ist einer der längsten, tiefsten und schönsten Fjorde, die Norwegen zu bieten hat. Die Straße entlang des Nordufers ist eine Sehenswürdigkeit für sich und führt durch viele kleine Städtchen, direkt am Ufer entlang.

In der Region befindet sich auch der Jostedalsbreen Nationalpark in dem es eine ganze Reihe von Gletschern gibt, die mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Boot angefahren werden können. Und als wäre das nicht spektakulär genug, findest Du im Osten noch den Jotunheimen Nationalpark mit seinen riesigen Gipfeln. Nicht nur im Winter ein absolutes Highlight.

Molde, Kviltorps urige Fischerhütten am Fjord

Molde liegt etwa 60 km südlich von Kristiansund (nicht zu verwechseln mit Kristiansand, ganz im Süden Norwegens). Dort liegt auch der Kviltorp Camping, der sowohl Hütten als auch Stellplätze für WoMos und Wohnwagen ganzjährig vermietet. Der Platz liegt direkt am Fjord, sozusagen in der ersten Reihe. Leider ist hier auch der Molde Flughafen gleich in der Nachbarschaft angesiedelt auf dem ab und zu mal ein Flugzeug startet oder landet. Wir müssen allerdings dazu sagen, dass uns das nicht gestört hat, denn die Flugzeuge fliegen über dem Fjord an und man hört davon echt wenig.

Auch Molde ist ein Ort, von dem aus man sehr gut viele verschiedene Sehenswürdigkeiten der Region besuchen kann. Gleich um die Ecke, an der Westseite der Halbinsel auf der Molde liegt, befindet sich die Atlantikstraße. Einmal über den Fjord und ein paar Kilometer mit dem Auto um die Fjorde findest Du den Geirangerfjord im Süden und die Trollstiegen im Norden. Allerdings sind die Trollstiegen im Winter nicht befahrbar.

Die Hütten auf dem Kviltorp Camping sind wirklich urig und in verschiedenen Größen buchbar. Wir hatten die Hütte 22, die für 4 Personen gedacht ist. Sie hat eine kleine Küchenzeile, ein Badezimmer mit Dusche und WC sowie 2 Schlafzimmer mit je einem Etagenbett mit 2 Betten. Das Wohnzimmer ist klein aber gemütlich. Vorteil von Hütte 22 ist der direkte Blick auf den Fjord.

Für die echten Camper gibt es auf dem Patz ganzjährig ein sehr sauberes Servicehaus sowie eine Küche die auch den Namen Küche verdient. Alles sehr modern und sauber. Im Nachhinein müssen wir sagen, dass der Kviltorp Camping bei unserem Wintercamping in Norwegen einer der besten Plätze war, gerade auch wegen der fantastisch zentralen Lage zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Korgen, knapp unterhalb des Polarkreises

Auch wenn wir in Korgen nur eine Nacht zugebracht haben und sowohl im Dunkeln angekommen als auch wieder abgefahren sind, möchten wir den Platz für das Wintercamping in Norwegen empfehlen. Hier ist es im Winter allerdings nur möglich eine der schönen Hütten zu mieten. Die Hütten haben ein geräumiges Wohnzimmer, eine Küchennische, Badezimmer mit Dusche und WC sowie 1 oder 2 Schlafzimmer.

Wenn Du dort eine Hütte im Winter mieten möchtest, dann solltest Du frühzeitig eine EMail an Gry Elly schicken, denn die Hütten werden zu der Jahreszeit gerne von Monteuren benutzt. Die Eigentümerinn heißt Gry Elly und sie wohnt in einer größeren Hütte direkt auf dem Platz. Daher ist es auch kein Problem wenn Du dort etwas später anreist, sie ist immer vor Ort.

Vom Korgen Camping aus ist man relativ schnell in Mo I Rana und auf dem Saltfjell. Oben auf dem Saltfjell befindet sich auch das Polarkreis-Zentrum. Dies ist allerdings im Winter geschlossen. Trotzdem ist es sehr interessant dort mal hochzufahren. Im Januar 2019 hatten wir dort oben die kälteste Temperatur der gesamten Reise mit -24°C.

Gullesfjord Camping, zwischen Lofoten und Vesterålen

Der Gullesfjord Camping liegt, wie der Name schon sagt, direkt am Ende des Gullesfjords und damit genau am Schnittpunkt zwischen den Lofoten und den Vesterålen. Er bietet damit für das Wintercamping in Norwegen die ideal Ausgangsbasis für Tagesausflüge in beide Richtungen. Das sowohl die Lofoten als auch die Vesterålen landschaftlic so einiges zu bieten haben, brauche ich hier sicherlich nicht zu betonen.

Der Platz bietet mehrere kleine und 2 große Hütten. Die großen Hütten sind mit Dusche und WC ausgerüstet und verfügen über ein Kochgelegenheit und 1 oder 2 Schlafzimmer. Die kleineren Hütten haben kein Badezimmer und Du musst die öffentlichen Einrichtungen des Platzes nutzen, diese sind aber das ganze Jahr geöffnet. Du kannst auch im Winter mit WoMo oder Wohnwagen anreisen. Viggo, der Eigentümer, schiebt dann bei Bedarf den Schnee etwas zur Seite. Wenn er nicht da ist, dann gibt es aber immer jemanden von den Dauercampern auf dem Platz, der sich darum kümmert.

Wir waren sowohl im Januar 2019 als auch 2020 auf dem Platz. 2020 war Viggo nicht da sondern machte gerade Urlaub auf Gran Canaria. Aber trotzdem kam dann irgendwann der Nachbar mit der Schneefräse und räumte den Platz mal vom Schnee. Bei unserer Anreise steckte in beiden großen Hütten der Schlüssel und wir durften uns aussuchen, welche Hütte wir mit unseren beiden Fellnasen beziehen.

Alta Strandcamping, unser Tor zum Nordkap

Alta Strandcamping haben wir sowohl im Januar 2019 als auch im Januar 2020 besucht. Wir haben dort 2019 eines der Appartements und 2020 eine sehr gemütliche Hütte im Wald bekommen. Die Hütte hatte sogar eine kleine Sauna mit drin, die wir auch genutzt haben. Die Sauna ist zwar nur für 2 Personen geeignet, dafür wird sie aber schnell sehr warm. Die Appartments und die größeren Hütten sind mit Küche, Bad, WC und Dusche ausgestattet.

Die Appartements verfügen über ein Doppelbett sowie zwei Einzelbetten in einem getrennten Raum. Die Hütte, die wir hatten liegt etwas im Wald und hat zu dem Etagenbett im Wohnschlafbereich noch einen weiteren Raum, den man über eine kleine Treppe erreicht. dort befinden sich noch mal 2 große Einzelbetten.

Der Platz bietet ganzjährig auch die Möglichkeit mit dem WoMo oder dem Wohnwagen anzureisen. Bei Bedarf schiebt der Besitzer dann halt mal ein bisschen Schnee zur Seite, damit Du Dich mit Deinem Fahrzeug hinstellen kannst. Die sauberen Servicegebäude sind auch das ganze Jahr über geöffnet.

Alta ist eine größere Stadt und bietet einiges an kulturellen Sehenswürdigkeiten. Bekannt ist die Stadt durch ihre Nordlichtkathedrale, eine Kirche, die in Form des Nordlichtes gebaut ist. Sie wird sowohl als Kirche, Ausstellung und als Kaffee genutzt. Die Ausstellung zeigt einige Informationen zum Nordlicht und im Kaffee kannst Du super echt norwegische Waffeln mit Sauerrahm und Marmelade essen. Sehr lecker.

Wir sind 2019 von hier aus zum Nordkapp gestartet. In der Winterzeit haben wir uns recht früh auf den Weg gemacht, denn die letzten Kilometer bis zum Nordkap müssen eventuell hinter einem Schneepflug in Kolonne gefahren werden und dieser Schneepflug fährt morgens nur zu einer bestimmten Zeit. Also ging es für uns bereits um 7:00 Uhr los, die 230 Kilometer rauf ans Kap.

Vestre Jakobselv, Norwegens Osten

Im Januar 2020 sind wir über Finnland in den Osten zum Wintercamping in Norwegen angereist. Hier oben gibt es tatsächlich nicht viele Plätze, die im Winter geöffnet haben. Der Vestre Jakobselv Camping ist einer der wenigen, die hier um diese Jahreszeit Hütten vermietet. Die Hütten sind sehr klein und für 2 Personen und 2 Hunde so gerade noch ausreichend. Aber sie sind sauber, haben eine kleine Kochgelegenheit mit 2 Herdplatten, sowie ein Bad mit Dusche und WC. Auch die Betten waren gut. Ausgestattet sind die Hütten mit 4 Betten, aber mit 4 Personen wird es da schon ganz schön eng.

Die Gegend um Vestre Jakobselv ist einfach nur fantastisch. Gerade die Polarnacht, in der wir ja dort waren, lässt die Landschaft in tollen Farben erscheinen, wenn auch nur für kurze Zeit am Tag. Wenn Du dort bist, solltest Du auf jeden Fall einmal nach Vardø fahren. Vardø ist eine Hafenstadt direkt am Ufer der Barentssee. Hier befidnet sich eine alte Festung und das Hexenmahnmal. Beides sehr sehenswert. Auch Kirkenes ist nicht weit entfernt und von da aus ist es dann nur noch ein Katzensprung bis zur russischen Grenze.

Mit dem WoMo oder Wohnwagen kannst Du dort im Winter übrigens nicht übernachten. Das Sanitärhaus war, als wir dort waren, geschlossen. Eine Stellmöglichkeit wäre wohl vorhanden aber ich weiß nicht ob der Betreiber die Sanitäranlagen im Winter mit Wasser versorgt.

Nordkaphütten, fast ganz oben

Hier wollen wir Dir eine Unterkunft vorstellen, wo wir selber leider noch nicht waren. Außerdem sind es nur Hütten, die Du dort mieten kannst, als echter Camper musst Du Dir etwas anderes suchen. Die Northcape Cabins liegen etwa 30 km südlich vom Nordkap, nur wenige Autominuten nördlich von Honningsvåg, der nächsten größeren Stadt beim Nordkap. Wir hatten die Hütten im Januar 2020 gebucht, konnten aber aufgrund von Schnee und Sturm und Lawinengefahr nicht dorthin und mussten uns kurz in Richtung Alta umorientieren. Trotzdem wollen wir Dir einen Aufenthalt dort sehr empfehlen. Der Vermieter war sehr nett (zumindest über EMail und SMS) und hat uns schließlich auch kurzfristig gewarnt, nicht zu den Hütten zu kommen.

Das besondere an diesen Hütten ist, dass sie direkt auf einem Steg am Fjord stehen. Damit hat man einen direkten Blick auf das Wasser. Es sind alte Fischerhütten, die vom Eigentümer liebevoll umgebaut worden sind. Wenn Du Dich entschließen solltest, diese Hütten im Winter zu buchen, dann musst Du Dir im klaren sein, dass es zu der Zeit kein fließendes Wasser in den Hütten gibt. Die Besitzer stellen Dir 20 Liter Frischwasser zum Kochen und 50 Liter Salzwasser für das Spülen der Toilette hin. Brauchst Du mehr, dann musst Du Wasser aus dem nahen Fluß holen oder Schnee schmelzen. Ein ganz besonderes Abenteuer beim Wintercamping in Norwegen wie wir fanden.

Leider konnten wir das Abenteuer ja nun nicht wahrnehmen, aber auch da funktionierte die Kommunikation mit dem Eigentümer hervorragend.