Ausrüstung für den Winterroadtrip – was hat sich bewährt

von 18.03.2019Ausrüstung0 Kommentare

Winterroadtrip nach Norwegen – welches Equipment hat sich bewährt

Wenn Du hier schon öfters gelesen hast, dann weißt Du vielleicht, dass wir im Januar 2019 am Nordkap waren. Unser Weg dorthin führt durch Schweden, Finnland und Norwegen. Wir hatten Temperaturen bis -27 °C und viel, viel Schnee und Eis. Dieser Beitrag basiert auf dem Blogpost „Winter in Skandinavien“ in dem wir vor unserem Winterroadtrip berichtet haben, was wir alles mitnehmen und am Auto angepasst haben. Zu der Zeit war allerdings noch nicht klar, was denn nun wirklich sinnvoll ist und was nicht…..

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Den Bericht zu unserer Reise zum Nordkap findest Du übrigen unter dem folgenden Link. Drück dazu einfach auf den button rechts an der Seite.

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Bevor ich jetzt mit dem eigentlichen Thema loslege, hier noch der Hinweis auf die Werbung in diesem Text. In diesem Text findest Du viele Produktbezeichnungen und auch Links zu Anbietern, für die ich kein Geld bekomme. Wir haben uns die Dinge selbst gekauft und das gleiche Geld bezahlt wie alle anderen. Wir bekommen auch kein Geld dafür, dass wir die Produkte hier vorstellen.

Alle Links zu Produkten, für die wir Geld bekommen sind sogenannte affiliate Links. Diese haben wir hier noch mal ganz deutlich mit dem Wort „Werbung“ markiert. Die Links, die hier auf der Seite zu Amazon weiterleiten, gehören zu dieser Gruppe an Links. Wenn Du auf einen solchen Link klickst und ein x-beliebiges Produkt kaufst, bekommen wir dafür eine kleine Provision. Es muss auch nicht das Produkt sein, für das wir hier werben, sondern kann irgendein anderer Artikel sein. Für Dich ist das ganze zudem noch kostenlos. Du bezahlst für diese Unterstützung unserer Kaffee- und Dieselkasse keinen Cent mehr.

So nun geht es auch schon los.

Ausrüstung fürs Auto

Bei unseren Winterroadtrip in Richtung Norden mussten wir mit Temperaturen bis zu -30°C rechnen. Bei solchen Temperaturen kann es schon passieren, dass das eine oder andere am Fahrzeug über die Maße beansprucht wird. Reifen, Kühlflüssigkeit, Heizung und auch der Treibstoff unterliegen hier ganz anderen Bedingungen als bei uns im heimischen Mitteleuropa. Also ging es erst mal daran das Fahrzeug für die Reise vorzubereiten.

Der Dachgepäckträger

Für unsere Reisen nutzen wir einen Jeep Wrangler Geländewagen. Vorteil dieses Gefährts ist, dass wir auch mal abseits der befestigten Wege fahren können. Nachteil ist der wenige Platz im Innenraum. Dazu kommt, dass im Kofferraum auch noch unsere beiden Hunde sitzen. Da die beiden nicht so ganz klein sind, beanspruchen sie auch den gesamten Platz für sich. Also wäre für diese Reise nur der Bereich der Rückbank für Gepäck vorhanden gewesen. Nach einer ersten Aufstellung der Gepäckstücke erwies sich das als deutlich zu wenig. Also musste einiges an Ausrüstung oben auf das Dach. 

Der Wrangler an sich hat eine zulässige Dachlast von 0 kg, weil er halt ein abnehmbares Dach hat. Daher gibt es für den Wrangler nur wenige Anbieter, über die wir einen Dachträger hätten bestellen können. Einer der Anbieter ist die Firma Frontrunner mit ihrem Slimline 2. Die Firma kommt ursprünglich aus Südafrika, hat aber auch eine Vertretung hier bei uns um die Ecke in Hannover. Der Dachträger hat sich auf dieser Reise wirklich bewährt und ich kann ihn nur jedem, der einen Wrangler fährt, wärmstens empfehlen. Der Träger wird an der A-Säule und am Überrollbügel befestigt und hat eine zulässige Last von mehr als 200 kg. Alles zusätzliche Gepäck hat darauf Platz gefunden und ich konnte dazu noch beruhigt aufs Dach steigen um die Dinge zu verstauen, oder auch um mal ein Foto mit mehr Übersicht zu machen.

Zubehör zum Dachgepäckträger

Auf dem Dach waren 4 Wolfpack Kisten (auch von Frontrunner) sowie 2 Reservekanister und unsere Heizungsbox verstaut. Frontrunner bietet für die Kisten auch noch Befestigungsösen und Ecken, sowie eine Reservekanisterhalterung und eine Schaufelhalterung an. Alle Teile sind wirklich gut durchdacht und den (nicht ganz billigen) Preis wert. Wir haben den Dachträger übrigens bei Frontrunner in der Werkstatt montieren lassen. Das gesamte System ist perfekt aufeinander abgestimmt und wir haben den Kauf wirklich nicht bereut. Für diese Werbung bekommen wir übrigens kein Geld…

Frontrunner Outfitters

Auf dem Weg nach Mo i Rana

Auf dem Weg nach Mo i Rana

Hier noch 2 Affiliate Links zu den Treibstoffkanistern und der Schaufel, die wir mitgenommen haben. Übrigens ist eine Schaufel im Fahrzeug vorgeschrieben, wenn Du im Winter zum Nordkap fahren willst. Die letzten 13 km rauf zum Kap fährt man bei schlechtem Wetter in Kolonne hinter einem Schneepflug und da kommst Du nur mit, wenn Du eine Schaufel im Gepäck hast:

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Diese kleine Schaufel lässt sich problemlos an die Schaufel-Halterungen von Frontrunner anbringen. Sie ist leicht und klein und fällt an der Seite des Dachträgers kaum auf. Also eher eine dezente Schaufel…:-)  

Von diesen Reservekanistern haben wir 2 Stück oben auf dem Dachträger befestigt. Sie haben Normmaße und passen somit einwandfrei in die Tankhaterungen von Frontrunner.

Winterreifen sind das A und O beim Winterroadtrip

Wir haben es immer wieder gehört und nun glauben wir es auch. Bei Schnee und Eis auf der Fahrbahn kommt es auf die richtigen Reifen an. Die Werksbereifung des Wrangler hatte schon 47000 km hinter sich und war damit fällig. Es mussten also neue und vor allem bessere Reifen her. Definitiv gehören auf solch ein Fahrzeug zumindest All-Terrain Reifen aber in der Kategorie gab es bis dato nur sehr wenige Reifen die mit einer Winterzulassung, also eine Schneeflocke versehen waren. Meistens waren die dann auch nicht in der Reifengröße des Wrangler erhältlich. Seit Mitte 2018 gibt es aber den Cooper Discoverer AT3 4S. Das 4S steht für (four snow = für Schnee) und auf dem Reifen prangt eine Schneeflocke und dieses Berge-Symbol, wenn Du weißt was ich meine.

Also sind wir mal kurz nach Hamburg gefahren, haben die Spurweite des Wrangler etwas breiter und neue Reifen aufziehen lassen. In Hamburg deshalb, weil das im Fahrzeugschein eingetragen werden muss und das also nur bei bestimmten Jeep-Händlern geht. Das ganze dauert nur einen Tag, also morgens hin und nachmittags wieder zurück. Ich verlinke hier mal den Jeep-Händler, weil die Jungs wirklich gute Arbeit geleistet haben. Wenn wir wieder mal was umzubauen haben werden wir das sicherlich wieder dort machen lassen.

Jeep Hamburg

Cooper Discoverer AT3 4s

Die Cooper haben uns auf unserem Winterroadtrip über 7000 km durch verschneite Landschaften getragen ohne einmal irgendwie zu schwächeln. Nur die Norweger mit ihren Spikereifen waren natürlich noch zügiger unterwegs. Unsere Reifen haben 9 – 10% Steigung auf festgefahrener Schneedecke gemeistert ohne auch nur einmal durchzurutschen. Natürlich kommt da auch noch der Allrad des Wrangler zum tragen und führt zu noch mehr Sicherheit. Bei einem reinen Front- oder Hecktriebler sieht das ganze sicher noch mal anders aus. Hier würde ich wahrscheinlich auf Spikes zum Einschrauben zurückgreifen. Da habe ich letztens erst einen positiven Reisebericht auf einem anderen Blog gelesen, den ich leider nicht mehr finden.

Definitiv sind die Cooper unsere erste Wahl wenn es um All Terrain Reifen für Geländewagen geht mit denen man einen Winterroadtrip unternehmen möchte

Heizen beim Winterroadtrip

Natürlich hat jedes Fahrzeug eine Heizung und wenn Dein Wagen eine Standheizung hat, dann kannst Du diesen Abschnitt getrost überspringen. Unser Auto hat leider keine Standheizung und bevor die normale Heizung so auf Temperatur ist, dauert es schon ein bisschen. Besonders, wenn man einen Winterroadtrip plant und es draußen -27°C sind. Also haben wir uns entschieden, eine Standheizung auf dem Autodach mitzunehmen. Bevor jetzt zu viele Fragezeichen über Deinem Kopf erscheinen musst Du wissen, dass wir eine Versorgungsbox für die Deichsel unseres Zeltanhängers planen und dort soll dann eine Diesel-Luft-Heizung verbaut werden.

Planar 44D

Für Standheizungen gibt es ja so einige Anbieter. Meist sind die sehr teuer oder taugen nichts. Seit einiger Zeit gibt es jedoch immer wieder positive Berichte von den russischen Standheizungen aus dem Hause Autoterm. Die Planar 2D und 44D sind Heizungen die entweder fest im Auto verbaut werden können oder aber in eine Alubox eingebaut, transportabel einsetzbar sind. Für die Deichselbox hatte ich das 4 kW Modell, die Planar 44D bereits bestellt und somit wurde sie in die Alubox gebaut. Die Alubox ist eine Standard-Baumarkt Box. Ich habe die Box zusätzlich mit SIKA abgedichtet, damit kein Wasser während der Fahrt reinläuft. 

Die Box, mit Tank und Heizung sollte vorne auf das Dach kommen und die warme Luft durch einen Silikonschlauch ins Innere des Fahrzeugs leiten. Wir haben die Heizung regelmäßig genutzt, morgens wenn wir das Auto zur Weiterfahrt gepackt haben, lief parallel die Heizung und machte das Innere des Autos schön warm. Wenn wir dann losgefahren sind, war das Fahrzeug schon schön vorgewärmt und wir mussten nicht frieren. Selbst bei -17°C hat die Heizung gute Dienste geleistet und nicht einmal versagt.

Aufbau und Anschlüsse

Die Anschlüsse für den Temperaturregler und die Spannungsversorgung sind nach aussen gelegt, da die Batterie im Auto untergebracht wurde. Der Silikonschlauch blieb während der Fahrt an der Box und wurde mit kurzen Spanngurten am Dachträger befestigt. Um die Luft in das Innere des Autos zu bekommen habe ich mir aus Hartschaum eine kleine Platte gemacht die in das Fenster geklemmt wird. Als Duchführung habe ich einfach die normalen Schlauchverbinder aus Kunststoff genommen und diese mit SikaFlex eingeklebt, was bombe gehalten hat. Da hat sich echt nichts während der Fahrt gelöst. 

 

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Ich bin absoluter Sikaflex-Fan. Das Zeug klebt einfach alles und hält auch bei größeren und langanhaltenden Erschütterungen bombenfest. Ich habe damit die Schlauchdurchführungen in die Box eingeklebt und die Alubox zusätzlich abgedichtet. Alles hat hervorragend gehalten und Wasser ist auch nicht ins Innere der Box eingedrungen.

 

2 kW oder 4 kW Heizung für den Winterroadtrip?

Die Planar Dieselheizung gibt es neben der 4 kW auch als 2 kW Heizung. Die Entscheidung, welche der beiden Modelle wir einsetzen wollten war relativ schnell klar. Die Heizung soll letztendlich unser Anhängerzelt auch bei Temperaturen um 0 °C noch warm halten. Bei unserem Roadtrip im Oktober waren wir im Schwarzwald und wurden echt nasskalt erwischt vom Wetter. Unser 2 kW Elktroheizlüfter hat das Zelt nicht wirklich warm bekommen und zudem noch eine Menge Geld verheizt.

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Der kleine Heizlüfter von OceanTec ist eine gute Alternatve zu den meist sündhaft teuren Heizlüftern aus Metall. Er hat eine Kippsicherung und ist für Bereiche, in denen 2 kW ausreichen und eine Spannungsversorgung vorhanden ist, die nicht viel Geld kostet ideal. Auf unserem Norwegentrip hat er uns mal gerettet, als wir bei einer Hütte ankamen, bei der die Heizung zu spät angemacht wurde. Hätten wir den kleinen Heizer nicht dabei gehabt, wäre das ein echt kalter Abend geworden. Da hätte auch die Dieselheizung in dem Moment nichts gebracht. 

 

Vorteile und Nachteile der Planar 44D

Der Vorteil der Planar 44D liegt ganz klar in der höheren Leistung. 4 kW ist halt mal das doppelte der Planar 2D. Allerdings hat die 44D auch ein paar Nachteile, die wir beim Kauf hinnehmen mussten. Einmal ist der Verbrauch an Diesel und Strom etwas höher und die Heizung ist in allen Abmaßen deutlich größer als die 2D. Das geht beim Gehäuse los und hört bei den Schlauchanschlüssen auf. 90 mm Durchmesser muss der Heißluftschlauch haben und 80 mm die Frischluftansaugung, damit die 44D die Wärme los wird. Das ist gegenüber 60 mm Schlauchdurchmesser bei der 2D ein ganz schön dicker Schlauch. Entsprechend groß müssen natürlich auch die Anschlüsse an der Versorgungsbox dimensioniert werden. Dazu gibt es aber demnächst noch einen eigenen Artikel, wenn ich die Deichselbox baue.

Klar ist aber, wenn eine 2kW Heizung reicht, solltest Du lieber zu der Planar 2D greifen, da dann auch kleinere Aluboxen für eine Versorgungsbox ausreichen. Die 2D ist für Dachzelt und einigermaßen gut isolierte Kastenwagen sicherlich die bessere Wahl.

Spannungsversorgung für den Innenraum

Nicht nur die Planar-Heizung benötigt Strom, auch für den Innenraum wollten wir die Möglichkeit haben, unsere Geräte und das Licht mit 12V und 220V zu versorgen. Handy und Akkus wollen geladen werden, ein Laptop soll auch während der Fahrt nicht bereits nach 2h den Geist aufgeben und, und, und…

Für die Stromversorgung im Fahrzeug habe ich mich für einen 40Ah LiFePo4 Akku von der Firma Victron Energy entschieden. Der Akku vom Typ Peak Power Pack hat bereits einen Laderegler integriert und wird zusammen mit einem Bluetooth Modul geliefert, über das der Akku ein- und ausgeschaltet werden kann. Ziemlich komfortabel das Teil. Als 220V-Versorgung fungiert ein Sinus-Wechselrichter mit 1200 Watt, ebenfalls aus dem Hause Victron. Das ganze Zeugs habe ich mir bei einem Weltenbummler bestellt, der sich mit der Materie auskennt, weil er bereits seit vielen Jahren mit dem WoMo autark durch Europa tourt:

Peak-Power-Pack Set von Amumot

Die perfekte Stromversorgung

Das System kann dann über ein Solarmodul oder aber auch über die Lichtmaschine des Fahrzeugs geladen werden. Um es vorweg zu nehmen, das System hat hervorragend funktioniert. Den Akku konnten wir über den Bluetooth Empfänger einschalten und dann über den Gleichrichter unseren Laptop während der Fahrt betreiben. Ja, wir haben sogar einen kleinen Wasserkocher mit 650 Watt dabei gehabt, mit dem wir uns während der Pausen eine 5-Minuten-Terrine kochen konnten. Damit wir auf unserem Winterroadtrip die Fahrzeugbatterie möglichst nicht mit unnötigen Verbrauchern belasten, haben wir LED Stripes ins Fahrzeug geklebt, die dann über den Zusatzakku betrieben wurden.

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Der kleine Wasserkocher von Severin hat 600 Watt und konnte an unserem Wechselrichter problemlos betrieben werden. Das Teil reicht aus um mal eben zwischendurch 2 5-Minuten-Terrinen aufzugießen. Aber auch um vielleicht eine Wärmflasche zu füllen oder um Tee zu kochen. Für uns gehört er definitiv seit dem Nordkap-Trip zum Standardgepäck beim Winterroadtrip, denn nicht jede Hütte in Norwegen hat einen Wasserkocher.

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Diese LED Stripes habe wir im Wrangler im hinteren Bereich unter de Decke geklebt. Geht da ganz gut, da der Dachhimmel beim Wrangler ja eh nur Plastik ist. Die LEDs können in verschiedenen Farben eingestellt werden und auch Farbwechsellicht ist möglich. Da wir aber weder Disco noch romantische Stimmung brauchten, haben wir uns anstatt für Rot und Wechsellicht einfach für Weiß entschieden.

Fazit

Zusammengefasst hat eigentlich alles, was wir für der Winterroadtrip zum Nordkap vorbereitet haben funktioniert und perfekt zusammengespielt. Das Fahrzeug hat keine Mucken gemacht, die Reifen sind gefahren, der Träger hat gehalten, die Heizung warm gemacht und der Strom war auch immer da wenn er gebraucht wurde. Wenn Du noch Fragen oder Anmerkungen zu den einzelnen Teilen hast, dann lass doch einfach einen Kommentar hier oder schick uns eine Mail. Wir helfen gerne.