Zum Kajak selber bauen 1 Woche nach Schweden

von | Reisen, Schweden | 0 Kommentare

In diesem Blogbeitrag berichte ich Dir von einer ganz besonderen Reise nach Schweden. Seit einiger Zeit habe ich wieder mit dem Paddeln angefangen und ein kleines Kajak habe ich mir auch zugelegt. Janet hatte dann letzten Sommer ein ganz tolle Idee, zu einem richtigen Paddelabenteuer. Wahrscheinlich war ihr die Pandemie etwas zu Kopf gestiegen, aber für das was wir da vorhaben, benötigen wir auf jeden Fall ein richtig gutes Seekajak. Was liegt da also näher, als sich so ein Kajak selber zu bauen anstatt zu kaufen. Denn gekauft weißt Du nicht wirklich wie gut die Qualität ist. Wir haben uns dann relativ schnell entschieden und sind zum Kajak selber bauen nach Schweden aufgebrochen.

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Welches Kajak ist das richtige?

Kajakhersteller, – Modellle und -Designer gibt es viele auf dem doch recht kleinen Markt des Kajaksports. Wir hatten uns im letzten Sommer ein Kajak von der Firma Seabird zugelegt. Das Discovery ist ein kleines 4,30m langes Kajak, das für kürzere Ein- und Mehrtagestouren geeignet ist. Ich hatte das Kajak auch schon mit in Dänemark und bin damit auf dem Meer gepaddelt. Eigentlich also kein schlechtes Kajak, aber es hat doch einige Schwächen. Die Endstabilität in Wellen ist zu gering und die Steueranlage ist im Meer bei Wellengang einfach zu hinderlich. Außerdem ist es sehr schwer und komplett aus Plastik. Also daher eher ein Hobbyboot.

Das grundlegende Design des Discovery stammt von dem Schweden Björn Thomasson und der hat auch eine Internetseite auf der er viele verschiedene Kajakmodelle aus seiner Feder vorstellt. Die Boote sind nicht nur sehr schön sondern auch sehr robust, praktikabel und für das Meer gemacht. Björn selbst ist ja Paddler und viel auf dem Meer mit seinem Kajak unterwegs. Also habe ich Björn eine Email geschickt und einfach mal gefragt, welches Boot er für eine ausgedehnte Tour an der Küste Norwegens empfehlen würde. Nach einigem Hin und Her haben wir uns auf das Frej geeinigt.

Das Frej von Björn Thomasson

Das Frej von Björn Thomasson

Das Frej gibt es in 3 verschiedenen Größen und für uns haben wir die 510cm lange Version gewählt. Ich war mit Janet im September 2021 bereits in Trånas am Sommensjö und habe das Boot dort Probe gepaddelt. Schnell, sicher und leicht. Ich konnte das Boot mit einer Hand zum Wasser tragen. Nur die vordere Höhe im Kockpit war etwas niedrig und meine langen Beine hatten etwas Probleme beim Ein- und Aussteigen. Ansonsten ein Spitzenboot, das wahrscheinlich allen Anforderungen gerecht wird. Die Berichte von Besitzern im Internet sind zumindest alle positiv manchmal sogar überschwänglich.

Frej Testfahrt im September 2021

Frej Testfahrt im September 2021

Björn hat lange Zeit für die Firma Seabird Kajadesigns erstellt und mein Discovery ist ebenfalls in dieser Zeit entstanden. Auf der Internetseite von Seabird Design findest Du daher auch heute noch eine ganze Reihe von Booten aus seiner Feder von Anfängerbooten bis hin zu sogenannten Surf-Skis. Das Frej ist jedoch über die Firma Struer-Boats in Dänemark erhältlich. Eine detailierte Geschichte zum Frej findest Du hier: https://www.thomassondesign.com/en/katalog/mina-kajaker/frej

Alle Modelle auf Björns Homepage können selbst gebaut werden und hierzu verkauft Björn die Schablonen und eine Anleitung. Alles andere, Material, Werkzeug und handwerkliches Geschick musst Du selber mitbringen. Das war uns etwas zu viel und so waren wir auf der Suche nach einer Werkstatt, in der wir unter Anleitung das Frej bauen können. Schnell wurden wir in Schweden bei Petruskajak fündig. Somit stand unserer Idee vom Kajak selber bauen nichts mehr im Wege, außer der Anreise nach Schweden. Petruskajak bietet übrigens nicht nur das Frej sondern noch eine Reihe weiterer Boote von Björn zum selber bauen an. Für weitere Infos dazu schick Petrus einfach eine Mail oder ruf in gleich an, er spricht fließend englisch.

Anreise nach Schweden

Petruskajak bietet jede ungerade Woche einen Kurs an, an dem Du Dein Kajak selber bauen kannst. Ich war im September 2021 beim Besuch des Sommensjö bereits dort und habe mir die Werkstatt und einige der sehr schönen fertigen Boote mal angesehen. Der Kurs dauert 7-9 Tage, je nachdem wie schnell Du bist und ob Du Dein Kajak zum Lackieren dort lassen oder das Lackieren selber machen möchtest. Ich habe den Kurs für die 7. KW in 2022 gebucht. Diesmal war ich aber nicht mit Janet unterwegs, da sie nicht paddelt. Anstelle von Janet war mein Freund Jürgen mit und so ging es dann am Freitag den 11.02.2022 los.

Fehmarn Fähre nach Dänemark

Fehmarn Fähre nach Dänemark

So eine Reise beginnt ja eigentlich immer erst wenn wir auf die Fähre von Puttgarden nach Rødby fahren. Dann geht es weiter über die Inselwelt von Ostdänemark, an Kopenhagen vorbei und über die Öresundbrücke rüber nach Malmö.

Öresundbrücke

Öresundbrücke

In Schweden selbst sind es noch mal mehr als 360 Kilometer bis nach Trånas am Sommensjö.

Ankunft in Trånas

Jeder Bootsbaukurs startet an einem Samstag und so sind wir natürlich einen Tag eher angereist. Petrus, dem die Werkstatt gehört und der auch durch den Kurs leitet war am Abend als wir ankamen noch in seiner Werkstatt und damit beschäftigt, die letzten Formteile für den Bau des Kajaks auf seiner CNC Fräse zurechtzuschneiden. Das Kajak wird in sogenannter Stitch & Glue Bauweise gefertigt. Hierbei werden Sperrholzelemente zunächst mit Kupferdraht zusammengebunden und dann verklebt. Iréne, Petrus Frau war noch arbeiten, und so konnten wir uns ein bisschen mit Petrus darüber unterhalten, wie denn das Kajak selber bauen die nächsten Tage funktioniert.

Als wir die Werkstatt nach einer Stunde verließen war uns klar, dass wir die nächsten Tage nicht viel von Schweden sehen werden würden. Petrus blieb noch in der Werkstatt, er sagte, er hätte wohl noch bis etwa Mitternacht zu tun, alles vorzubereiten. Jeden Abend müssen die Boote einen bestimmten Bauabschnitt hinter sich haben, damit über Nacht das verwendete Epoxidharz aushärten kann. Je nachdem wie handwerklich geschickt Du bist, dauert jeder einzelne Bauabschnitt somit länger oder kürzer. Wir waren gespannt ob unsere handwerklichen Fähigkeiten wohl ausreichen.

Wir waren bereits eine Stunde in unserer Unterkunft in Petrus und Irénes Haus, als unsere dritte Mitstreiterin eintraf. Karin aus Stockholm ist ambitionierte Paddlerin und hat schon viele Küstenabschnitte in Schweden und Norwegen gepaddelt. Sie hatte 2 Tage vorher das Frej einmal zur Probe gepaddelt und war so begeistert, dass sie spontan entschieden hat das Boot zu bauen. Und in unserer Gruppe waren ja noch 2 Plätze frei.

Kajak selber bauen erster Tag

Um 8:30 morgens startet der Workshop täglich mit gemeinsamen Frühstück in der Küche der Werkstatt. Die Auswahl an Essen ist reichhaltig, Rührei mit Speck, Porridge, Brot mit Käse oder Wurst oder Fisch, alles ist machbar und Iréne versucht Dir jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Iréne ist somit die gute Seele in der Werkstatt und kümmert sich um Dein leibliches Wohl oder hilft halt beim Bootsbau mit.

Der erste Tag beginnt mit der Sicherheitsunterweisung. Wo sind Feuerlöscher, welche Maschinen darfst Du verwenden (eigentlich alles außer die CNC Fräse) und was musst Du machen wenn Epoxidharz (kurz Epoxi) an Haut, Harre oder Augen kommt (waschen, abschneiden, Arzt). Wo befindet sich der erste Hilfe Kasten, wo sind Mundschutz und Handschuhe und wie funktioniert die Bandsäge (ganz wichtig, nur Material sägen, nicht die Finger). Alles wird erklärt. Und dann geht es los…

Petrus schneidet noch die letzten Platten auf der CNC-Fräse und wir müssen anfangen den sogenannten Strongback, der Balken, auf dem das Kajak gebaut wird vorzubereiten. In definierten Abständen werden dafür Schablonen (sogenannte Station Molds) auf dem Strongback montiert. Da rein kommen dann später die Sperrholzplatten und werden in ihre Form gedrückt. Deck und Rumpf werden in 2 Teilen gebaut und später miteinander „verheiratet“. Heute am 1. Tag ist zunächst das Deck dran.

station molds am hinteren Teil des Kajaks

station molds am hinteren Teil des Kajaks

Die einzelnen Sperrholzteile, die von Petrus CNC Maschine kommen sehen ein bisschen aus wie Teile eines Ravensburger Puzzels. An der Wand hängt dann auch ein Plan, wie die einzelnen Teile zusammengesetzt werden müssen.

Das Kajak-Puzzle

Das Kajak-Puzzle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem die richtigen Teile zusammengefügt sind, werden sie mit einem Schnellkleber fixiert. Dabei ist wirklich Vorsicht angesagt, dann dieser Schnellkleber (flüssig und Spray) ist so schnell und ist so fest, dass Du die Finger, wenn sie angeklebt sind, nicht mehr lösen kannst. Da hilft dann nur das Cuttermesser und die oberste Hautschicht wird vom Holz getrennt.

Kajak selber bauen, kleben der Einzelteile

Kajak selber bauen, kleben der Einzelteile

Wenn alle Teile des Decks geklebt sind, können sie in die Station Molds gelegt werden. Der Kleber ist so stark, dass dabei nichts mehr auseinander fällt. Das Holz für das Deck ist sehr biegsam und so werden einfach Gewichte in die Mitte der Holzteile gelegt um die Sperrholzplatten an die Form der Station Molds zu drücken. Zusätzlich sind die Sperrholzteile auch noch mit Heisskleber an den Station Moldes fixiert.

Gebogenes Deck in Station Moldes

Gebogenes Deck in Station Moldes

Der Cockpitbereich wird erst eingeklebt, wenn das übrige Deck bereits in den Station Molds liegt. Der Bereich muss sich ja an die Form des Decks anpassen. Bei all den Aktionen, die vielleicht etwas kniffelig sind stehen Iréne und Petrus immer zur Seite.

Cockpit ins Deck einkleben

Cockpit ins Deck einkleben

Wenn alle Teile des Decks zusammengeklebt sind, dann geht es zum ersten mal daran mit Epoxidharz zu arbeiten. Dazu gibt es eine extra Ecke mit einer Feinwaage und hunderte alte Eisbecher, die zum Anmischen genutzt werden. In einer Tabelle über der Waage ist genau angegeben, wie das Mischungsverhltnis zwischen Harz und Härter sein muss. Hier ist genaues wiegen angesagt. 0,1 Gramm ist OK, ab 1 Gramm unterschied zur Tabelle muss neu gerechnet werden.

Zunächst wird der gesamte Innenbereich des Decks vollständig mit Epoxidharz eingestrichen. Das Holz saugt ansonsten zu viel von dem Harz auf, wenn später die Glasfasermatten ebenfalls mit Epoxi eingeklebt werden. Nachdem die Innenseite vom Deck mit Epoxi bestrichen wurde, mischt Petrus eine bestimmte Mischung Epoxidharz mit einem Füllmaterial, das wir in den nächsten Tagen nur noch Fluff nennen. Tatsächlich hat dieses Material eine sehr fluffige Konsistenz. Dieses Fluff sorgt dafür, dass das Epoxidharz dicker wird und nicht verläuft. Es wird verwendet um kleiner Zwischenräume zuzuspachteln und den Kehlen im Boot ein Rundung zu geben, damit später die Glasfasermatten besser anliegen.

Verfüllen der Zwischenräume und Kehlen

Verfüllen der Zwischenräume und Kehlen

Dieses Fluff wird mit einer Plastiktüte mit Loch in einer Ecke (ähnlich der Spritzbeutel für Torten) in die Ecken gepresst und dann mit einem Küchenspachtel glatt gezogen. Wenn das alles fertig ist, dann kommen die Glasfasermatten in des Deck.

Glasfaser ins Deck legen

Glasfaser ins Deck legen

Die Glasfaser wird Stück für Stück eingelegt und die Matten überlappen ein paar Zentimeter. Wichtig beim Bestreichen der Glasfaser mit Epoxi ist, dass in der Mitte des Glasfasermatte begonnen wird und das Ankleben von der Mitte des Bootes zu den Enden hin erfolgt. Dadurch verzieht sich die Matte am wenigsten und Blasen können zu den schmaleren Teilen eher ausgestrichen werden.

Am Ende des ersten Tages liegen 3 fertige Decks in der Werkstatt. Unser Tag hat um 8:30 begonnen und nun ist es 21:30. Wir sind uns sicher, von Schweden werden wir in diesem Urlaub wenig sehen

Fertiges Deck nach Tag 1

Fertiges Deck nach Tag 1

 

Tag 2, der Rumpf

Das Deck kann nun erst mal aushärten und am 2. Tag beim Kajak selber bauen wird der Rumpf des Bootes zusammengesetzt und von Innen mit Glasfaser ausgekleidet. Die Vorgehensweise ist hierbei sehr ähnlich zum ersten Tag.

Zunächst müssen aber die Station Molds für das Deck vom Strongback entfernt werden. Der Rumpf hat halt eine andere Form wie das Deck und daher müssen andere Schablonen (Station Molds) montiert werden. Das Ausrichten der Station Molds geht am einfachsten mit einem Kreuzlaser. Der sorgt dafür, dass alle Schablonen in der gleichen Flucht sind. Wir wollen ja später nicht im Kreis paddeln… Der Kreuzlaser wird so hingestellt, dass er etwa über die gesamt Mitte des Strongback der Länge nach einen Strich zeigt. Dann werden die Station Molds von hinten beginnend montiert.

Ausrichten mit dem Kreuzlaser

Ausrichten mit dem Kreuzlaser

Danach werden die Einzelteile wieder wie beim puzzeln zusammengesetzt und mit Schnellkleber fixiert. Beim Deck gab es Einzelteile die vom Bug zum Heck ohne Verbindung in die Station Molds gelegt wurde und erst in den Station Molds mit Schnellkleber fixiert wurden. Beim Bug gibt es mehrere lange zusammengeklebte Teile die in den Station Molds zunächst lose übereinander gelegt werden.

Rumpfteile in den Station Moldes

Rumpfteile in den Station Molds

Die Einzelteile werden dann nach und nach mit Schnellkleber verbunden:

Verbinden der Rumpfteile in den Station Moldes

Verbinden der Rumpfteile in den Station Molds

Und mit Heisskleber an den Station Molds fixiert.

Fixieren mit Heisskleber

Fixieren mit Heisskleber

Also eigentlich ist es ja genau andersrum. Die einzelnen Rumpfteile haben Markierungen und anhand der Markierungen werden sie zunächst in den Station Molds mit Heisskleber fixiert und danach dann mit dem Schnellkleber verbunden. Das Heck und der Bug der obersten Rumpfteile wird zudem mit Kupferdraht vernäht, bevor es verklebt wird. Stitch and Glue halt. Das sollte übrigens bereits passiert sein, bevor die Rumpfteile in die Station Molds gelegt werden.

Genäht und geklebt

Genäht und geklebt

Wenn alles fertig ist, dann geht es wieder los mit Epoxi innen streichen, Fluff in die Ecken schmieren und Glasfaser von der Mitte aus auflegen. Same procedure as every year, wie Petrus so schön sagt.

Glasfaser im Rumpfinnenraum verlegen

Glasfaser im Rumpfinnenraum verlegen

Bug und Heck bekommen noch eine weitere Schicht Glasfaser und werden mit einer Extraportion Fluff verstärkt. Die Arbeit an Bug und Heck erfordert einiges an Erfahrung und so macht Petrus meistens diese Arbeit, es sei denn Du willst es unbedingt selber machen.

Am Ende des 2. Tages stehen in der Werkstatt dann 3 Kajakrümpfe und warten auf die Hochzeit mit dem zugehörigen Deck. Es ist 23 Uhr und wir 3 Kajakbauer sind total platt von diesem Tag. Freuen uns aber umso mehr was wir heute alles geschafft haben.

Deck und Rumpf sind fertig

Deck und Rumpf sind fertig

 

 

 

 

Wie läuft das eigentlich mit Essen?

Also, die Tage in der Werkstatt sind lang und für selber kochen oder draußen Essen gehen ist nicht viel Zeit. Das ist aber auch nicht nötig. Iréne versorgt uns mit 5 Mahlzeiten am Tag und wenn wir zwischendurch noch Hunger bekommen sollten liegt immer frisches Obst in der Küche. Zum Start um 8:30 gibt es Rührei mit Speck oder Porridge mit Obst für die, die es etwas gesünder mögen. Dann kommt der 11:00 Uhr Kaffee, der meistens erst so gegen 12-13 Uhr eingenommen wird, je nachdem wie das Bauen voran geht. Zum 11 Uhr Kaffee gibt es Sandwiches mit Aufschnitt, Käse, Krabbencocktail und wenn Du was besonderes möchtest, dann sag Iréne einfach bescheid.

Mittag gibt es dann meistens so erst um 16 Uhr. Warm und lecker. Auflauf, Suppe, inidisches Hühnchen (nicht scharf) oder Wraps und Tacos. Es war alles super lecker. Nachmittags, also so um 18:00 Uhr gibt es dann nochmal Kaffee und Kuchen oder Kekse. Und wenn Du abends nach getaner Arbeit noch Hunger hast, dann steht Brot auf dem Tisch für ein spätes Essen. Kaffe und Wasser steht den ganzen Tag bereit, nur nicht in der Werkstatt. Musst Du was trinken, weil die Kehle von Holzstaub trocken ist, dann gehst Du einfach in die Küche und nimmst Dir was Du brauchst.

Du siehst also, über die Verpflegung brauchst Du Dir beim Kajak selber bauen keine Gedanken zu machen, das läuft genauso rund wie der Kajakbau, was nicht bedeutet, das die Kajaks im Kreis fahren….

Ach und eines sollte ich natürlich auch noch erwähnen, Iréne freut sich immer über deutsche Gäste, weil sie dann ihre Deutschkenntnisse mal wieder etwas auffrischen kann. Dabei spricht sie ja eigentlich so schon fließend deutsch.

Tag 3 Einbauteile fürs Deck

Am Tag 3 beim Kajak selber bauen geht es wieder an das Deck. Hier müssen jetzt alle Einbauteile eingesetzt werden. Dazu gehören die Gepäckluken, das Cockpit und die Seilführungen, die hier bei Petruskajak ganz besonders eingelassen werden. Um mit dem Einbau zu beginnen müssen erst mal einige der Station Molds vom Deck entfernt werden. Speziell in dem Bereich wo nachher die Gepäckluken und das Cockpit rein sollen darf nichts mehr montiert sein. Die Station Molds sind ja mit Heißkleber befestigt und so müssen die Klebepunkte ganz vorsichtig mit der Heissluftpistole gelöst werden. Möglichst ohne das Holz des Kajaks anzubrennen und das geht schneller als Du glaubst.

Gepäckluken im Deck einbauen

Gepäckluken im Deck einbauen

Schablonen für den Einbau gibt es übrigens nicht. Petrus sagte er hätte mal versucht Schablonen herzustellen, aber irgendwie ist halt jedes Boot anders und somit funktionieren die Schablonen bei dem einen Boot, aber nicht mehr bei einem anderen Boot. Es ist tatsächlich nicht so einfach die richtige Größe des Ausschnitts zu bestimmen. Hierzu zeichnen wir zunächst am unteren Rand der Lukenkante mit einem Bleistift die Kontur der Luke nach und schneiden diese aus. Danach passt die Gepäckluke natürlich noch nicht rein

Also setzen wir die Luke so in das Loch, das eine Seite in Längsrichtung anliegt. Die andere Seite steht dann oben über dem Deck und dort zeichnen wir mit dem Bleistift wieder nach und sägen den Abschnitt aus. Das gleiche dann noch mal auf der anderen Seite und die Luke passt dann zumindest schon mal so halbwegs. Das Aussägen wird mit einer Japansäge gemacht, da diese im vorderen Bereich biegsam ist und somit am Radius besser entlang gesägt werden kann wenn sie mit Daumen und Zeigefinger gebogen wird. Wenn der Ausschnitt halbwegs passt, dann wird der Rest mit Schleifpapier und einem Rundschleifer erledigt.

Nach einigen Versuchen passt dann die Gepäckluke so in die Aussparung, dass die Seiten, die zum Rand des Kajaks hin zeigen, gerade so in der Öffnung verschwinden.

Cockpit und Luken einbauen

Cockpit und Luken einbauen

Die Anpassung des Cockpitausschnitts geht etwas schneller, da hier der Bereich des Kajaks nicht so sehr gebogen ist. Alles in allem hat es uns schon ein wenig Überwindung gekostet in das mühsam zusammengeklebte Kajak wieder Löcher zu sägen. Aber Sorgen brauchst Du Dir tatsächlich keine zu machen, falls doch mall ein Missgeschick passiert, dann sag einfach Petrus bescheid, der findet für alles eine Lösung. Die Luken und das Cockpit aus Carbonfaser werden übrigens auch bei Petruskajak direkt hergestellt.

Petrus beim Sägen der Carbonluken

Petrus beim Sägen der Carbonluken

Sind Luken und Cockpit eingebaut, dann kommen als nächstes die Führungen für die Decksleinen dran. Zunächst einmal müssen wir festlegen, wo denn überall Leinen langlaufen sollen, damit die Punkte für die Führungen festgelegt werden können. Hier ist Karin aus Stockholm eine echte Hilfe. Sie ist ja eine erfahrenen Langdistanz Paddlerin und weiß daher was wirklich Sinn macht und was eher nicht. Mit einer Schablone werden dann die Punkte angezeichnet, wo die Decksleinen durchgeführt werden. An den Stellen werden dann jeweils 2 Löcher in das Deck gebohrt und durch ein kleines Stück durchsichtigen Kunstoffschlauch verbunden.

Führungspunkte im Deck bohren und senken

Führungspunkte im Deck bohren und senken

Kunstoffschläuche zwischen den Bohrungen

Kunstoffschläuche zwischen den Bohrungen

Heute kommen wir tatsächlich bereits etwas früher raus aus der Werkstatt. Schon gegen 20:00 Uhr entlassen uns Iréne und Petrus und wir können in unsere Unterkunft fahren und duschen. Da es so früh ist, bereitet Iréne noch ein Abendessen bei sich zu Hause vor und wir sitzen noch eine ganze Zeit zusammen bei Iréne und Petrus im Esszimmer und erzählen von den Tagen in der Werkstatt und vom Kajak bauen und fahren. Alles ist so vertraut und liebevoll, dass wir uns schon fast wie zu Hause fühlen.

Tag 4 Einbauteile einkleben

Nachdem wir gestern beim Kajak selber bauen die Zeit mit Sägen, Schleifen und Bohren verbracht haben ist heute mal wieder Epoxi, Fluff und Glasfaser an der Reihe.

Von der Innenseite aus werden jetzt die Bohrungen und die Schlauchstückchen mit Epoxi, Fluff und dann 4 Lagen Glasfieber bedeckt und verschmiert. Dabei musst Du darauf achten, dass das Fluff auch in dem Zwischenraum unter dem Plastickschlauch gut verteilt ist. Also da noch mal ein bisschen mehr Fluff reinquetschen.

Seilführungen, Luken und Cockpit einkleben

Seilführungen, Luken und Cockpit einkleben

Wenn alles ordentlich verschmiert und mit Glasfaser abgedeckt ist, dann sieht das ganze so aus:

Eingeklebte Bauteile

Eingeklebte Bauteile

Die Leinenführungen und die anderen Bauteile werden übrigens gleichzeitig eingeklebt. Wenn am Deck alles verklebt und mit Glasfaser bedeckt ist, dann geht es am Rumpf weiter. Hier müssen auch noch ein paar Teile eingebaut werden.

Das Frej besitzt kein Steuer sondern ein Skeg. Das ist eigentlich nicht viel mehr als ein kleiner ausfahrbarer Kiel am Heck des Kajaks. Ein Skeg ist dafür da, den Geradeauslauf des Bootes bei Seitenwind oder -wellen stabil zu halten. Ein gute und ausführlich Beschreibung, wie der Skeg wirkt findest Du in diesem YouTube Video. Beim Einbau ist darauf zu achten, dass das Skeg-Gehäuse gerade in der Flucht des Kiels eingebaut wird. Wird das Skeg schräg zur Fahrtrichtung eingebaut paddelst Du nur im Kreis und das will ja auch keiner. Die Position selbst ist dabei nicht so wichtig, es kann auch etwas ausserhalb der Mitte eingebaut werden, es ist aber definitiv einfacher genau die Mitte des Kiels zu treffen.

Eingebaute Skeg Halterung

Eingebaute Skeg Halterung

Zudem bekommt das Kajak noch zwei Schottwände um die Gepäckbereiche vom Cockpit zu trennen. Das hat den Vorteil, dass wenn Du mal mit dem Kajak umkippst und das Cockpit verlassen musst, Wasser nur im Cockpit steht und nicht in dem Bereich wo das Gepäck untergebracht ist. Dadurch behält das Boot auch noch seinen Auftrieb, selbst wenn das Cockpit voller Wasser ist.

Bevor die vordere Schottwand eingesetzt werden kann, ist einmal Probesitzen im Rumpf des Bootes angesagt denn die Wand sollte etwa 8 cm vor den Füßen eingebaut werden. Dann ist auch noch genug Platz für die Fußrasten an den Seitenwänden vorhanden. Die hintere Schottwand wird zuvor anhand von vorhandenen Markirungen eingesetzt, damit Du auch weißt, wo Du Dich hinsetzen musst.

Probesitzen im Kajakrumpf

Probesitzen im Kajakrumpf

Die Position für die vordere Schottwand wird angezeichnet und die Sperrholzplatte, die als Wand dient, wird dann an die Form des Kajaks angepasst. Für die Schottwand gibt es eine typische Position, die aber nicht für alle Paddler aufgrund der unterschiedlichen Beinlängen passt. Also muss für die neue Position die Bandsäge und das Schleifpapier ran.

Eingebaute vordere Schottwand und Halterung für die Fußrasten

Eingebaute vordere Schottwand und Halterung für die Fußrasten

Am Ende von Tag 4 beim Kajak selber bauen sind alle Teile im Kajak verklebt und können trocknen. Morgen geht es weiter und wir freuen uns schon auf die Hochzeit von Deck und Rumpf.

Deck und Rumpf warten auf die Hochzeit

Deck und Rumpf warten auf die Hochzeit

Auch am 4. Tag sind wir schneller als sonst üblich und können bereits um 20:30 zum Duschen und freuen uns schon auf einen Hamburger aus Irénes Küche. Morgen wird dann Hochzeit gefeiert.

 

Tag 5 Die Hochzeit

So, heute soll nun der Tag sein wo das Deck und der Rumpf miteinander verheiratet werden. Bevor das geschieht, müssen aber noch ein paar Dinge vorbereitet werden. Als erstes muss die vordere Schottwand so abgeschliffen sein, das sie das Deck nicht berührt aber der Spalt zwischen Schott und Deck auch nicht zu groß ist, damit der Bereich noch gut mit Fluff abgedichtet werden kann. Dazu wird das Deck immer wieder auf den Rumpf gelegt und mit einem Bleistift werden die Ecken am Schott angezeichnet, die noch gegen das Deck drücken. Also mit Kopf und Schulter durch die Gepäckluke schauen und anzeichnen.

Deck auf Rumpf legen

Deck auf Rumpf legen

Durch die Gepäckluke anzeichnen

Durch die Gepäckluke anzeichnen

Danach können eigentlich alle Station Molds mit der Heißluftpistole vom Deck entfernt werden und dann müssen die Ränder von den Gepäckluken, die oben auf dem Deck überstehen entfernt werden. Dazu gibt es das Multitool mit Sägeaufsatz. Damit geht das ziemlich präzise und schnell. Aber Vorsicht, nicht den Rand vom Cockpit wegschneiden!!! Den Rand den brauchst Du ja später noch für die Spritzdecke, es sei denn Du willst immer offen fahren…

Ränder der Gepäckluken kürzen

Ränder der Gepäckluken kürzen

Das Holz vom Deck solltest Du beim Kürzen der Carbonränder der Luken schützen, sonst dringt der schwarze Staub da sehr schnell ein und wenn Du das Deck dann klar lackieren möchtest, um das schöne Holz weiterhin zu sehen ist das weniger schön wen da schwarze Punkte im Holz sind. Die Plastikschläuche aus den Seilführungen werden auch entfernt. Die sind aus PE und verbinden sich somit nicht mit dem Epoxidharz.

Nun ist alls vorbereitet, damit das Deck und der Rumpf miteinander verbunden werden können. Und weil ja zu jeder Hochzeit eine schöne Torte gehört, gibt es die auch aus Irénes Küche.

Hochzeitstorte

Hochzeitstorte

Nach einem ausgiebigen Kaffe und Torte geht es dann los und Deck und Rumpf werden miteinander „verheiratet“ Dazu werden beide Teile aufeinander gelegt und so ausgerichtet, das die obere Kante vom Rumpf und die untere Kante vom Deck genau aufeinander zum liegen kommen. Das ist teilweise gar nicht so einfach. Teilweise muss der Rand des Rumpfes von Innen mit Holzstäben gespreizt werden und an anderer Stelle muss das Deck mit Schraubzwingen zusammengedrückt werden. Fixiert werden die beiden Teile mit Packbändern und Schnallen. Alles in allem ein ganz schön widerspenstige Hochzeit.

Widerspenstig verheiratet

Widerspenstig verheiratet

Nachdem Deck und Rumpf zusammengefügt sind, wird die schmale Fuge, die sich zwischen beiden Teilen befindet mit Fluff gefüllt. Natürlich nur dort wo keine Bänder über die Fuge laufen. Das passiert mit einer dicken Spritze und einem Spachtel. Ungefähr so wie bei den Silikonfugen im Bad. Aber fang nicht an statt Fluff-Epoxi mit Silikon zu arbeiten, denn das hält definitiv nicht. Das Fluff in der Fuge muss bis morgen früh aushärten, dann erst darf das Kajak (so darf es jetzt sicher schon genannt werden) wieder bewegt werden.

Spritzen mit Fluff

Spritzen mit Fluff

Heute war es wieder etwas länger und so kommen wir erst gegen 22:00 Uhr raus aus der Werkstatt. Trotzdem hat Iréne noch Zeit uns eine Kleinigkeit zu Hause zuzubereiten. Und für einen kleinen Smalltalk in Irénes und Petrus Esszimmer ist auch noch Zeit.

Tag 6 im Innern des Kajak

Morgens kommen wir noch guter Dinge zum Frühstück in die Werkstattküche. Wir ahnen nicht, dass dieser Tag der schwerste und anstrengenste Tag beim Kajak selber bauen sein wird. Heute müssen wir die Verbindungsstellen zwischen Deck und Rumpf von Innen mit Epoxi, Fluff und Glasfaser verbinden. Das heißt, wir arbeiten heute im Innern des Kajaks.

Allerdings braucht der Fluff von gestern Abend noch ein wenig um auszuhärten und so ist unsere erste Tat heute das Ausschneiden der Tagesluke vor dem Cockpit und des Schiebereglers für den Skeg.

Tagesluke und Skegregler

Tagesluke und Skegregler

Danach geht es dann so richtig los. Denn jetzt müssen die Fugen zwischen Deck und Rumpf zunächst mit Epoxi eingestrichen und dann mit Fluff gefüllt werden. Dazu müssen wir mit den Armen und wenn möglich dem Kopf durch die Luken in das Kajak kriechen und von Innen arbeiten. Wer hier vorher mal ein wenig Yoga betrieben hat ist sicherlich im Vorteil. Im Rumpf des Bootes wird es dann auch schnell recht warm und zügiges Arbeiten ist notwendig. Bis in die Bug- und Heckspitze kommen wir aber auch mit den längsten Armen nicht. Natürlich hat Petrus auch dafür eine Lösung. Ein besonders langer Pinsel und eine bestimmte Mischung Epoxi und Fluff ermöglich die Stabilisierung des Bootes bis in die Spitzen.

Kajak selber bauen im Innern des Kajaks

Im Innern des Kajaks

Nachdem der Innenraum fertig abgedichtet ist, werden zum Schluss noch alle Fugen von außen mit Fluff verschmiert. Tatasächlich bilden sich ja im dem Bereich wo die einzelnen Sperrholzplatten aneinanderstoßen dünne Fugen, die nicht schön aussehen, wenn sie so bleiben. Also muss da wieder das mit Fluff angedickte Epoxidharz ran. Auch an Heck und Rupf werden die Spitzen mit diesem Fluff schon mal vormodelliert, bevor morgen die Schleifmaschine den wortwörtlichen Feinschliff macht.

Boot gespachtelt

Boot gespachtelt

Der Tag wird lang und anstrengend und geht auf Schulter und Rücken. Erst gegen 23:00 Uhr verlassen wir völlig fertig die Werkstatt. Aber auch glücklich, denn unsere Boote sind wieder ein Stück weiter fertiggestellt, stabiler und wir wissen, dass morgen der letzte Tag des Kurses ist und damit befinden wir uns ja bereits im Endspurt.

Tag 7 Schleifen, Epoxi, Glasfieber

Auf gehts in den letzten Tag beim Kajak selber bauen. Die gesamte Aussenoberfläche wird heute bearbeitet und mit Glasfieber belegt. Heute Abend werden hier 3 schicke Kajaks stehen, die nur noch auf den Anstrich warten, aber dazu nachher mehr.

Der Tag startet mit schleifen und nochmal schleifen. Alles muss schön rund und glatt werden. Die nötigen Schleifmaschinen sind in der Werkstatt natürlich vorhanden, aber nach 2-3 Stunden Schleifen schmerzt die Schulter, der Arm fällt ab und die Hände vibrieren auch ohne Schleifgerät einfach weiter. Erst wird der Rumpf geschliffen und Bug und Heck geformt wie wir es jeder individuell haben möchten. Nur rund muss es sein, damit nachher die Glasfiebermatten besser verlegt werden können.

Rumpf schleifen

Rumpf schleifen

Während Jürgen bereits mit dem Schleifen begonnen hat, sägt Karin noch das überstehende Gehäuse vom Skeg ab. Wenn Du den Kurs bei Petruskajak machst, dann lass dich durch solche Momente nicht irritieren. Am Abend sind alle Kajaks auf dem selben Stand, es ist kein Wettstreit, wer zuerst fertig ist. Iréne und Petrus sehen wenn jemand ein bisschen hinterher hängt und helfen dann an den richtigen Stellen mit. Und tatsächlich war Karin diesen Tag die erste die zum Duschen gehen konnte.

Nach dem Rumpf geht es ans Deck schleifen. Hier ist mehr Vorsicht nötig, denn das Decksholz ist weicher als der Rumpf. Das Holz ist besonders biegsam und daher viel weicher und nimmt das Epoxidharz auch auf wie ein Schwamm. Daher wechseln wir beim Schleifen auch von 120er auf 180er Schleifgitter.

Deck schleifen beim Kajak selber bauen

Deck schleifen

Bei schleifen kommt es auch darauf an, noch überstehende Kanten der Einbauteile wie Skeg oder Gepäckluken anzupassen. Sie dürfen nicht schräg nach innen abfallen, aber auch nicht überstehen, also genau die gleiche Ebene haben wie das Holz. Sonst passt das nachher mit dem Glasfasergewebe nicht.

Um etwas 13:00 Uhr haben wir Deck und Rumpf so geschliffen, dass Petrus die Abnahme machen kann. Da ist dann hier noch ein Tropfen Heißkleber oder Heck und Bug sind nicht rund genug, aber alles in allem ist er sehr zufrieden. Kurz noch mal nachschleifen und dann gibt es erst mal Mittag.

Nach dem Schleifen

Nach dem Schleifen

Wenn Deck und Rumpf geschliffen sind, muss noch einmal genau geprüft werden, ob irgendwo kleine Dellen oder Löcher in den Fugen sind. Diese werden dann noch einmal mit ganz wenig Fluff gespachtelt. Danach wird dann zunächst der Rumpf des Bootes einmal komplett mit Epoxidharz bestrichen, bevor über die gesamte Länge eine Lage Glasfasergewebe gelegt wird.

Glasfaser auf den Rumpf auflegen

Glasfaser auf den Rumpf auflegen

Danach wird das Glasfasergewebe mit Epoxidharz auf den Rumpf verklebt.

Glasfaser mit Epoxidharz aufkleben

Glasfaser mit Epoxidharz aufkleben

Das Glasfasergewebe muss etwa 10 cm über den unteren Rand überstehen, da es nach dem Drehen des Bootes oben auf das Deck übergeklappt und dort verklebt wird, bevor das Glasfasergewebe fürs Deck aufgelegt wird. Dadurch wird noch mehr Stabilität zwischen Deck und Rumpf erreicht.

Wenn der Rumpf fertig ist, dann gibt es erst mal eine kleine Zwangspause. Das Epoxi am Rumpf muss mindestens 1 Stunde anziehen, bevor wir es auf die bereits verklebten Stellen legen können und um das Deck zu kleben, muss das Boot nun mal auf dem Rumpf stehen. Zeit genug für eine echt wilde Party für die Iréne Tacos, Wraps mit Gemüse und gebratenem Mett sowie Salsa-Soße vorbereitet hat und Bier gibt es auch dazu (alkoholfrei versteht sich).

Nach der Party wird das Kajak auf den Rumpf gedreht und zunächst einmal wird das überstehende Galsfasergewebe am Deck mit Epoxi verklebt.

Deck verarbeiten

Deck verarbeiten

Gerade beim Deck gibt es zudem einige etwas schwierigere Punkte wie Bug, Heck und das Cockpit. Bei den Punkten stehen aber Iréne und Petrus uns zur Seite und bearbeiten die Stellen mit uns zusammen.

Bug mit Glasfasergewebe belegen

Bug mit Glasfasergewebe belegen

Nach einigen Stunden Epoxidharz streichen geht noch mal ein langer Tag zu Ende. Aber dafür werden wir mit 3 wunderschönen Kajaks die da jetzt in der Werkstatt stehen belohnt.

Kajak fertig

Kajak fertig

Fazit und Rückreise

Du möchtest ein wirklich gutes Kajak haben? Schön soll es auch noch sein? Keine Massenfertigung, stabil und leicht. Die Lösung zu dem Rätsel findest Du beim Kajak selber bauen in Schweden, in Trånas am Sommensjö bei Petruskajak. Klingt wie Werbung, ist es auch, aber unentgeltlich, denn wir sind von den Booten überzeugt. Von der ersten Testfahrt bis zum Ende des Baukurses.

Das Kajak steht jetzt, wo ich diese Zeilen hier schreibe noch in Schweden, denn wir haben uns entschieden das Lackieren des Bootes Petrus zu überlassen. Hierfür muss das Boot noch einmal komplett geschliffen werden, dann kommt noch einmal Epoxi drauf und dann darf das ganze 1 Woche aushärten. Erst dann kommt die erste Lage Lack drauf. Das ganze ist recht aufwendig und bedarf einiger Erfahrung und so haben wir beschlossen das nicht selber zu machen. Irgendwann Im April wird dann das Boot hier sein und wir können die erste Fahrt damit unternehmen. Darauf freuen wir uns schon riesig.

Pünktlich zu unserer Rückreise gibt es natürlich 15 cm Neuschnee in Småland über Nacht und so müssen wir den Heimweg deutlich vorsichtiger antreten. Wir sind früh um 7 Uhr unterwegs und Iréne kommt noch extra an die Tür um uns zu verabschieden. Zu dem Schnee kommt auch noch Sturm in Deutschland und die Fehmarnsundbrücke ist durch 2 umgekippte LKWs gesperrt. Also nehmen wir den Landweg über Dänemark.

Wir haben eine anstrengende aber auch sehr schöne Woche hinter uns in der wir viel neues gelernt haben. Dabei sind auch noch 3 wunderschöne Kajaks entstanden. Was können wir uns noch anderes wünschen?

Öresundbrücke auf der Rückfahrt

Öresundbrücke auf der Rückfahrt

 

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