Hardangerfjord im Mai – mehr als Trolltunga und Vørinfossen

von | Reisen, Norwegen | 0 Kommentare

Wir waren schon einige Male in der Region am Hardangerfjord. Es ist eine unserer liebsten Regionen in Norwegen und bietet so einiges an wirklich beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Die Trolltunga, eine Felsspitze die mehrere Meter über die Felswand hinweg ragt und einen fantastischen Panoramablick ermöglicht ist wohl die bekateste Attrkation der Region. Aber auch der Vøringfossen und die Gletscher des Folgefonna Nationalparks sind beliebte Ausflugsziele. Wir wollen Euch heute aber ein paar völlig übersehene Attraktionen der Region vorstellen, die auch wir erst nach mehreren Besuchen gesehen haben.

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Trolltunga Ausflug ohne Trolltunga…

Eigentlich wollten wir einen Ausflug zum höchsten Parkplatz (P3) an der Troltunga machen, aber leider war der obere Parkplatz noch wegen Schnee geschlossen. Außerdem haben wir im Nachhinein erfahren, das Tickets für den P3 vorgebucht werden müssen und 600 NOK pro Tag kosten. Heftig würde ich sagen….

Also sind wir nur bis an den Stausee am ersten Parkplatz (P2) gefahren und haben dort einen kleinen Spaziergang mit unseren beiden Hunden unternommen. Der P2 liegt am Vetlavatnet, einen kleinen Gebirgssee der auch Teil des Wasserkraftwerks am Ringedalsvatnet ist. Beide Seen sind durch einen Damm getrennt und darüber ist eine Wanderung zum westlichen Teil des Seeufers möglich. Es war aber schon so warm, dass Bea fast den Rückweg verweigert hätte. Glücklicherweise haben wir aber einen kleinen Gebirgsbach gefunden, in dem sich die beiden Hunde abkühlen konnten.

Schon diese Landschaft ist so schön, dass eine Wanderung hoch zur Trolltunge nicht unbedingt immer nötig ist. Gerade für uns mit unseren beiden alten Hunden sind solche wasserreichen Spaziergänge sehr angenehm, da auch die Hunde dabei auf ihre Kosten kommen.

Sicht auf den Ringedalsvatnet

Sicht auf den Ringedalsvatnet

Wo heute die Serpentinen vom P2 hoch zum P3 führen, fuhr vor Jahren noch eine Bahn den Berg hinauf. Wir waren 2002 das erste mal am Hardangerfjord und waren damals schon einmal hier oben. Damals fuhr die Mågelibanen noch hoch auf den ersten Startpunkt zur Trolltunga, nur nicht an dem Tag, an dem wir dort oben waren, zur sehr großen Enttäuschung unserer beiden damals noch ganz kleinen Kinder. 2012 wurde die Bahn stillgelegt aber auch heute noch sind Reste der Strecke am Berg erhalten.

Mågelibanen zur Trolltunga

Mågelibanen zur Trolltunga

Der Weg vom Hardangerfjord hoch zu dem Parkplatz P2 ist schon ein wenig abenteuerlich. Meist führt der Weg einspurig an der Felswand entlang und bietet nur hier und da eine Ausweichmöglichkeit. Kein Wunder also, dass der Weg für Wohnmobile gesperrt ist. Dieses Mal war es noch ein wenig brenzliger, denn auf dem Weg wurde an der Straße gearbeitet und große Felsbrocken wurden bei Seite geräumt. So kamen uns nur wenige Besucher, dafür aber mehr Baustellenfahrzeuge inklusive eines großen Baggers entgegen.

Alles in allem ist alleine schon der Besuch oben am Ringedalsvatnet einen Tagesausflug wert auch weil es direkt am Startpunkt zum Wanderweg eine sehr schönen Wasserfall als i-Tüpfelchen gibt. Wir waren daher nicht zu sehr enttäuscht, dass wir nicht auf den höchsten Parkplatz fahren durften

Startpunkt zur Trolltunga

Startpunkt zur Trolltunga

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Der Låtefossen

Der Låtefossen liegt zwar nicht direkt am Hardangerfjord, aber von Süden kommend Richtung Odda liegt er natürlich auf dem Weg dort hin. Wir sind hier schon recht oft vorbei gefahren, angehalten haben wir aber bisher noch nicht. Dieses mal war ich sowieso ein wenig von Wasserfällen angefixt und habe möglichst alles Wasser was vom Berg fällt fotografiert.

Der Låtefossen liegt nicht weit entfernt von Tyssedal und so sind wir von dem Parkplatz an der Trolltunga kommend gleich mal dort hin gefahren um ein paar Fotos zu machen. Nun sind wir ja schon nicht auf den oberen Parkplatz an der Trolltunga gekommen und hier am Wasserfall sollte sich nun die nächste Enttäuschung einstellen. Ein Filmteam war dort am drehen und ein Security Mann verwehrte uns die Auffahrt zum Parkplatz am Låtefossen. Das hat mich ehrlich ziemlich geärgert. Haben die da dann exklusiv das Recht den Parkplatz zu besetzen? Naja, irgendwie müssen die ja ihren Film in den Kasten kriegen.

Gott sei Dank ist unser Wrangler ja recht Geländegängig und so habe ich den Wagen einfach ein paar Meter weiter auf einem unbefestigten und etwas abgesengten Platz neben der Fahrbahn abgestellt und bin zu Fuß bis zum Wasserfall gelaufen. Einen Wanderer können Sie nun nicht verbieten dort vorbeizugehen und im Vorbeigehen mal ein Foto zu machen. Das hat auch geklappt und ich habe mein Foto machen können. Nur im Vorbeigehen, daher ist es auch nicht wirklich ein Kunstwerk geworden.

Der Låtefossen

Der Låtefossen

Zur Krönung sprach mich auf dem Rückweg dann noch der Kameramann an, der gerade eine Drohne am Fluß entlang fliegen lassen wollte. Er fuhr auch einen Jeep Wrangler und fragte ob ich der Fahrer des Wranglers sei, der hier gerade vorbeigefahren ist. Ich sagte ja, das sei ich. Super meinte er und ich könne so viele Fotos machen wie ich will, so unter Wrangler Fahrern muss man sich ja unterstützen. Geht doch….

Der Hardangerfjord ist Obstbaum-Region

Auch wir waren überrascht, dass es im kalten Norwegen eine riesige Obstbaum-Region gibt. Und die liegt rund um den Hardangerfjord. Gerade die Strecke von Odda nach Kinsarvik steht ab Mitte Mai in voller Blüte. Hauptsächlich Apfelbäume sind hier wie anderswo Rebstöcke am Hang gepflanzt. Diese Mal waren wir ja im Mai dort und konnten somit die hübsche Obstbaumblüte bewundern. Auf dem Weg zurück vom Låtefossen nach Eidfjord waren wir ganz gefangen von den schönen Plantagen links und rechts der Straße. Obwohl wir eigentlich schon recht spät dran waren haben wir dann doch noch in einem Ort halt gemacht, der rund um seine Kirche riesige Obstplantagen hatte. Das versprach auf jeden Fall das ein oder andere Foto.

Obstbäume am Hardangerfjord

Obstbäume am Hardangerfjord

In der kleinen Stadt Ullensvang haben wir direkt an der Kirche geparkt und sind runter zum Fjord gewandert. Alleine die Häuschen rund um die Kirche sind schon sehr sehenswert und unten am Fjord befindet sich dann auch eine Badestelle. Dort sind auch 2 große Felder mit kleinen Apfelbäumen platziert und naja, die bieten natürlich ein super Arrangement in Verbindung mit der Kirche. Wirklich richtig schön.

 

Kjeåsens Hof

Hoch über dem Hardangerfjord liegt ein Aussichtspunkt, den wir vorher noch gar nicht kannten. Dabei ist das wirklich ein echter Spot für richtig grandiose Bilder. Den Tip bekamen wir von einer Arbeitskollegin von Janet. Hier noch einmal vielen Dank dafür, ärgerlich, wenn wir dort nicht gewesen wären.

Von Eidfjord aus ist der Kjeåsens Hof bereits ausgeschildert. Die Straße führt zunächst in Richtung des Lang-Sima Krafwerks (auch sehr sehenswert, da dort ein Befahren der unterirdischen Röhren des Wasserkraftwerks möglich ist) und dann weiter bis zum Startpunkt der Auffahrt zu den Gehöften. Da die Straße da rauf sehr eng ist und ein einspuriger Tunnel auch auf dem Weg liegt, sind die Zeiten für Rauf- und Runterfahren zeitlich geregelt. Jeweils zur vollen Stunde dürfen Fahrzeuge hinauffahren und jeweils zur halben Stunde wieder runter.

Auffahrt zum Kjeåsens Hof

Auffahrt zum Kjeåsens Hof

Wir waren um etwa 15:30 dort und habe daher noch einen kleinen Spaziergang mit unseren beiden Hunden gemacht, bevor es dann los ging nach oben.

Oben angekommen war der Raum, zumindest im Mai, recht begrenzt. Direkt an der Zuwegung zum Hof war gerade so Platz für 2 Fahrzeuge, der Rest der Strecke war noch mit Schnee bedeckt. Aber da wir nur 2 Autos waren, hat das halt so grade gepasst.

Ein recht schmaler Weg, der durch ein Geländer gesichert ist, führt am Berg entlang bis zu großen Wiesen direkt am Hang. Von diesen Wiesen aus biete sich ein fantastischer Ausblick auf den hinteren Hardangerfjord und die Stadt Eidfjord, vor der nun gerade auch noch ein Kreuzfahrtschiff lag. Na mehr Kulisse für ein Foto geht ja nun schon fast gar nicht mehr.

Aussicht auf den Hardangerfjord vom Kjeåsens Hof

Aussicht auf den Hardangerfjord vom Kjeåsens Hof

Der Hof selbst ist nicht mehr in Betrieb. Vor ein paar Jahren war hier wohl noch eine kleine Gastronomie mit Waffeln und anderen Kleinigkeiten zu finden, aber das war bei unserem Besuch nicht mehr da. Oder es war einfach noch zu früh im Jahr. Frische Blumen in den Beeten zeugen aber dafür, dass hier wohl doch Menschen leben. Wenn Du mehr um Kjeåsens Hof erfahren möchtest, dann habe ich hier noch einen Link für Dich:

https://www.visitnorway.de/reiseziele/fjord-norwegen/die-region-hardangerfjord/listings-hardanger-fjord/kje%C3%A5sen-bergbauernhof-im-eidfjord/35748/

Runter ging es für uns dann 1 1/2 h später, nachdem wir die fantastische Aussicht genügend genossen hatten.

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Sæbø Camping am Eidfjordvatnet

Während unten am Fjord in Eidfjord die Kreuzfahrtschiffe anlegen und Menschenmassen in den Ort strömen, liegt der Ort Øvre Eidford weiter in den Bergen im Dornröschenschlaf. OK, ganz so ist es nicht, denn immerhin gibt es hier 3 Campingplätze von denen 2 sogar am Eidfjordvatnet liegen. Der Eidfjordvatnet ist ein recht großer See, der vom Schmelzwasser der umliegenden Berge gespeist wird und einen direkten Zufluss zum Hardangerfjord hat. Der See liegt schön geschützt zwischen den Bergen und erlaubt auch etwas umfangreichere Paddeltouren.

Da der Myklatun Camping noch nicht geöffnet hatte, haben wir uns für einen Aufenthalt auf dem Sæbø Camping entschlossen. Wir waren erst am Zögern, ob wir nicht auf unseren alt bekannten Finnasteinflåten Camping ausweichen sollten, aber der wurde gerade renoviert und liegt auch nicht so schön am See. Also haben wir unser Zelt auf einem Platz direkt am See aufgeschlagen. Zwar standen hier schon eine Reihe von Wohnmobilen, aber der ganz äußere Platz war noch frei. Gut, dass wir auch hier relativ früh am Platz waren, denn wie bereits in Frafjord trudelten auch hier am späten Nachmittag noch jede Menge Wohnmobile ein.

Der Platz hat 100 Stellplätze, eigentlich viel zu groß für uns, aber unser Lieblingsplatz in dieser Region, der Finnasteinflåten Camping war halt noch geschlossen. Die 100 und mehr Camper müssen sich dann bei voller Auslastung des Platzes 6 Gemeinschaftsduschen und insgesamt 10 Toiletten teilen. Wir waren in der Vorsaison dort und der Platz war etwa zu einem drittel besetzt.

Schon recht viel für Mai zumindest wenn wir das mit unserer Reise Ende August 2019 vergleichen, da waren wir in der Nachsaison oftmals nur noch mit 2-3 anderen Campern auf so einem Platz. Da in den 3 Tagen, die wir auf dem Sæbø Camping waren die Toiletten nur halbherzig bis gar nicht gereinigt wurden, will ich mir das in der Hauptsaison nicht weiter vorstellen.

Ansonsten liegt der Campingplatz wirklich schön am See, mit eigenem Steg an dem auch Kanus zum Ausleihen liegen. Ich habe einen Ausflug mit dem Kajak auf dem See gemacht und war erstaunt wie weitläufig die Oberfläche das Sees doch ist. Von Campingplatz ist es zudem auch nicht weit zum Vøringfossen und zu dem Aussichtspunk Kjeåsen.

Bergpanorama vom Sæbø Camping

Bergpanorama vom Sæbø Camping

Fazit

Die Region um den Hardangerfjord bietet wirklich viel sehenswerte Landschaft. Oft ist es sinnvoll etwas Abseits der eigentlichen Touristenattraktionen zu suchen denn dort versteckt sich die ein oder andere Perle. Und im Mai ist die Obstbaumblüte dort einfach wunderhübsch, gerade so in Ergänzung zu Bergen und Meer. Wir waren bereits 3 Mal dort, einmal im Ferienhaus und 2 Mal mit dem Zeltanhänger. Unser Tip wenn Du gerne campen möchtest ist und bleibt der Finnasteinflåten Camping, der direkt am Fluß Bjoreio liegt. Der ist zwar etwas urig, hat nicht die neuesten Sanitäranlagen aber ist nicht sehr hoch frequentiert, kein Wunder, denn die steile und enge Abfahrt runter zum Campingplatz ist mit einem größeren Wohnmobil auch nicht zu schaffen.

Wenn Du nach Norwegen fährst, dann bleib mindestens ein paar Tage dort in der Region Hardanger, es lohnt sich wirklich.

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