Wilseder Berg Rundwanderweg in der Lüneburger Heide

von | 30.08.2020 | Reiseziele, Deutschland | 0 Kommentare

Anfang August 2020 als es noch nicht ganz so warm war, sind wir mal ein bisschen durch die Lüneburger Heide bis zum Wilseder Berg gewandert. Sowohl Janet als auch ich waren hier schon sehr lange nicht mehr. Ich habe mal einen Schulausflug in der 9. Klasse in die Lüneburger Heide unternommen und bei Janet war die Kutschfahrt auch schon etliche Jahre her. Heute wollten wir nicht mit der Kutsche fahren sondern haben uns einen Rundwanderweg herausgesucht, der uns auf etwas über 13 km von Oberhaverbeck zum Totengrund über den Wilseder Berg wieder zurück zu unserem Parkplatz führen sollte.

Anfahrt nach Oberhaverbeck

Von Süden kommend fahren wir in Schwarmstedt auf die A7 und nach etwa 60 km an der Ausfahrt Bispingen, kurz vor dem Snowdome wieder runter. Oberhaverbeck ist ausgeschildert und nur eine kurze Fahrt entfernt. Der Parkplatz für den Rundwanderweg liegt auf der linken Seite am Eingang des kleinen Ortes. Natürlich ist das Parken hier nicht umsonst. Eine Tageskarte kostet 6 Euro und wir denken uns “wieder typisch Deutschland”. Aus unseren Urlauben in Skandinavien kennen wir so etwas nicht. Na aber immerhin wird das Geld für die Pflege der Lüneburger Heide verwendet, das stand da zumindest auf einem Schild.

An dem Parkplatz gibt es dann noch einen Souvenierladen und einen Kiosk, an dem man eine Kleinigkeit zu Essen oder auch nur ein Eis bestellen kann.

Janet hat dann mal die Hunde aus dem Auto gelassen und ich habe ein Parkticket geholt. Rucksäcke auf den Rücken und los geht es. Als Fotoausrüstung habe ich nur meine kleine Wanderausrüstung dabei und Janet natürlich ihr Handy. Zum Start geht es einmal über die Straße und durch Oberhaverbeck und ab in die Heide. Am Anfang des Ortes besteht übrigens die Möglichkeit eine Kutsche für den Ausflug zum Wilseder Berg zu mieten.

Kutsche zum Wilseder Berg

Kutsche in der Lüneburger Heide

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Durch den Wald Richtung Steingrund

Hinter Oberhaverbeck erstreckt sich zunächst eine kurze Fläche mit typischer Heidelandschaft. Es ist Anfang August und die Heide hat tatsächlich schon so einen leichten lila Schimmer, der sich im Laufe des August noch intensivieren wird. Es ist 11:00 Uhr und die Sonne wird teilweise von Wolken verdeckt, was unsere Hunde auf jeden Fall zu schätzen wissen.

Nach einem kurzen Weg durch die Heide wechselt die Natur auf Wald um. Bis zum Steingrund führt der Weg vorbei an hohen Kiefern, Buchen und Eichen. Hier im Wald ist es deutlich kühler und angenehmer als auf der freien Heidefläche. Unsere beiden Hunde freut das natürlich. Wir sind hier um 11:30 unterwegs und außer uns sind noch einige Menschen hier um eine Heidewanderung zu unternehmen. Es sind Ferien und somit ist auf den Wanderrouten natürlich schon etwas mehr los.

Nach etwa 500 Metern im Wald gabelt sich der Weg und ein kleinerer Pfad führt links ab weiter in Richtung Steingrund. Am Steingrund angekommen, kommt man auf einer Anhöhe aus dem Wald und sieht vor sich die Senke mit Heidelandschaft. Der Steingrund heißt übrigens so, weil an der gegenüberliegenden Seite der Hang mit Felsen übersät ist.

Steingrund in der Lüneburger Heide

Steingrund in der Lüneburger Heide

Entwurzelter Baum in der Lüneburger Heide

Entwurzelter Baum in der Lüneburger Heide

Steingrund bis zum Totengrund

Den Hang sind wir dann runtergestiegen und haben den Weg nach rechts gewählt. Prinzipiell führen viele Wege durch die Heide zum Wilseder Berg, aber wir hatten uns die Strecke zu Hause bereits rausgesucht. Hier läuft man jetzt erst mal ein paar Meter über einen sandigen Forstweg, bevor es links ab weiter in Richtung Totengrund geht. Der Weg führt immer entlang der Senke des Steingrundes und man kommt an alten landwirtschaftlichen Gebäuden vorbei. 

Links ab geht es dann weiter und schließlich wieder aufwärts bis wir am Aussichtspunkt über dem Totengrund angekommen sind. Du glaubst ja gar nicht, wie hügelig die Lüneburger Heide sein kann und dabei steht uns der Aufstieg zum Wilseder Berg erst noch bevor…. 🙂

 

Vom Totengrund zu “Hannibals Grab”

Bevor es nun über Wilsede Richtung Wilseder Berg geht, machen wir noch einen kleinen Schlenker und wollen uns “Hannibals Grab” anschauen. Wir hatten uns vorher natürlich nicht darüber informiert, was das ist und so war zumindest ich der Meinung, der liegt tatsächlich in der Lüneburger Heide begraben.

Zunächst haben wir uns aber einen kleinen Moment oben am Aussichtspunkt über dem Totengrund ausgeruht. Es war nun schon 13:00 Uhr (ja wir haben uns Zeit gelassen) und langsam bekamen wir auch etwas Hunger. Eine kleine Strecke wollten wir aber dennoch gehen. So ging es also weiter wieder Richtung Norden, kurz an den Ausläufern von Wilsede vorbei in Richtung Osten weiter zu dem Punkt, der Hanibals Grab heißt.

Zunächst geht es aber wieder etwas abwärts und durch weitere Heidelandschaft in der vereinzelt Bäume platziert sind. Das sieht schon ganz nett aus. Dazu die zart lila blühende Heide läßt die Landschaft pitoresk wirken und erinnert gaaaannnnz entfernt ein gaaaannnz klein bisschen an die Toskana. Aber wirklich nur gaaaannnz bisschen. Alte Eichen, Buchen und Ebereschen flankieren den Weg und spenden hin und wieder etwas Schatten. Unsere Hunde fanden es allemal einfach zu warm.

 

 

 

 

Dort angekommen waren wir dann doch etwas enttäuscht. Da liegen ein paar Findlinge rum und es stehen ein paar Büsche dort, das war es dann aber auch schon. Und der Ort ist definitiv nicht das Grab von dem Hannibal, der mit den Elefanten über die Alpen und so… Auf einer Infotafel steht dann auch, wieso der Ort denn nun “Hannibals Grab” heißt:

Infotafel an Hannibals Grab

Infotafel an Hannibals Grab

Das “Grab” selber sieht so aus:

“Hannibals Grab” in der Lüneburger Heide

 

Von Hannibals Grab auf den Wilseder Berg

Leider gibt es am Grab von Hannibal keinen Schatten, so dass wir für eine kleine Mittagspause ein klein bisschen den Weg zurück gehen mussten und an der Straße auf einer Bank Rast gemacht haben. Dieses Stück von Wilsede bis zu Hannibals Grab verläuft an einer Straße, die jedoch nur sehr wenig befahren wird, da die Anreise mit dem Auto nach Wilsede nicht gestattet ist. Somit fahren hier nur die Bewohner von Wilsede und landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Unsere beiden Fellnasen haben die Rast im Schatten genossen. Es gab etwas Trockenfutter, Wasser und einen Apfel für die Hunde. Wir haben 2 Brötchen und Wasser mit gehabt. Ein eher spartanisches Essen, aber die Wanderung war ja nun auch nicht so anstrengend.

Nach dem Essen ging es weiter, zurück in Richtung Wilsede. In Wilsede gibt es den oder anderen Hof, auf dem Du etwas essen kannst. Meistens wird dort irgendwas mit Heidschnucke angeboten, da diese Tiere ja sozusagen das Aushängeschild der Lüneburger Heide sind (gleich neben Heideblüte und Wilseder Berg). In Wilsede geht es dann rechts ab und genau an dieser Abbiegung stand dann der Wegweiser zum nächsten Hof auf dem es an dem Tag Heidschnucken-Currywurst gegeben hätte:

Heidschnucken-Currywurst in der Lüneburger Heide

Heidschnucken-Currywurst in der Lüneburger Heide

Ja, was soll man sagen, hatte ich so noch nicht probiert und haben wir den Tag auch nicht gegessen. Wir sind tatsächlich nirgendwo eingekehrt, da das derzeit mit den Corona-Beschränkungen einfach nicht unser Ding ist. Wie auch immer, es ging also weiter, kurz an Witthöfts Gästehaus vorbei und siehe da, da stehen doch auf einer Wiese freilaufende Currywürste herum :-)))

Heidschnucken in der Lüneburger Heide

Freilaufende Currywürste, wie passend

Die Herde Heidschnucken auf der Wiese in Wilsede waren übrigens die einzigen Heidschnucken, die wir auf unserer Wanderung gesehen haben. Ich glaube freilaufend in der Heide findet man die Tiere fast nicht mehr, zumindest ist uns keines der Tiere über den Weg gelaufen

An der Schafswiese vorbei geht es dann links ab, immer dem Wegweiser in Richtung Wilseder Berg folgend. Der Anstieg hoch auf die Anhöhe ist nicht so wirklich steil und auch für Ungeübte wie uns kein wirkliches Problem. Auf dem Weg geht es wiederum durch Heidelandschaft und teilweise durch kleinere Baumbestände, bis wir dann oben angekommen sind.

Und tatsächlich hast Du von da oben einen schön Rundumblick auf die gesamte Heide und die näheren Städte. In der folgenden Gallerie findest Du einige Ausblicke vom Wilseder Berg und noch ein paar Impressionen aus der Lünebugrer Heide.

Vom Wilseder Berg zurück zum Parkplatz

Nach einer kurzen Verschnaufpause oben auf dem “Hügel” geht es wieder bergab durch reine Heidelandschaft. Der Ausblick vom Wilseder Berg aus ist schon ganz schön weit, aber richtig überwältigt waren wir dann doch nicht. Ja, wahrscheinlich sind wir wieder mal einfach zu verwöhnt, was spektakuläre Landschaften angeht. Trotzdem war die Wanderung bis hierher sehr schön und wir können das nur jedem mal empfehlen sich diesen Naturpark anzusehen.

Runter ging es natürlich schneller als rauf und nach einer längeren Strecke durch Heidelandschaft wurde die Gegend wieder etwas waldiger. Zum ersten mal auf dieser Wanderung kamen wir dann auch an Wasser vorbei. Im letzten Abschnitt Richtung Niederhaverbeck verläuft das kleine Flüsschen Haverbeeke parallel zum Wanderweg. Das haben unsere beide Hunde natürlich gleich ausgenutzt und sind ein paar Runden durch das niedrige Wasser gewatet.

Am Ziel

Zurück am Auto gab es erst mal für alle etwas zu trinken. Wir hatten für die Wanderung mal wieder zu wenig Wasser eingeplant. Die Hunde konnten ihren ersten Durst bereits in der Haverbeeke stillen, Janet und ich mussten aber noch bis zum Auto warten. Sowieso müssen wir unsere Ausrüstung noch mal etwas erweitern. Wir haben einige Dinge herausgefunden, die auf so einer Wanderung ziemlich wichtig sein können.

Nach dem Wasser bin ich dann noch zum Kiosk gegangen und habe ein Eis geholt. Die Preise sind normal, was nicht selbstverständlich ist für so ein Touristenmagnet. Die meisten Touristen haben wir übrigens am Totengrund und oben auf dem Wilseder Berg gesehen, in der übrigen Heidelandschaft verläuft sich das schon ziemlich.

Alles in allem ist eine Heidewanderung schon sehr schön, allerdings wenig spektakulär. Aber wer hier lebt oder Urlaub macht sollte sich so eine Wanderung zum Wilseder Berg nicht entgehen lassen. Was wir, beziehungsweise unsere Hunde, schmerzlich vermisst haben ist Wasser auf der Wanderung. Lediglich im letzten Teil der Wanderung fließt die Haverbeeke, ansonsten ist es überall eher trocken.

Ich denke ich werde bei Gelegenheit noch mal eine Runde durch die Heide raussuchen, vielleicht mit etwas mehr Flüssen und Seen mit drin, damit sich unsere beiden Hunde zwischendurch mal abkühlen können.

So, zum Schluß verlinke ich Dir noch mal eine Seite aus der wir uns alle nötigen Informationen für diese Wanderung herausgesucht haben und  ich zeige Dir noch eine Karte mit dem eingezeichneten Wanderweg.

https://www.lueneburger-heide.de/natur/sehenswuerdigkeit/1049/wilseder-berg-wilsede.html