Öland – Schweden mal ganz anders

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Die Insel Öland liegt südöstlich von Schweden, unterhalb von Norrköping. Eine Brücke verbindet das Festland bei der Stadt Kalmar mit der Insel. Wir sind auf unserer Reise im September 2021 von Tranås aus auf die Insel gereist und haben uns speziell den Süden der Insel etwas genauer angesehen. Wenn Dich die Natur und Schweden interessieren und Du Schweden mal von einer anderen Seite kennenlernen möchtest, dann ist dieser Blogbeitrag der richtige Einstieg.

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Von Tranås nach Öland

Von Tranås am Sommensjö aus hatten wir uns ja ein paar Tage zuvor auf die Spuren von Astrid Lindgren begeben und hatten alle wichtigen Orte aus den Kinderbüchern besucht. Den Bericht zu unserer Reise auf den Spuren Astrid Lindgrens findest Du unterfolgendem Link: Bullerbü und mehr – auf den Spuren Astrid Lindgrens

Von hier aus geht es zunächst auf der 32 in Richtung Eksjö und weiter Richtung Vetlanda. In Vetlanda sind wir ein Stück in das Naturreservat Illharjens gefahren und haben dort gefrühstückt. Bei leichtem Nieselregen haben wir unsere Küche aus dem Anhänger gezogen und einen Cappuccino gekocht. Das Naturreservat ist wirklich sehr ursprünglich gehalten und Holzbrücken führen durch den teils sumpfigen Park und den kleinen Fluß, der aber eigentlich gar kein Fluß ist, sondern ein Nebenarm des Sees Grumlan, westlich von Vetlanda.

 

Wir sind dann von der größeren Landstraße abgebogen und haben uns ein wenig auf den kleinen Landstraßen aufgehalten, vorbei an vielen kleinen Seen mit den obligatorischen Inseln in der Mitte und den roten Schwedenhäusern am Ufer. Schweden wie wir es kennen und lieben.

Insel im See

Insel im See

Über die Brücke nach Öland

Von Kalmar aus geht es über die Ölandbrücke auf die Insel Öland. Die Brücke wurde 1972 erbaut und ist 6km lang. Damit ist sie die längste Brücke in Schweden. Die Brücke ist natürlich nicht ganz so hoch und so spektakulär wie die Öresundbrücke, aber doch schon recht eindrucksvoll. Auf der gesamten Länge der Brücke stehen Laternen und bei Nacht muss das schon sehr beeindruckend aussehen. Wir waren leider immer nur bei Tag an der Brücke, ein weiterer Grund noch einmal nach Öland zu kommen.

Ölandbrücke

Ölandbrücke

Wir sind auf der Insel gleich in Richtung Süden abgebogen und an Fäjestaden vorbei in Richtung Grönhögen, immer auf der 136 entlang. Unser Ziel war der Sandviks Camping an der südlichen Westküste der Insel.

Schon auf dem Weg zum Campingplatz konnten wir sehen, dass Öland ein bisschen anders ist, als das schwedische Festland. Viel weniger Holzhäuser und deutlich mehr weiß gestrichene Steinhäuser stehen an der Straße und die gewohnten Seen an jeder Ecke sind auch nicht vorhanden, dafür ist die Insel auch einfach zu schmal. Ausgedehnte Wälder sind zumindest im Süden der Insel nicht zu finden. Dafür gibt es im Süden große steppenartige Gebiete die heute weitestgehend landwirtschaftlich genutzt werden. Auch Moore und Feuchtgebiete gehören hier zur Landschaft.

Die Küstenabschnitte bieten einige Abwechslung von Sandstrand über Kieselsteine und scharfkantigem Schiefer bis hin zu kleinen Steilküsten, oder sagen wir eher einige wenige Meter hohe Landabbrüche. Vielerorts finden sich Fischerdörfer in denen es wohl auch Fisch zu kaufen geben soll, leider waren aber die touristischen Fischgeschäfte Ende September bereits geschlossen.

 

 

Ich liebe Schweden Herz Schürze

Ich liebe Schweden Herz Schürze

 

Sandviks Camping

Wir haben lange nach einem geeigneten Campingplatz gesucht, der Ende September auch noch geöffnet hat. Im Norden der Insel gab es den ein oder anderen, aber entweder war der Platz viel zu groß für uns (Janet möchte am besten Plätze mit nur so 10 Stellplätzen wie zum Beispiel der Agricameggio le Carbonaie in der Toskana) oder es gab einen extra Strand für die Hunde (so wie an der deutschen Nordseeküste) oder beides.

Nach einigem hin und her sind wir dann auf den Sandviks Camping gestoßen. Nicht ganz so klein, aber direkt an der Küste gelegen, und vor allem Ende September noch geöffnet. Tatsächlich waren wir vor dem letzten Wochenende der Saison dort, danach wäre auch der Platz geschlossen gewesen. Die Rezeption ist recht klein und schon etwas in die Jahre gekommen, dafür ist der Besitzer um so freundlicher. Wir durften uns den Platz frei auswählen und haben uns für einen Platz windgeschützt hinter einer Hecke entschieden.

Die Sanitäranlagen sind nicht sehr modern, aber sehr sauber.. Es gibt eine kleine Küche und genügend Plätze zum Abwaschen, die aber im Freien liegen, dafür aber überdacht sind. Direkt am Strand gibt es dann noch ein paar Stellplätze, die jedoch keinen Stromanschluss haben, dafür sind dort fantastische Sonnenuntergänge mit Meerblick inklusive. Alles in allem waren wir mit dem Platz sehr zufrieden. Er liegt zentral an der Küste der südlichen Insel und bietet damit kurze Wege zu den vielen Sehenswürdigkeiten.

 

 

 

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Eine Mauer quer über die Insel

Das klingt natürlich erst mal nicht so toll, aber ist einfach ein historisches Bauwerk. Karl Gustav der 10. hat die Mauer 1653 einmal quer über die südliche Insel, also 4,5 km lang, bauen lassen. Zweck der Mauer war es, das Rotwild, dass der König im südlichen Teil der Insel angesiedelt hatte, dort zu halten. Das Wild fraß vorher den Bauern immer die Ernte weg, also wurde kurzerhand mal die Mauer da hochgezogen. Tatsächlich hat die etwa 2 Meter hohe Mauer das Wild nicht wirklich davon abgehalten da einfach rüberzuspringen und weiterhin den Bauern die Ente wegzufressen.

Im Endeffekt war die Mauer also nur ein Prestigeobjekt des Königs um die königliche Macht zu demonstrieren. Heute ist die Mauer natürlich Anziehungspunkt für die Touristen und auf einer Rundtour über die Südspitze ist die Mauer auf jeden Fall 2 mal (einmal Hin-, einmal Rückweg) zu bestaunen. Es ist auch möglich auf die Mauer zu klettern, Bilder dazu gibt es in der kleinen Gallerie zur Mauer weiter unten.

Die Mauer ist aus Sandstein errichtet und besitzt auch heute noch nur 2 Durchfahrten, eine an der Westküste und eine an der Ostküste.

Der „Lange Jan“

Wir sind ja so richtige Leuchtturm Spotter. Egal wo es einen Leuchtturm gibt, wir müssen uns den ansehen. Direkt an der Südspitze Ölands gibt es ein solches Exemplar, den „Langen Jan“. Den Namen trägt er nicht ohne Grund, denn der Leuchtturm ist mit seinen 41,6 Metern Höhe nicht nur der höchste Leuchtturm Schwedens sondern auch von ganz Skandinavien. Respekt!

Der Lange Jan

Der Lange Jan

Gebaut wurde der Leuchtturm 1778 bis 1785 oder 1784 bis 1785, so genau ist das nicht mehr bekannt. Sicher ist aber, dass die Steine für den Bau des Langen Jan von der ehemaligen St. Johannes Kapelle stammen, die zu der Zeit nicht mehr genutzt wurde und nur etwa 1,5 Kilometer nördlich des Leuchtturms gelegen war. Also wurde die Kapelle abgerissen und der Leuchtturm ist jetzt sozusagen ein heiliges Leuchtfeuer. Zu dem Leuchtturm gibt es natürlich auch ein Restaurant und ein Souveniergeschäft.

Bronzeabbildung der St. Johannes Kapelle auf Öland

Bronzeabbildung der St. Johannes Kapelle auf Öland

Die St Johannes Kapelle im Süden von Öland gibt es leider nur noch als Bronzemodell. Hinter dem Modell ist der Hügel, der früher die Kapelle war noch zu erahnen und vor dem Hügel zur Straße hin steht ein großes steinernes Kreuz als Zeichen das hier mal eine Kirche stand. Die Kapelle stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehörte zum Fischerort Kyrkhamn. Den Ort gibt es leider auch nicht mehr aber südlich der Kapelle finden sich noch Mauerreste der früheren Häuser.

Kyrkhamn war der zu der Zeit der wichtigste Fischerort Ölands und war nicht nur für Öland sondern auch für das benachbarte Festland von Bedeutung. Im 17. Jahrhundert waren hier an die 900 Fischer angesiedelt. Die Kapelle wurde während der Reformation aufgegeben und Steine der Kapelle wurde für den Bau des Leuchtturms Långe Jan an der Südspitze Ölands 1785 verwendet.

Irgendwie haben solche Orte immer etwas mystisches an sich und wir überlegen uns immer wie die Menschen wohl zu der Zeit, als die Kapelle noch stand dort gelebt haben.

Die Natur rund um die Kirche ist sehr speziell. Überall liegen große Findlinge in der Gegend herum und auch in dem seichten Wasser schauen sie noch heraus. Einige dieser Felsbrocken sind verschwommen auf dem Bild rund um den Hügel im Hinterrund zu erkennen. Das Meer dort ist ein wahres Vogelparadies und man kann jede Art von Wildgänsen und Kormorane und wahrscheinlich alle anderen Wasservögel beobachten. Ich bin leider kein Ornithologe und sonst könnte ich Dir sicherlich noch einige andere Arten mehr aufzählen.

Fast noch interessanter als der Leuchtturm selbst, ist die Natur rund um die Südspitze der Insel Öland. Hier existiert ein Vogelparadies, dass ein Anziehungspunkt für viele Naturbeobachter ist. In den Gebäuden rund um den Langen Jan finden sich dann auch immer wieder Aussichtsfenster, die einen Blick auf die Vogelwelt ermöglichen, ohne dass diese durch die Menschen gestört werden.

Windmühlen, die Wahrzeichen Ölands

Sie begegnen einem überall, gefühlt an jeder Straßenecke und auf jedem freien Platz befindet sich ein Windmühle. Große aber meistens eher sehr kleine Windmühlen prägen das Bild der Insel. Die Landwirtschaft ist der Haupterwerb auf der Insel und war es, neben der Fischerei, auch zu früheren Zeiten. Im 19. Jahrhundert hatte daher jeder Bauer, der etwas auf sich hielt seine eigene Windmühle auf dem Hof. Wind gab es ja zur genüge, denn das Land ist flach. Zur Hochzeit waren es an die 2000 Windmühlen auf der Insel.

Mit der Zeit verloren die Windmühlen an Bedeutung und nach und nach verschwanden viele der Mühlen von der Insel. Heute gibt es noch rund 400 Windmühlen auf Öland. Teilweise stehen sie direkt nebeneinander in einigem Abstand, bis zu 7 Stück in einer Reihe. Das ist schon ziemlich skurril anzusehen. Wir haben natürlich auch an der ein oder anderen Windmühle angehalten um Fotos zu machen. Die schönsten Windmühlen im südlichen Bereich der Insel stehen bei der kleinen Stadt Gynge an der Landstraße 136.

Windmühlen auf Öland

Windmühlen auf Öland

Was es sonst noch gibt

Als wir meiner Schwiegermutter sagten, dass wir nach Öland fahren, da meinte sie gleich:“Ach zu Victoria und Daniel!“ Was ich lediglich mit einem Stirnrunzeln quittierte, Janet aber gleich meinte, dass die beiden wohl den Abend zu uns ins Zelt zum Abendbrot kommen. Nun lese ich nicht die Klatschpresse und kenne mich daher mit dem schwedischen Königshaus auch nicht aus. Allerdings befindet sich auf Öland der Feriensitz des schwedischen Königshauses und die Kronprinzessin Victoria ist wohl auch das ein oder andere Mal auf der Insel. Das Schloss Solliden ist mehr eine große Villa mit weitläufigem Park und befindet sich in der Nähe von Borgholm mit Sicht auf das Schloss von Borgholm. 

Öland bietet Dir echte Entspannung und eine fantastische Natur, die so ganz anders ist als im Rest von Schweden. Daher sollte die Insel auf jeden Fall mal bei Dir auf der Liste stehen. Gerade im September, wenn alles noch mal etwas ruhiger wird, ist es dort besonders schön. Wenn Du Ende September dort bist, dann lass Dir das Enrntedankfest (das Skördefest) nicht entgehen. Schon Wochen vorher sind überall die Höfe mit herbstlicher Verzierung geschmückt. Der Kürbis gehört natürlich wie bei uns auch dazu. Überall finden sich Märkte auf denen die Produkte der Bauern gekauft werden können und Essen und Trinken gehören natürlich auch dazu.

Etwas südlich des Sandvik Camping gibt es eine Ruine einer alten Alaunen-Fabrik und weiter Ausgrabungsstätten. Auch das ist ganz interessant sich mal anzusehen.

So und wenn wir jetzt Deine Neugier geweckt haben und Du noch etwas mehr von Öland erfahren möchtest, dann findest Du unter dem folgenden Link noch viel mehr Wissenswertes:

https://www.oeland.net/

 

Fazit

Leider hatten wir nur Zeit für den südlichen Teil der Insel, dieser ist aber schon so schön und bietet eine fantastische Natur, dass wir auf jeden fall noch einmal wiederkommen und uns den nördlichen Teil auch noch ansehen. Weiter im Norden soll es auch weitläufigere Wald- und einige weitere Naturschutzgebiete geben. Wir waren definitiv nicht das letzte mal hier und können Dir einen Besuch der Insel nur wärmstens ans Herz legen.

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